Man wird ja wohl noch träumen dürfen

„La La Land“ mit Ryan Gosling und Emma Stone kommt ins Heimkino

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Mit dem bravourösen Filmmusical „La La Land“ lässt Damien Chazelle das klassische Hollywood auferstehen und gibt der Traumfabrik eine Zukunft.

Sechs Oscars, sieben Golden Globes: In der charmanten Musical-Romanze „La La Land“ feiern Ryan Gosling und Emma Stone das Kino, den Jazz und längst vergessene Fabelhaftigkeiten der Traumfabrik.

Nein, es gibt kein Happy End in Damien Chazelles „La La Land“ (2016). Gleichwohl ist die Hoffnung in seinem furiosen Filmmusical über ein Liebespaar in der Traumfabrik erlaubt. Hier liegen Glück und Traurigkeit eng beieinander, und es werden mit verschwenderischer Kraft die ganz großen Träume geträumt. Unter anderem sechs Oscars und sieben Golden Globes räumte die Musical-Romanze in der zurückliegenden Awardsaison ab, und auch das Publikum ließ sich von der Begeisterung anstecken: Allein in Deutschland wurden über eineinhalb Millionen Kinotickets für das Sensationswerk gelöst, das nun in in verschiedenen Editionen fürs Heimkino erscheint.

Satte Technicolor-Farben, sorgfältig arrangierte Studiokulissen, Verweise auf Klassiker wie „Casablanca“ und umwerfende „Bigger Than Life“-Choreographien: „La La Land“ feiert in sympathischer Altmodischkeit das Kino von einst. Doch ist dieser Film mitnichten eine verklärte Rückbesinnung auf die Zeit, in der Hollywood mehr einfiel als Eventmovies, Superheldenfilme und Sequels. Damien Chazelle („Whiplash“) ist klug genug, auch das Morgen im Blick zu haben und das Jetzt nicht zu vergessen, in dem sich der Pianist Sebastian (Ryan Gosling) und die angehende Schauspielerin Mia (Emma Stone, Oscar als beste Hauptdarstellerin) immer wieder treffen.

Gemeinsam erleben die beiden eine hinreißende Romanze, jedoch eine ohne Zukunft: Denn was die beiden antreibt im Leben, ist vor allem ihre Liebe zur Kunst. Für wen funkeln die Lichter der City Of Stars eigentlich, fragt der grandiose Titelsong. In einer Stadt, in der alles angebetet wird und nichts einen Wert hat, wie Sebastian so weise feststellt. Er hängt dem Jazz nach, wie er früher einmal war: Heute gibt es in den berühmten Clubs von damals Salsa und Tapas.

„La La Land“ ist auch eine nachdenkliche Reflexion über das Kino, über den Jazz, über ihre Gemeinsamkeiten und die Notwendigkeit von Veränderungen, die vor Seb und Mia nicht haltmachen. Im Planetarium aus „...denn sie wissen nicht, was sie tun“ fliegen sie zu den Sternen, und für einen kurzen Moment ist alles so, wie es sein muss. Glück und Traurigkeit liegen eng beieinander. Diese Erkenntnis ist dann doch irgendwie ein Happy End.

Man kann sich regelrecht verlieren in diesem berauschenden Film, der auch technisch aus den Vollen schöpft. Neben der DVD, der regulären Blu-ray Disc sowie SD- und HD-Digibooks mit Soundtrack erscheint „La La Land“ auch als Luxus-Ausführung auf Ultra HD Blu-ray. Hier kommen die liebevoll gestalteten Bilder im Analogfilm-Stil besonders gut zur Geltung. Für Begeisterung auf dem Sofa sorgt aber vor allem der kunstfertig abgemischte Dolby-Atmos-Ton der 4K-Fassung (Deutsch und Englisch), der die grandiose Filmmusik in Tonstudio-Qualität wiedergibt. Ganz großes (Heim)Kino!

Auch als Video-on-Demand erhältlich.

tsch

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