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Ein Kind sprengt das System: Das sind die DVD-Highlights der Woche

Benni (Helena Zengel) hat es nicht leicht: Seit Jahren wird die Neunjährige wegen ihrer Wutausbrüche von Wohngruppe zu Wohngruppe weitergereicht.
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Benni (Helena Zengel) hat es nicht leicht: Seit Jahren wird die Neunjährige wegen ihrer Wutausbrüche von Wohngruppe zu Wohngruppe weitergereicht.

„Terminator: Dark Fate“, „Systemsprenger“, „Maleficent: Mächte der Finsternis“: Das sind die DVDs und Blu-rays der Woche.

And the Oscar goes to ... Germany? - Nein. Aber das anspruchsvolle Drama „Systemsprenger“ ging 2020 mit großen Ambitionen ins Rennen um den Auslandsoscar. Schließlich wurde das Spielfilmdebüt von Regisseurin Nora Fingscheidt schon vor der Ausstrahlung ausgezeichnet und gewann unter anderem den Silbernen Bären auf der Berlinale 2019. Bei dem bedeutendsten Filmpreis der Welt musste „Systemsprenger“ während der Vorauswahl aber die Segel streichen und verpasste die Gelegenheit nach „Die Blechtrommel“ (1980), „Nirgendwo in Afrika“ (2003) und „Das Leben der Anderen“ (2007) den begehrten Goldjungen zum vierten Mal nach Deutschland zu holen. Nun erscheint das mitreißende, unter die Haut gehende Drama, für das die Dokumentarfilmerin Fingscheidt mehrere Jahre intensiv recherchiert hatte, für das Heimkino - ebenso wie „Terminator: Dark Fate“ und „Maleficent: Mächte der Finsternis“.

„Systemsprenger“ (VÖ: 27. Februar)

Benni (Helena Zengel) ist ein Problemkind: Niemand kommt mit den regelmäßigen Ausrastern der Neunjährigen zurecht. Dennoch gibt die Sozialarbeiterin Frau Banafé (Gabriela Maria Schmeide) die Hoffnung nicht auf und kümmert sich rührend um das Mädchen. Eine letzte Chance sieht sie schließlich im Schulbegleiter Micha (Albrecht Schuch). Er begegnet Benni mit viel Energie und geht das Wagnis ein, mit dem unberechenbaren Mädchen drei Wochen allein in seiner Waldhütte zu verbringen. Die zur Zeit der Dreharbeiten erst zehnjährige Helena Zengel überzeugt mit der atemberaubenden Darstellung des zerrissenen, verletzlich-aggressiven Mädchens. Die Bilder, die Kameramann Yunus Roy Imer für „Systemsprenger“ findet, faszinieren den Zuschauer.

Preis DVD: ca. 13 Euro

D, 2019, Regie: Nora Fingscheidt, Laufzeit: 120 Minuten

„Terminator: Dark Fate“ (VÖ: 05. März)

Im Jahr 2020 taucht ein Terminator aus der Zukunft des Jahres 2042 auf. Er ist hinter der Mexikanerin Dani (Natalia Reyes) her, was die ebenfalls aus der Zukunft stammende Soldatin Grace (Mackenzie Davis), die dank technischer Modifizierungen stärker als ein Mensch ist, verhindern will. Mittendrin: Sarah Connor (Linda Hamilton), von der Grace noch nie im Leben gehört hat, die aber seit Jahr und Tag Terminators jagt und den beiden Frauen hilft. „Terminator: Dark Fate“ unter der Regie von Tim Miller bietet Action auf ganz hohem Niveau, fast von der ersten Minute an. Arnold Schwarzenegger liefert eine furiose Abschiedsvorstellung mit einem Terminator ab, der anders und doch vertraut ist. Und Mackenzie Davis reißt gerade in Actionszenen den Film an sich.

Preis DVD: ca. 17 Euro

USA, 2019, Regie: Tim Miller, Laufzeit: 122 Minuten

„Maleficent: Mächte der Finsternis“ (VÖ: 27. Februar)

Fünf Jahre nach den Geschehnissen aus „Maleficent - Die dunkle Fee“ wollen Prinz Phillip (Harris Dickinson) und seine Geliebte Aurora (Elle Fanning) so schnell wie möglich heiraten. Das schmeckt Auroras Patentante Maleficent (Angelina Jolie) jedoch ganz und gar nicht. Noch dazu endet ein Abendessen bei Phillips Eltern in einem Fiasko. Mit dem Ergebnis, dass statt einer Vereinigung der Feenwelt und des Königreichs Ulstead schon bald ein Krieg droht, bei dem Maleficent und Aurora auf unterschiedlichen Seiten stehen. Inhaltlich fühlt sich „Maleficent: Mächte der Finsternis“ seltsam zusammengeschustert an. Immerhin liefert Regisseur Rønning mit schwindelerregenden Kameraflügen überzeugende Arbeit ab.

Preis DVD: ca. 15 Euro

USA, 2019, Regie: Joachim Rønning, Laufzeit: 114 Minuten

teleschau

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