Scheidender Nachrichten-Chefsprecher

Jan Hofer verrät: So viel verdient man als „Tagesschau“-Sprecher

Am 14. Dezember wird Jan Hofer das Team der "Tagesschau" verlassen.
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Am 14. Dezember wird Jan Hofer das Team der „Tagesschau“ verlassen.

Eine Ära im deutschen Fernsehen geht zu Ende: 36 Jahre lang war Jan Hofer als Nachrichtensprecher der „Tagesschau“ tätig.

Nun wird der 68-Jährige in Rente gehen. Kurz bevor es so weit ist, war Hofer in der Podcast-Reihe „Entscheider treffen Haider“ des „Hamburger Abendblatts“ zu Gast. Mit dem Chefredakteur Lars Haider sprach er dabei über sein Leben als „Tagesschau“-Sprecher und die Bezahlung. Hofer warf einige persönliche Blicke in die Vergangenheit, aber auch die Zukunft.

Als Nachrichtensprecher der „Tagesschau“ unterliege man „einer großen, öffentlichen sozialen Kontrolle“, erklärte der scheidende Chefsprecher (seit 2004). Vor allem, was die Zuschauerpost anginge, müsse man sich ein „breites Kreuz zulegen, weil bei 14 Millionen Zuschauern eben nicht jeder nett ist“, fuhr er fort. „Die Reaktionen nicht persönlich zu nehmen, ist nicht einfach. Ich habe früher schlaflose Nächte deswegen gehabt. Man muss außerdem begreifen, dass man nie als eigenständige Person, sondern immer als Vertreter des Systems gesehen wird.“ Jeder, der die ARD oder die „Tagesschau“ ablehne, werde auch ihn als Sprecher ablehnen. „Im Zweifel“, schloss Hofer, „führst du einen Stellvertreter-Krieg“.

Jan Hofer über das „Tagesschau“-Honorar: „Reich werden kann man nicht.“

Diese dauerhafte Präsenz spiele für ihn auch bei der Bezahlung eine große Rolle: „Als Sprecher der 'Tagesschau' wirst du ja nicht dafür bezahlt, dass du um 20 Uhr vor der Kamera stehst. Du wirst dafür bezahlt, dass du an 365 Tagen 24 Stunden lang öffentlich für die 'Tagesschau' da bist.“ Er selbst sei schon etliche Male heimlich fotografiert oder von Menschen angesprochen worden. „Wenn Sie so wollen, sind wir 'Tagesschau'-Sprecher immer im Dienst, ob wir wollen oder nicht.“

Bezahlt würde man allerdings nur pro Folge. Das höchste Honorar gebe es für die 20-Uhr-Sendung: „Es liegt bei etwa 260 Euro“. Die übrigen Sendungen würden aber durchaus geringer bezahlt. Deshalb könne es sein, dass man für sechs Stunden Aufwand auch mal nur 300 Euro Honorar bekomme. „Insgesamt“, resümierte Hofer, „kann man von den Einnahmen als “Tagesschau„-Sprecher ordentlich leben, reich werden kann man nicht.“ Alles in allem entspreche sein Gehalt dem eines gut bezahlten Angestellten.

„Ich werde nicht aufhören zu arbeiten“

Zuletzt teilte Hofer noch einige persönliche Geschichten und Anekdoten aus seiner Karriere. Die lustigste handelte von der Moderatorin Verona Pooth, die mit Hofer und seiner Frau Phong Lan Hofer gut befreundet sei: „Eine Zeitschrift hatte ein Foto von Verona und meiner Frau veröffentlicht, auf dem beide ein rotes Kleid trugen. Und weil beide etwa gleich alt sind und die gleiche Haarfarbe haben, schloss der Journalist daraus, dass ich heimlich in Verona verliebt sei. Deshalb würde ich auch immer ihre Instagram-Posts liken, vor allem die Bilder, auf den sie besonders sexy aussehe ...“

Am kommenden Montag, 14. Dezember, wird Jan Hofer das letzte Mal die 20-Uhr-Nachrichten im Ersten verlesen. Ganz aus der Öffentlichkeit zurückziehen möchte sich der 68-Jährige aber nicht: „Ich höre bei der 'Tagesschau' auf, aber ich werde nicht aufhören zu arbeiten“, stellte er klar. Derzeit spreche er mit seinem Management darüber, ob er vielleicht einen Podcast machen solle. Er selbst höre sie sehr gerne. Sein derzeitiger Favorit sei der Podcast „Zärtliche Cousinen“.

teleschau

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