Als DVD, Blu-ray und Video-on-Demand

„Jackie“ fürs Heimkino: Nur nicht vergessen werden

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Ursprünglich hätte Rachel Weisz die Hauptrolle in „Jackie“ spielen sollen. Natalie Portman übernahm letztendlich und erhielt dafür auch die Oscarnominierung als beste Hauptdarstellerin.

Es sind nur wenige Tage aus dem Leben von Jacqueline Kennedy Onassis, die sich Pablo Larraín für „Jackie“ herausgepickt hat. Natalie Portman macht sie zum Erlebnis.

„Entschuldigung, wissen Sie, wer James Garfield war“, fragt Jackie Kennedy zaghaft ihren Chauffeur, „oder William McKinley?“ Der Fahrer verneint. Doch Abraham Lincoln, den kennt er. Die First Lady weiß nun, was sie wissen muss, was sie zu tun hat. Denn James A. Garfield und William McKinley waren US-Präsidenten, die im Amt erschossen wurden. Wie Abraham Lincoln. Und ihr eigener Mann vor wenigen Stunden. Noch immer unter Schock ahnt die frisch Verwitwete, dass die Entscheidungen, die sie nun treffen muss, ausschlaggebend dafür sein werden, ob und wie sich das amerikanische Volk an John F. Kennedy erinnern wird. Diese Tage der Entscheidung sind es, die Regisseur Pablo Larraín im dreifach oscarnominierten Drama „Jackie“ (2016, nun fürs Heimkino erhältlich) am meisten interessieren.

Biopic wäre das falsche Wort für diesen Film über Jacqueline Kennedy, dafür ist die Zeitspanne, die er umfasst, schlicht zu kurz. Es sind die Tage zwischen der Ermordung und der Beerdigung John F. Kennedys, die er in den Fokus rückt, die Tage zwischen dem 22. und 25. November 1963.

Um zu verdeutlichen, wie sehr sie Jackie Kennedy (Natalie Portman) veränderten, wählte Regisseur Pablo Larraín noch zwei zusätzliche Fixpunkte für seinen prachtvoll ausgestatteten Film: Zum einen bettet er die Handlung in ein Interview ein, das ein Reporter (Billy Crudup) etwa eine Woche nach dem Attentat mit der Witwe führte. Das Gespräch ist der Anlass, die dramatischen Ereignisse der vorausgegangenen Tage Revue passieren zu lassen. Dabei kommt die Rede auch auf ein Fernsehereignis aus dem Vorjahr, das dem Zuschauer fortan in nachgedrehten Einsprengseln immer wieder die „alte“ Jackie Kennedy zeigt: ihre Führung durch das Weiße Haus, die am 14. Februar 1962 von CBS gesendet wurde.

Der stetige Wechsel zwischen den Zeitebenen macht „Jackie“ zu einem Film, der viel Konzentration und auch ein wenig Aufgeschlossenheit erfordert. Er erlaubt Pablo Larraín jedoch auch, die vielen verschiedenen Seiten dieser oft porträtierten Frau zu zeigen, der man so nah im Film noch nie gekommen ist. Den Wechsel zwischen jenen Facetten, den Übergang von der „alten“ naiven zur „neuen“ selbstsicheren Jackie, meistert Natalie Portman mit Bravour. Ihr Spiel und Larraíns gut durchdachte Inszenierung lassen den Druck nachfühlen, unter dem die kühle Schönheit nach dem Tod ihres Mannes stand, fest entschlossen, ihm seinen Platz in der Geschichte zu sichern.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

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