Maxdome feierte in München Jubiläum und warf einen Blick in die VoD-Zukunft

Zum Jubiläum ein paar Experten

+
Maxdome wird zum Jubiläum persönlicher: Ab sofort helfen "Maxperten" unentschlossenen Kunden bei der Film-und Serienauswahl.

Seit inzwischen zehn Jahren mischt Maxdome im Streaming-Markt mit. Zum Jubiläum blickt der Anbieter zurück und deutet an, was er den großen Konkurrenten Amazon und Netflix in Zukunft entgegensetzen will.

Zehn Jahre Maxdome - wenn das kein Grund zum Feiern ist! Gemeinsam mit zahllosen Promis, Pressevertretern, Handelspartnern und (anderen) Freunden zelebrierte der Streaming-Anbieter aus dem Hause ProSiebenSat.1 in München das Jubiläum und präsentierte seine Vorstellung davon, wie "zukunftsweisendes Video-on-Demand" aussieht. Mit neuen Features führt Maxdome die Entwicklung der letzten Jahre konsequent fort.

Man sei kontinuierlich und wirtschaftlich gesund gewachsen, habe den Umsatz während der letzten soundsoviel Jahre verfünffacht, zuletzt diesen und jenen neuen Vertriebsweg erschlossen und biete inzwischen das "größte Content-Angebot" aller Wettbewerber in Deutschland: Die Maxdome-Geschäftsführer Marvin Lange und Filmon Zerai sowie ProSiebenSat.1-Vorstand Dr. Christian Wegner, die auf der Party wie auch beim vorangegangenen Pressegespräch das Präsentieren übernahmen, sind ziemlich stolz auf die letzten zehn Jahre.

Dürfen sie auch: Als Maxdome am 27. Juli 2006 an den Start ging, war etwa YouTube gerade mal ein Jahr alt, Video-on-Demand galt als Nerd-Zeugs und von vielen der heutigen Konkurrenten war damals noch nichts zu sehen. Maxdome ist, Stand heute, hinter Amazon und Netflix der drittstärkste Anbieter am deutschen Markt, mit aktuellen, als Kauf-VoD verfügbaren Blockbustern und einem Abo (7,99 Euro monatlich), das sich vor allem durch ein reichhaltiges Serienangebot auszeichnet. Und weil man den Podestplatz im immer härter umkämpften VoD-Segment nicht verlieren möchte, hat sich Maxdome etwas Neues ausgedacht: Ab sofort sieht man auf dem Portal neben der branchenüblichen Schwemme an Film- und Serien-Covern auch ein paar Gesichter. Sogenannte "Maxperten" sollen dem User bei der Titelauswahl helfen. Das neue Motto: "Entertainment für Dich".

Ausgeklügelte Algorithmen, auf Bewertungen anderer Kunden basierende Empfehlungen - alles schön und gut. Die besten Tipps, erklärt Filmon Zerai, "kommen aber immer noch von echten Menschen". Im Bereich des Musik-Streaming wurde Ähnliches bereits von Apple Music ausprobiert, im VoD-Markt stellt es tatsächlich ein Novum dar: Maxdome hat jetzt eine Redaktion. Thomas Weiß (ehemals "TV Digital", "Hörzu") hat um sich ein festes Team von fachkundigen Autoren installiert, die alle für sich ihre Spezialgebiete haben und dem User ihre persönlichen Hits aus dem Maxdome-Portfolio ans Herz legen. Was empfiehlt der Sci-Fi-Experte? Was die Fachfrau für Dramen und große Gefühle? Nicht auf den Inhalt kommt es bei ihren Rezensionen an, eher auf das Feeling. Schließlich, erklärt Zerai, sei das Film- und Serienschauen ja ein "hochemotionales Thema".

Um das Ganze noch etwas reizvoller und bunter zu gestalten, baut Maxdome außerdem auf prominente, regelmäßig wechselnde Gast-"Maxperten". Collien Ulmen-Fernandes etwa darf "Das Meer in mir" als ihren "absoluten Lieblingsfilm" vorstellen, Starkoch Nelson Müller empfiehlt - was auch sonst? - "Soul Kitchen", "Chocolat", "The Lunchbox" und "Jiro und das beste Sushi der Welt". Daneben präsentieren zum Start des Entertainment-Guides unter anderem auch Dr. Christine Theiss, Jochen Bendel, Stefanie Heinzmann, Jan Hahn und Monica Ivancan ihre Favoriten.

Inwieweit die Empfehlungen der Promis tatsächlichen ihren persönlichen Vorlieben entsprechen, sei dahingestellt, ist aber auch zweitrangig. Die Idee, den Service etwas mehr "menscheln" zu lassen und den Kunden "bei der Hand" zu nehmen, ist jedenfalls keine schlechte. Maxdome startete vor zehn Jahren, wie Marvin Lange rückblickend selbst erklärt, mit einer sehr "dunklen, technischen, maskulinen" Benutzeroberfläche. 2014 kam dann "das neue Maxdome" - heller, übersichtlicher, familienfreundlicher. Dass man jetzt noch ein paar nette Gesichter dazupackt, ist da nur konsequent und verschafft dem Streamingdienst vorerst so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal.

Aber: Eine Revolution sind die "Maxperten" nicht, und das Produkt werten sie im Kern auch nicht entscheidend auf. Mancher Kunde hätte sicherlich lieber die Einführung von Dolby-Atmos-Sound oder UltraHD-Streams gesehen, auf die man bei dem Münchener Unternehmen vorerst weiterhin verzichtet. Bei Amazon und Netflix wird ob des neuen Kuratierungs-Ansatzes jedenfalls niemand ins Schwitzen kommen. Das wissen die Maxdome-Verantwortlichen vermutlich selbst. Doch scheint ihnen durchaus bewusst zu sein, wie man die beiden übermächtigen Global Player wirklich ärgern könnte: Es soll bald, wurde vorsichtig angekündigt, die ersten exklusiven Maxdome-Inhalte geben, die man bei keinem anderen Anbieter wird finden können.

Man habe "ein konkretes Projekt im Auge", eine eigenproduzierte fiktionale Serie, zu der es "in den nächsten Wochen" nähere Infos geben werde. Was dahingehend am Ende herauskommt (die Idee einer Eigenproduktion stand schon früher einmal im Raum), bleibt abzuwarten. Ebenso, ob sich beim nächsten Jubiläum noch jemand daran erinnert, was eigentlich ein "Maxperte" ist. Dennoch: Maxdome scheint auch für die nächsten zehn Jahre gut aufgestellt.

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare