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Jan Hofers letzte „Tagesschau“: So emotional wurde es hinter den Kulissen

Locker und gelöst präsentierte sich "Tagesschau"-Sprecher Jan Hofer vor seiner letzten Sendung auf Social Media. Ein bisschen Nervosität war dann aber doch dabei.
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Locker und gelöst präsentierte sich „Tagesschau“-Sprecher Jan Hofer vor seiner letzten Sendung auf Social Media. Ein bisschen Nervosität war dann aber doch dabei.

Es war ein angemessener Abschied mit ganz viel Stil.

Nach 35 Jahren als Sprecher bei der „Tagesschau“ las Jan Hofer am Montag zum letzten Mal die Meldungen der 20-Uhr-Nachrichten vor. Zum Schluss der Sendung verabschiedete er sich von den Zuschauern, dankte seinem Team und nahm noch während des Redens seine rosa Krawatte ab. Anlässlich seines letzten Einsatzes um 20 Uhr streamte das Social Media Team der „Tagesschau“ live aus den Räumlichkeiten der deutschen Nachrichten-Institution und traf Jan Hofer vor seinem letzten großen Auftritt. Es ist ein ungewöhnlicher Blick hinter die Kulissen zwischen Redaktionsräumen und Studio.

Während Moderator André Steins den Zuschauern noch erklärte, dass der „Tagesschau“-Sprecher gerade verkabelt würde und wie die Regieanweisungen funktionieren, tauchte plötzlich der Mann des Abends neben ihm auf. Auffällig gelöst und mit der pinken Krawatte, die später noch eine besondere Rolle spielen sollte. Ob er das Outfit speziell für den Tag des Abschieds ausgesucht habe, wurde er gefragt. „Ne, das ist normale Uniform“, ließ der 68-Jährige wissen. Im Vergleich zu seiner Anfangszeit habe sich die Mode „dramatisch“ gewandelt. „Wenn man sich alte Bilder anguckt, da hat man Klamotten an, da will man gar nicht drüber nachdenken.“

Wie seine Vorbereitung dieser ganz besonderen „Tagesschau“-Ausgabe aussah? - „Die habe ich genauso gemacht wie immer, ich will ja auch eine ordentliche letzte Sendung abliefern.“ Die Frage, ob er sich die Worte des Abschieds vorher notiert habe, kann Hofer mit einem klaren „Ja“ beantworten, die Regie müsse schließlich Bescheid wissen. „Da kann man nicht einfach rumschwurbeln ohne Ende“, weiß der Routinier.

„Ich werde keine Albträume mehr haben“

Bei aller Routine-bedingter Lockerheit musste sich Hofer sieben Minuten vor seinem letzten Einsatz eingestehen: „Es ist ein bisschen mulmig.“ Gut 20 Minuten später war es geschafft. Im Vorfeld meinte Hofer bereits, er freue sich auf neue spannende Aufgaben. Und vielleicht auch auf besseren Schlaf? „Ich werde keine Albträume mehr haben, dass ich aus den Redaktionsräumen komme, und das Studio nicht finde“, freute er sich. „Ich habe mehr als die Hälfte meines Lebens hier verbracht. Das ist ein ganz schön lange Zeit“.

Was Jan Hofer sichtlich mehr emotional packte als der Abschied an sich, waren die kreativen Video-Grußbotschaften, die hauptsächlich - aber nicht nur - „Tagesschau“-Zuschauer eingeschickt wurden. Für eine Userin ist seine Stimme untrennbar mit der „Tagesschau“ verbunden, für einen im Ausland lebenden User gar ein „Stück Heimatgefühl“. Diese Grüße schienen etwas in Hofer auszulösen. „Das sind ja so Aussagen, die bekommt man nie mit. Das rührt einen auch“, gab er zu. Auch Sprecher-Kollegin Karen Miosga hat ein kleines Video beigesteuert: „Ich werde dich so vermissen, als stabile Säule, als Fels neben mir.“ Auch Sport-Moderator Christoph „Icke“ Dommisch sendete liebe Grüße. Der Schauspieler und Comedian Michael Kessler („Binge Reloaded“) schrieb: „Danke, Jan Hofer! Die Neutralität, Sachlichkeit und Seriosität der #tagesschau ist und bleibt einmalig.“

Noch während des Livestreams verabschiedeten sich unzählige Nutzer vom ehemaligen Chefsprecher und wünschten ihm alles Gute für die Zukunft.

teleschau

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