„Wer wird Millionär?“

20 Jahre „Wer wird Millionär?“ - 20 Fakten zum großen Jubiläum

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Damals und heute: Seit 20 Jahren moderiert Günther Jauch die Quiz-Show „Wer wird Millionär?“.

Seit nunmehr zwei Jahrzehnten wird bei „Wer wird Millionär?“ ums große Geld gequizzt. Wir feiern den 20. Geburtstag des TV-Dauerbrenners mit 20 informativen und mitunter ziemlich skurrilen Fakten.

Wir drehen die Zeit zurück: Es ist der 3. September 1999, RTL präsentiert ein neues Quizformat. Es hört auf den Namen „Wer wird Millionär?“, moderiert wird es von Günther Jauch - der Rest ist TV-Geschichte. 20 Jahre, 1.407 reguläre und 38 Promi-Ausgaben später gehört die Show noch immer zu den beliebtesten Formaten unter den bundesdeutschen Fernsehzuschauern. Woran liegt's? Nicht nur am Bildungsfaktor, sondern auch an der Interaktion zwischen Kandidaten und Moderator - Frotzeleien, süffisante Kommentare und skurrile Fragen errangen Kultstatus. Unvergessen sind auch die zahllosen Star-Auftritte in den Prominenten-Specials. Bevor RTL seinen Dauerbrenner am Montag, 2. September, 20.15 Uhr, mit einem XXL-Special zum großen Jubiläum würdigt, präsentieren wir neben wissenswerten Fakten rund ums Format auch die lustigsten und kultigsten Momente aus 20 Jahren „WWM“.

Promi-Power

Wer wurde Millionär? Schon 14-mal konnten sich Kandidaten zu Millionären krönen: elf „Normalsterbliche“ und die drei Promis Oliver Pocher, Thomas Gottschalk und Barbara Schöneberger. Den höchsten je ausgezahlten Betrag sahnte die Kandidatin Nadja Sidikjar ab. Im zweiten Jackpot-Special setzte sie alles auf eine Karte und gewann 1.538.450 Euro - kurioserweise musste sie dafür noch nicht einmal die eigentliche Millionenfrage beantworten!

Der Duden ruft: Drei „WWM“-Begriffe haben es schon in den Duden geschafft: Seit 2006 kann man dort „Telefonjoker“, „Fifty-fifty-Joker“ und „Publikumsjoker“ nachschlagen. „Millionenfrage“ steht allerdings noch nicht im Wörterbuch - das wusste auch Anke Engelke, die eine entsprechende 125.000-Euro-Frage in einem Promi-Special aus dem Jahr 2007 korrekt beantwortete.

Besuch aus Grevenbroich Ein legendärer Auftritt: Der Comedian Hape Kerkeling nahm im Mai 2006 am Prominenten-Special von „WWM“ teil - allerdings verkleidet als sein Alter Ego Horst Schlämmer, seines Zeichens „stellvertretender Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblatts“. Nachdem er mit Jauch einen Schnaps getrunken und den Moderator sogar geküsst hatte, schnappte er ihm anschließend den Platz weg: Schlämmer stellte Jauch die Millionenfrage! Der Moderator musste passen, doch immerhin kamen am Ende 500.000 Euro für die „Deutsche AIDS-Stiftung“ zusammen.

Auf der Suche nach der Kanzlerin Weil Wolfgang Bosbach im Promi-Special vom Juni 2014 an einer DDR-Frage zu scheitern drohte, gewährte ihm Günther Jauch Partei-Unterstützung: Bosbach durfte bei der Bundeskanzlerin anrufen - sozusagen als Sonder-Telefonjoker. Allerdings war Angela Merkel nicht zu erreichen. Bosbach stieg mit 125.000 Euro aus, weil ihm auch Maybrit Illner nicht weiterhelfen konnte. Ganz am Schluss meldete sich Merkel dann doch noch - via SMS: „OK was auch immer es war herzliche Grüße am.“

Skandalös!

Im Visier der Polizei 125.000 D-Mark ergatterte einst ein Barkeeper aus der Hansestadt Hamburg im Oktober 2000. Überschattet wurde die Erfolgsgeschichte jedoch im Nachhinein: Die Polizei entdeckte 1,7 Kilogramm Haschisch bei dem Ex-Kandidaten. Wegen Drogenbesitzes wurde gar ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eröffnet.

Nobody's perfect! Manchmal schleicht sich sogar bei der „WWM“-Redaktion der Fehlerteufel ein. Sechsmal kam es schon zu strittigen Fragen, die im Nachhinein medial breit diskutiert worden. Zum ersten Mal im Zusammenhang mit dieser Frage im Januar 2003: „Jedes Rechteck ist ein ...?“ Die Antwortmöglichkeiten lauteten: Rhombus, Quadrat, Trapez und Parallelogramm. Dumm nur, dass sowohl Trapez als auch Parallelogramm korrekt waren. Die Kandidatin stieg aus, durfte kurze Zeit später aber erneut zur 16.000-Euro-Frage antreten.

Wer bin ich? Auch wenn die Verlockung noch so groß ist: Wer einmal bei „WWM“ auf dem Stuhl saß, der darf nie wieder um die Million quizzen. Dieses „Hausverbot“ wollte ein Kandidat jedoch umgehen, indem er sich unter falschen Angaben erneut anmeldete. Und siehe da: Er schaffte es auf den Stuhl, machte die 500-Euro-Schmach seines ersten Antritts wieder wett und ergatterte 64.000 Euro. Erhalten hat er das Geld jedoch nicht. Ein Zuschauer erkannte den Betrüger und „petzte“ bei RTL - Lügen haben kurze Beine!

Zufall? Dezember 2006: Jauch stellt eine Frage, in der es um ein körpereigenes Antifaltenmittel geht. Eigentlich kein Problem, wäre da nicht diese Werbung im Anschluss, die ein Produkt bewarb, in der genau dieser Wirkstoff vorkam. Hinterher hagelte es Beschwerden! Die Niedersächsische Landesmedienanstalt wurde mit dem Fall betraut und kam zum Schluss, dass der Vorfall zwar kurios, jedoch keineswegs Schleichwerbung sei.

Husten verboten Im Februar 2002 witterte die „Bild“ einen Skandal: Ein Redakteur glaubte, dass eine Kandidatin nur deshalb ihre 500.000-Euro-Frage richtig lösen konnte, weil sie über zwei Huster aus dem Publikum auf die korrekte Antwort b) hingewiesen wurde. RTL zeigte sich von den Mogelvorwürfen unbeeindruckt und setzte fortan ein „Husten-Protokoll“ in Kraft: Das Saalpublikum wird kostenlos mit Bonbons versorgt und Dauerhuster müssen nach draußen gehen. Offenbar spendierte RTL seitdem schon mehr als eine Tonne Hustenbonbons!

Fakten, Fakten, Fakten

Geldregen: 115.203.000 Euro (Stand: Mai 2019) sind bislang bei „WWM“ erspielt worden - und die Prominenten-Specials sind dabei noch nicht mal miteingerechnet. Unterm Strich wurden also pro Episode sage und schreibe 82.000 Euro ausgezahlt.

Hartnäckigkeit wird belohnt Um einmal die Chance zu haben, bei Günther Jauch um die Million zu quizzen, nehmen die Bewerber ziemlich viele Rückschläge in Kauf: Ein oberbayrischer Rentner schaffte es erst bei Versuch 3.899 in die Show - und glücklicherweise auch auf den Quiz-Stuhl. 18 Jahre lang hatte er es zuvor erfolglos probiert ...

Geduld! Auch die Plätze im „WWM“-Publikum sind heiß begehrt. Nach aktuellem Stand müssen Interessenten rund vier Jahre warten, bis sie Tickets über die Produktionsfirma endemolshine erwerben können.

Doppelfunktion „Wer wird Millionär“ gibt's weltweit in sämtlichen nationalen Ausführungen. Überraschenderweise beanspruchen unsere österreichischen Nachbarn dafür aber kein eigenes Studio: „Die Millionenshow“ wird genau wie „Wer wird Millionär?“ in einem TV-Studio bei Köln aufgezeichnet.

Liebe gewinnt

Romantik pur Ein Kandidat hielt im Februar 2019 in der Show um die Hand seiner Freundin an - per Telefon! Die Angebetete reagierte jedoch völlig perplex und witterte einen dummen Scherz. Da musste Jauch den Amor spielen: Er versicherte der Dame, dass der Antrag echt sei. Erst dann war sie überzeugt und willigte ein. Lachend erklärte sie: „Wenn ich dann eine Spülmaschine bekomme, mache ich mit!“

Alles für den Herrn Von den 125.000 Euro, die ein katholischer Priester aus Bayern im Februar 2002 erspielte, investierte er eine große Summe in ein besonderes Projekt: die Renovierung seiner Kirche! 50.000 Euro machte er locker, um das Haus des Herrn wieder auf Vordermann zu bringen.

Liebe deinen Nächsten Noch spendabler zeigte sich derweil ein evangelisch-methodistischer Pastor im Mai 2011. Nachdem auch er 125.000 Euro einheimste, spendete er nahezu den gesamten Betrag an eine notleidende Familie. Das ist Nächstenliebe!

Einmal ein Filmstar sein Schon immer dienten die gewonnenen „WWM“-Beträge zur Erfüllung von Lebensträumen. Einer der kuriosesten war sicherlich dieser: Nachdem ein Kandidat im August 2003 insgesamt 64.000 Euro erspielt hatte, kaufte er sich mit einem Teil der Summe in einen Bollywoodfilm ein. Wie viel er für seine Rolle hinblättern musste, ist allerdings nicht bekannt.

Kluge Köpfe

Weisheit kommt im Alter Nicht verzagen, Papa fragen: Bei der Beantwortung einer Frage ließ sich ein Kandidat im März 2016 via Telefonjoker von seinem 101-jährigen Vater helfen. Der clevere Senior wusste natürlich die Lösung und ging als ältester Telefonjoker in die „WWM“-Historie ein.

Promi-Comeback Der Philosoph Richard David Precht saß schon zweimal gegenüber von Günther Jauch - einmal als Normalo im November 2003 und einmal als Promi 14 Jahre später, nachdem er unter anderem als Buchautor („Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?“) ins mediale Rampenlicht vorgerückt war.

Upsi! Günther Jauch gilt als kluger, gewitzter und charismatischer Moderator. Doch auch dem Entertainment-Routinier unterlaufen manchmal noch Fehler. So beispielsweise im März 2017 als er sich bei der 2.000-Euro-Frage nach der gesuchten Protagonistin des Howard-Carpendale-Songs „Tür an Tür mit Alice“ derart verplapperte, dass er der Kandidatin die Lösung versehentlich auf dem Silbertablett servierte. „Ah, ich Depp!“ - diese Erkenntnis kam leider zu spät!

teleschau

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