Die Mittagsfrau

Katja Burkard verrät im Interview ihren peinlichen „Wat ne Schlampe“-Studiomoment 

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Seit 20 Jahren ist Katja Burkard Hauptmoderatorin von „Punkt 12“.

Katja Burkard ist seit 20 Jahren als Moderatorin das Mittags-Gesicht von RTL. Eine Wegstrecke, die verbindet: „'Punkt 12' ist meine zweite Familie.“

Kinder, wie die Zeit vergeht! „Es ist schon erstaunlich: Seit 25 Jahren ist 'Punkt 12' Teil meines Lebens“, stellt Katja Burkard zu ihrer eigenen Verwunderung fest. Rechnerisch ist das alles jedoch wasserdicht. Burkard begann als Reporterin bei der Sendung, machte Live-Schalten, war irgendwann Vertretung der Moderation, und vor 20 Jahren schließlich übernahm sie „Punkt 12“ als Hauptmoderatorin. 

Seit 1997 ist die heute 52-Jährige das Mittagsgesicht von RTL und hat dementsprechend schon diverse Höhen und Tiefen erlebt. Gefeiert wird das Jubiläum der Moderatorin wie auch das 25-jährige Bestehen der Sendung im Rahmen einer großen Jubiläumswoche von 29. Mai bis 2. Juni. Für die Zuschauer gibt es in dieser Zeit einiges zu gewinnen, treue Fans werden zu Hause besucht und dürfen in der Sendung per Live-Schalte zu Wort kommen. Natürlich feiert auch Katja Burkard gemeinsam mit ihrer Redakti: „Zum Geburtstag am 1. Juni werden wir richtig schön ein Fass aufmachen“, erklärt die Wahlkölnerin.

nordbuzz: Sie sind seit 20 Jahren Hauptmoderatorin von „Punkt 12“ - heißt das, Sie müssen seit 20 Jahren auf ein ordentliches Mittagessen verzichten?

Katja Burkard: Ja, das stimmt, wenn ich ganz ehrlich bin (lacht). Ich nehme mir jeden Tag etwas zum Essen mit in die Sendung, das habe ich meistens in einer Warmhaltebox. In solchen Behältern schmeckt aber nicht alles, deshalb habe ich fast immer das gleiche dabei: Pellkartoffeln mit Quark oder irgendwelche Currys mit Reis. Ich mache seit 20 Jahren also mehr oder weniger die gleiche Mittagsdiät. Meine Kollegen nennen die Box übrigens 'die Urne', weil's irgendwie so ähnlich aussieht. Klingt unappetitlich, aber es ist halt so furchtbar praktisch.

nordbuzz: Gab es denn schon Essens-Unfälle während der Sendung?

Burkard: Ja, ich esse schließlich vor allem in den Werbepausen. Und in der Zeit, in der ich noch nicht genau wusste, was da am praktischsten ist, habe ich mir einmal so einen Eiweiß-Shake mitgenommen. Der Klassiker: Ich habe ihn geschüttelt und der Deckel war noch offen. Ich war von oben bis unten voll mit dem Zeug, und natürlich hatte ich an dem Tag auch noch eine weiße Bluse an. Bei der nächsten Moderation musste ich mir meine Karten direkt vor die Brust halten, weil da drunter sah es wirklich schlimm aus (lacht). Damals habe ich mir geschworen, mir nie wieder einen Shake oder derlei mit in die Sendung zu nehmen.

nordbuzz: Man braucht als Moderatorin also einen guten Plan für die Mittagspause ...

Burkard: Ja. Morgens um 6 Uhr überlege ich mir, was ich zu Mittag esse. Und: Eigentlich ist es verboten, im Studio zu essen. Aber ich hab da so eine kleine Sondergenehmigung. Mein Magen knurrt sonst so laut, dass die Zuschauer das hören.

„Wir Fernsehleute leben davon, dass die Zuschauer uns mögen und dass wir irgendwie nahbar sind“

nordbuzz: Was ist Ihnen in 20 Jahren als Moderatorin sonst noch Peinliches passiert?

Burkard: Einmal hatten wir einen Beitrag zum Auftakt der Formel-1-Saison in Melbourne. Mein Team hatte die verrückte Idee, Jürgen Drews in ein Känguru-Kostüm zu stecken und in einem Känguru-Gehege rumhüpfen zu lassen. Als ich das sah, kriegte ich mich die ganze Sendung lang nicht mehr ein, weil die echten Kängurus sich so schön verdutzt angeguckt haben.

nordbuzz: Und dann gab es natürlich noch die berühmte Panne mit der Sängerin Kesha ...

Burkard: Genau, da hatten wir einen Beitrag, in dem sie erzählte, wie toll sie es findet, öffentlich auf Straßen Pipi zu machen. Ich dachte natürlich, mein Mikrofon ist zu, während der Beitrag läuft. Ich sagte im breitesten Kölsch: „Wat ne Schlampe.“ Hat man aber leider gehört.

nordbuzz: Wie reagiert man am besten, wenn einem so etwas in einer Live-Sendung geschieht?

Burkard: Ich glaube, ich habe mich gleich entschuldigt. Natürlich war mir das wahnsinnig peinlich. So etwas darf einfach nicht passieren. Alles, was man im Studio sagt, muss im Prinzip so sein, dass man es auch vor laufender Kamera sagen könnte. Unglaublich viele Kollegen meinten danach auch zu mir: „Oh Gott, Albtraum!“ Aber ich hab's überlebt (lacht).

nordbuzz: Was war das Schönste, das Ihnen während einer Sendung passiert ist?

Burkard: Das war an meinem 50. Geburtstag. In der Sendung kam überraschend ein Geburtstagsbeitrag von meiner Redaktion für mich. Da standen dann meine Mutter und meine Schwester und gratulierten mir. Gedreht wurde der Beitrag an dem Ort, an dem ich zur Welt gekommen bin. Das war so ergreifend und rührend, dass ich tatsächlich mit Tränen in den Augen im Studio stand.

nordbuzz: Sie sind seit 20 Jahren fast täglich im Fernsehen zu sehen. Gab es Momente in Ihrem Leben, in denen Sie sich gewünscht haben, dass keiner ihr Gesicht kennt?

Burkard: Nein. Wenn man jeden Tag zwei Stunden sein Gesicht auf dem Bildschirm hat, erkennen einen die Leute schon auf der Straße, aber mir ist da noch nie irgendwas Blödes passiert. Die fragen mich höchstens nach einem Autogramm oder heutzutage nach einem Selfie, gerne auch mal beim Einkaufen an der Wursttheke. Aber das ist ja nichts Böses. Mir fehlt da auch das Verständnis, wie man sich davon gestört fühlen kann. Wir Fernsehleute leben davon, dass die Zuschauer uns mögen und dass wir irgendwie nahbar sind.

nordbuzz: Sind Sie denn noch aufgeregt vor der Sendung?

Burkard: Eigentlich nicht. Außer, wenn Unvorhergesehenes passiert, sodass man alles, was man so schön geplant hat, in die Tonne kloppen kann, und eine Freestyle-Sendung machen muss. Breaking-News sind immer aufregend. Das macht den Job aber eben auch so spannend.

nordbuzz: Gibt es ein gewisses Ritual, mit dem Sie sich vorbereiten?

Burkard: Eigentlich nicht. Was aber ganz nett ist: Wenn ich in die Maske gehe und geschminkt werde, habe ich die ruhigsten Minuten meines Tages. Da passiert es mir tatsächlich öfter mal, dass ich dann auch noch so ein halbes Stündchen schlafe.

„ Ich habe das große Glück, dass ich früh zu arbeiten beginne, wenn meine Kinder noch selig schlafen“

nordbuzz: Feiern Sie das Jubiläum auch mit Ihren Kollegen?

Burkard: Klar, da gibt's ne große Fete. Zum Geburtstag am 1. Juni werden wir richtig schön ein Fass aufmachen.

nordbuzz: Gibt es Kölsch?

Burkard: Ich bin nicht so die große Biertrinkerin, aber an dem Tag mache ich gerne mal 'ne Ausnahme (lacht).

nordbuzz: Merken Sie Ihr Alter mehr an Sendejubiläen als an Geburtstagen?

Burkard: Wenn ich so darüber nachdenke, schon irgendwie mehr an den Jubiläen (lacht). Ich verbringe mehr Zeit am Tag mit den Kollegen, mit denen ich im Büro sitze, als mit meinem Mann. Das Schöne ist: Bei uns in der Redaktion gibt's keine besonders hohe Fluktuation, wir alle arbeiten schon sehr lange zusammen und kennen uns wirklich gut. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage: „Punkt 12“ ist meine zweite Familie.

nordbuzz: Wie bringen Sie die zwei Familien unter einen Hut?

Burkard: Ich habe das große Glück, dass ich früh zu arbeiten beginne, wenn meine Kinder noch selig schlafen. Dann versorgt sie entweder mein Mann oder unsere Kinderfrau. Wenn ich dann am Nachmittag nach Hause komme, kommen meine Kinder auch heim. „Punkt 12“ ist deshalb genial für mich, besser geht's gar nicht.

nordbuzz: Öfter mal was Neues: Sie hatten im Mai einen Gastauftritt bei „GZSZ“ - saßen Sie da abends gespannt vorm Fernseher?

Burkard: Ja, ich habe mir mit meinen Kindern die zwei Folgen angeschaut und für meine Mutter sogar aufgenommen. Meine Kinder fanden's richtig gut, und die sind normalerweise sehr kritisch. Als ich vor zwei Jahren bei „Let's Dance“ war, fanden sie es zum Beispiel gar nicht gut, dass ich meinem Tanzpartner an den Po fassen musste ...

tsch

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