Gut gespielt, junger Löwe

„Lion - Der lange Weg nach Hause“ kommt ins Heimkino

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Dev Patel ist für seine Rolle für einen Oscar nominiert.

Das Identitäts-Drama „Lion“ besticht vor allem durch seinen umwerfenden, blutjungen Hauptdarsteller.

Ein indischer Junge verliert im Alter von fünf Jahren seine Familie und findet sie nach einem Vierteljahrhundert wieder - mit Hilfe von Google Maps. Klingt unglaublich? Tatsächlich ist es eine wahre Geschichte, die dem sechsfach oscarnominierten Drama „Lion“ (2016, nun fürs Heimkino erhältlich) zugrundeliegt: die von Saroo Brierley, der sie in seinem Bestseller „Mein langer Weg nach Hause“ erzählte. Die Verfilmung von Garth Davis wartet mit Starbesetzung auf. Der erwachsene Saroo wird von „Slumdog Millionär“ Dev Patel gespielt, auch Nicole Kidman und Rooney Mara haben größere Rollen. Doch die eigentliche Sensation des Films ist der achtjährige Newcomer Sunny Pawar, der Saroo als kleinen Jungen verkörpert.

Die Geschichte beginnt 1986 in Khandwa in Mittelindien. Gemeinsam mit seinem heißgeliebten älteren Bruder Guddu (Abhishek Bharate) versucht Saroo bereits nach allen Kräften seine Mutter zu unterstützen. Eines Nachts überredet er Guddu, ihn mit zur Nachtarbeit zu nehmen. Dummerweise wird der kleine Junge müde und steigt in einen leeren Zug, um ein wenig zu schlafen.

Als Saroo erwacht und feststellen muss, dass er ohne Zwischenstopp in das 1.600 Kilometer entfernte Kalkutta unterwegs ist, fühlt man sich dank der einfühlsamen Inszenierung fast genauso verloren wie der rehäugige Junge. Ohne sich an den Namen seines Heimatstädtchen zu erinnern oder ein Wort der dortigen Landessprache Bengalisch zu sprechen, wird er plötzlich von dieser überfüllten Millionenstadt verschluckt. Saroo hat Glück im Unglück, er landet im Waisenhaus und wird von dem warmherzigen tasmanischen Ehepaar Sue (Nicole Kidman) und John (David Wenham) adoptiert.

Der zu einem löwenmähnigen jungen Mann herangewachsene Saroo (Dev Patel) beginnt schließlich in Melbourne Hotelmanagement zu studieren. Dort verliebt er sich in seine Kommilitonin Lucy (Rooney Mara). Als Lucys Familie zum Essen einmal die indische Süßspeise Jalebi auftischt, jene frittierten indischen Teigspiralen, die Guddu und er sich in seiner Kindheit nie leisten konnten, bricht sich die Erinnerung plötzlich Bahn. Fortan ist Saroo besessen davon, mittels Google Earth seine Familie wiederzufinden. Seine Liebe zu Lucy zerbricht daran, und auch seine innige Beziehung zu seiner Adoptivmutter bekommt empfindliche Risse.

Die Geschichte des erwachsenen Saroo fällt im Vergleich zu dem perfekten ersten Teil ab, unter anderem, weil Dev Patel seinen Saroo leider nicht so natürlich zu verkörpern weiß wie sein blutjunger Kollege. Zumal der aufdringliche Musikeinsatz gelegentlich alles mit Rührseligkeit zuzukleistern droht.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

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