Annette Dittert bei „hart aber fair“

London-Korrespondentin klagt: „Als Europäer fühlt man sich nicht mehr zugehörig“

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Annette Dittert erklärte in der ARD-Talkshow „hart aber fair“, wie das Brexit-Referendung Europa verändert hat.

Wie fühlt es sich an, als Kontinentaleuropäer in einem Land zu leben, das seit über drei Jahren darum ringt, den beschlossenen Austritt aus der EU umzusetzen? Bei „hart aber fair“ nahm eine zu der Frage Stellung, die es wissen muss: Annette Dittert, seit mehr als einem Jahrzehnt ARD-Korrespondentin in Großbritannien..

„Ich bin 2008 nach London gekommen, habe mich in London verliebt und mich von Anfang an in dem Land zu Hause gefühlt. Ich habe gedacht, da bleibe ich für den Rest meines Lebens“, schwärmte die Journalistin zunächst. „Und plötzlich ist das vorbei. Für die Europäer ist es so, dass wir uns plötzlich nicht mehr so zugehörig fühlen. Das ist ein ganz eigenartiges Gefühl, das kam so aus heiterem Himmel“, beschrieb sie die Situation gegenüber Talk-Gastgeber Frank Plasberg.

Auch für die Briten selbst habe sich seit dem folgenschweren Brexit-Referendum vom Juni 2016 viel verändert. „Es gibt Familien, die nicht mehr miteinander sprechen, und Leute, die psychisch krank sind.“ Erst kürzlich habe sie einen Beitrag gedreht über den extremen Anstieg von Depressionen und Angstzuständen im Land. „Das hat natürlich nicht nur mit dem Brexit zu tun, aber es herrscht diese enorme Unsicherheit und diese Zerstrittenheit. Es gibt kein Miteinander mehr“, so Dittert.

„Es ist unangenehm, wenn ein Europäer im Raum ist“

Frank Plasbergs Frage, ob sie seit dem Austritts-Referendum Freunde verloren haben, bejahte die Studioleiterin des ARD-Büros in London. „Ich merke auch, dass ich öfter mal zu bestimmten Dinnern nicht eingeladen werde. Das liegt zum Teil auch gar nicht daran, dass die jetzt anderer Meinung sind, sondern weil es so wahnsinnig unangenehm ist, wenn ein Europäer im Raum ist.“

In der jüngsten Ausgabe des Magazins „hart aber fair“ diskutierte Moderator Frank Plasberg mit seinen Gästen zur Frage: „Trump und Johnson unter Druck - Endspiel der Populisten?“. Neben Annette Dittert eingeladen waren der CDU-Politiker Norbert Röttgen, der Schriftsteller James Hawes, der Politikwissenschaftler Christian Hacke, der Republikaner Ralph Freund und die Studentin Teresa Holly, die ein Auslandsjahr bei Gasteltern in den USA absolviert hat.

teleschau

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