Fridays for Future

Klare Worte von Luisa Neubauer: „Anscheinend wollte man die Klima-Krise nie ernst nehmen“

Luisa Neubauer (24) ist das wohl bekannteste Gesicht der deutschen "Fridays For Future"-Bewegung. Im Film "Aufschrei der Jugend" (Mittwoch, 18. November, 23.20 Uhr, ARD) spricht sie über die Zukunft und die Frage, wie Corona ihnen zugesetzt hat.
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Luisa Neubauer (24) ist das wohl bekannteste Gesicht der deutschen „Fridays For Future“-Bewegung. Im Film „Aufschrei der Jugend“ (Mittwoch, 18. November, 23.20 Uhr, ARD) spricht sie über die Zukunft und die Frage, wie Corona ihnen zugesetzt hat.

Sie ist das deutsche Gesicht der Klima-Bewegung: Die junge Aktivistin Luisa Neubauer gehört zu den Hauptorganisatoren von „Fridays for Future“ und sieht in der aktuellen Corona-Pandemie eine zusätzliche Gefahr für ihre Bewegung.

„Eigentlich könnte man dann denken, das ist das Ende für 'Fridays for Future'“, so die 24-Jährige im Dokumentarfilm „Aufschrei der Jugend - Generation 'Fridays For Future'“ (Mittwoch, 18. November, 23.20 Uhr, ARD). „Man behandelt die Klimakrise oder den Klimaschutz wie ein ambitioniertes Hobby oder wie so eine Art Haustier“, wettert Luisa Neubauer in einem Interview im Rahmen des ARD-Beitrags. „Das kann man machen, das kann man haben, wenn Zeit und Geld grade halt da ist und nichts anderes, Wichtigeres ansteht.“

Für viele Menschen steht mit Corona jedoch gerade Wichtigeres an. „Es kam eine andere Krise, die wurde auf einmal ganz doll ernst genommen“, so Neubauer über die Pandemie und die plötzliche Alarmbereitschaft der Menschen: „Es wurden die krassesten destruktivsten Maßen überhaupt umgesetzt, in kürzester Zeit Gelder bereitgestellt, von den man gar nicht wusste, dass sie da sind.“ Dieses Bewusstsein würde sie sich offenbar gerne im Kampf gegen die Klima-Krise wünschen. „Leute haben zusammengehalten, sind der Krise gerecht geworden. Und man denkt: 'Ah, ja, OK'. Anscheinend wollte man die Klima-Krise nie ernst nehmen.“

Das vom Großteil der Gesellschaft als dringlicher empfundene Problem der Pandemie hat drastische Auswirkungen auf die Ausgangslage der Klimaschützer, glaubt Neubauer: „Das wird jetzt richtig schwer, weil der Modus grade ist: Corona bewältigen, Wirtschaft wieder zum Laufen bringen und erst mal gucken, dass wir in einen Zustand kommen, dass wir uns 'leisten können', Klimaschutz zu betreiben.“

Luisa Neubauer zu Gast bei Sandra Maischberger

Für die sehenswerte Dokumentation hat Filmemacherin Kathrin Pitterling Berliner Aktivisten seit den Anfängen der Protestbewegung begleitet. In einer Reihe von professionellen Porträts und selbst aufgenommenen Videotagebüchern ließ sie viele von ihnen auf ganz persönliche Weise zu Wort kommen. Herausgekommen ist der spannende wie inspirierende Dokumentarfilm „Aufschrei der Jugend“, der nun erstmals im Rahmen der ARD-Themenwoche „#WieLeben“ gezeigt wird.

Luisa Neubauer ist am Mittwochabend bereits um 21.45 Uhr bereits im Ersten zu sehen. Dann diskutiert die junge Aktivistin bei „maischberger. das thema“ mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, dem ehemaligen Staatschef der Malediven, Mohamed Nasheed, sowie der Ökonomin und Autorin Maja Göpel über die Folgen des Klimawandels und darüber, was nun dringend getan werden muss. Die Runde zum Thema „Die Klimakrise - Deutschland auf der Anklagebank“ komplettieren Edgar Selge, Hauptdarsteller des bereits um 20.15 Uhr gezeigten Fernsehfilms „Ökozid“, sowie der designierte Gesamtmetall-Chef Stefan Wolf.

teleschau

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