Im NDR-Talk „DAS!“

Kurzarbeit angemeldet: Tim Mälzer kämpft um seine Existenz als Gastronom

Tim Mälzer sprach bei „DAS!“ über existenzielle Sorgen.
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Tim Mälzer sprach bei „DAS!“ über existenzielle Sorgen.

Langeweile kommt beim umtriebigen Tim Mälzer trotz der Coronakrise gerade nicht auf: Er ist bei Radio-Sendungen geladen, engagiert sich, kocht viel selbst und war am Wochenende in der NDR-Sendung „DAS!“ zu Gast.

Dennoch setzen auch ihm die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen zu. Der TV-Koch beschäftigt derzeit 200 Mitarbeiter in vier Restaurants und gestad im Gespräch mit „DAS!“-Moderatorin Inka Schneider: „Uns Gastronomen macht diese Krise große Sorgen, weil wir nicht wissen, auf welchen Zeitraum wir hinarbeiten.“ Rücklagen seien oft schnell aufgebraucht. „Jedes Minus kloppt gewaltig rein.“ Wie unzählige andere Unternehmen auch, musste er für einen Teil der Belegschaft im April Kurzarbeit anmelden.

Mit seiner Hamburger Bullerei sei er zwar auf einem verhältnismäßig guten Level, und dennoch wäre es auch für Tim Mälzer existenzbedrohend, wenn die Krise länger andauern würde. Der 49-Jährige sorgt sich besonders um kleinere Betriebe und prophezeit einen „verzögerten Effekt“: „Wir können uns schon jetzt daran gewöhnen, dass es einige liebgewonnene Läden in Zukunft vielleicht nur noch auf dem Foto zu betrachten gibt.“

Kochen in der Krise

Dass Mälzer sich aber auch von einer derartigen Krise nicht entmutigen lässt, beweist die Initiative „Kochen für Helden“. Diese basiere auf einer „zauberhaften Idee eines Kollegen von mir aus Berlin, Max Strohe, der auch ein Sternerestaurant betreibt“ und Spitzenessen für Klinikpersonal kocht. „Als er seine Kühlhäuser sah, als der Shutdown kam, hat er sich gesagt: 'Es ist zu schade, um das alles wegzuschmeißen', und fing dann an, daraus Essen zu kochen für die Mitarbeiter einer Klinik. Die Idee haben wir in Hamburg gerne aufgegriffen.“

Inzwischen habe sich das Konzept auf Deutschland ausgeweitet - ein einzigartiges Gastronomie-Projekt, bei der zahlreiche Köche mitwirken, die auch in der Krise das machen dürfen, was sie am besten können: kochen. Mit gutem Essen versorgt würden auch Obdachlosen-Organisationen, Putzkräfte, Supermarktmitarbeiter und Lkw-Fahrer. Mälzer nennt es „ein kulinarisches Dankeschön für alle, die unsere Nation am Laufen halten“. „Das macht unsere sonst eher oberflächliche Branche unfassbar stolz.“ In Kürze müsse allerdings eine Crowdfunding-Aktion starten: „Wir benötigen Verpackungsmaterial, um dieses Projekt langfristig am Laufen halten zu können. Und die Kühlhäuser sind mittlerweile leer, die Lieferanten arbeiten auch minimiert. Wir müssen viel zukaufen. Was wir natürlich gerne tun.“

Wenn der Gastgeber der VOX-Duellreihe „Kitchen Impossible“ nicht gerade im Einsatz für den guten Zweck ist und Interviews gibt, sei „Kochen mein Finale des Abends“. Um runterzukommen und um neben dem Schnippeln die Neuigkeiten des Tages zu verarbeiten.

teleschau

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