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Der imaginäre Freund Adolf: Das sind die DVD-Highlights der Woche

Adolf Hitler (Taika Waititi, links) hilft dem Hitlerjungen Jojo (Roman Griffin Davis), Mut zu fassen.
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Adolf Hitler (Taika Waititi, links) hilft dem Hitlerjungen Jojo (Roman Griffin Davis), Mut zu fassen.

„Jojo Rabbit“, „Bombshell - Das Ende des Schweigens“ und „Mein Ende. Dein Anfang“: Das sind die DVDs und Blu-rays der Woche.

Darf in Deutschland über Hitler gelacht werden? Dürfen Deutsche über ihre Geschichte lachen? Können Deutsche überhaupt lachen? „Don't mention the war“, witzelte einst John Cleese in „Fawlty Towers“, als deutsche Gäste in seinem chaotischen englischen Hotel herumsaßen und eigentlich nur Urlaub machen wollten. Ohne die Last der Schuld ist es viel einfacher, sich ausgiebig lustig zu machen. Das tut auch Taika Waititi mit großer Lust. Sein grandioser Film „Jojo Rabbit“ basiert auf dem Roman „Caging Skies“ der neuseeländisch-belgischen Schriftstellerin Christine Leunens und erzählt die Geschichte des zehnjährigen Jojo „Rabbit“ Betzler (Roman Griffin Davis), eines kleinen, süßen Hitlerjungen. Für die gelungene Adaption gewann „Jojo Rabbit“ in diesem Jahr den Oscar. Nun erscheint der Film neben dem ebenfalls Oscar-prämierten Film „Bombshell - Das Ende des Schweigens“ und dem Liebesdrama „Mein Ende. Dein Anfang“ auf DVD und Blu-ray.

„Jojo Rabbit“ (VÖ: 9. Juni)

Jojo „Rabbit“ Betzler (Roman Griffin Davis) ist ein kleiner Junge, der der Ideologie der Nazis hinterherrennt und sich dafür durch den Wald jagen lässt. Mittendrin und immer dabei ist Hitler (Taika Waititi, „Thor: Tag der Entscheidung“), Jojos imaginärer Freund. Er steht dem kleinen Jungen zur Seite, er gibt ihm Ratschläge und feuert ihn an, denn Jojo ist nicht immer so mutig, wie er gerne wäre. Buddy Adolf hingegen ist ulkig, albern und in absurder Weise lustig. Doch als sich herausstellt, dass Jojos kommunistische Mutter (Scarlett Johansson) ein jüdisches Mädchen (Thomasin McKenzie) im Haus versteckt, beginnt Jojo seine Ideologie zu hinterfragen. „Jojo Rabbit“ ist eine wunderbar skurrile Komödie. Scarlett Johansson gibt die kommunistische Domina überzeugend, lasziv und grandios selbstbewusst.

Preis DVD: circa 13 Euro

USA, 2019, Regie: Taika Waititi, Laufzeit: 108 Minuten

„Bombshell - Das Ende des Schweigens“ (VÖ: 4. Juni)

„Bombshell - Das Ende des Schweigens“ erzählt, wie Roger Ailes, phänomenal von John Lithgow gespielt, 2016 der sexuellen Belästigung angeklagt wurde. Unter seiner Ägide herrschte beim Nachrichtensender Fox News jahrelang ein Klima der sexuellen Gewalt und Einschüchterung. Nachdem der Chef die ehemalige Starmoderatorin Gretchen Carlson (Nicole Kidman) feuerte, entschloss sie sich, Ailes wegen sexuelle Belästigungen anzuklagen. Carlson ist zunächst Einzelkämpferin, doch in ihrer Kollegin Megyn Kelly (Charlize Theron) findet sie eine bekannte Mitstreiterin. Nach und nach schließen sich immer mehr Frauen der Klage an. Filme wie „Bombshell“ kann es nicht genug geben. Dafür ist das Thema zu wichtig, dafür hat sich trotz #MeToo zu wenig geändert. Leider nimmt sich der Film zu wenig Zeit für seine Figuren, ist ungenau und einfach viel zu kühl.

Preis DVD: circa 13 Euro

USA, 2019, Regie: Jay Roach, Laufzeit: 106 Minuten

„Mein Ende. Dein Anfang“ (VÖ: 4. Juni)

In der U-Bahn treffen Nora (Saskia Rosendahl) und Aron (Julius Feldmeier) erstmals aufeinander. Die beiden verlieben sich und werden rasch zum Paar. Doch schon kurze Zeit später kommt Aron bei einem Banküberfall ums Leben. Noras Leben gerät komplett aus den Fugen. Zufällig lernt sie einen neuen jungen Mann kennen. Natan (Edin Hasanovi?) trägt seine eigenen großen Probleme vor sich her. Seine Ehe ist unglücklich, seine kleine Tochter ist schwer krank. Trotzdem ist er ein Typ, dem sich Nora anvertrauen kann. Er ist sanft, tröstend - und weiß deutlich mehr, als er erzählt. „Mein Ende. Dein Anfang“ spielt gekonnt mit Irritationen und mit der Herausforderung ans Publikum, sich seinen eigenen Reim auf Handlungsstränge zu machen, die vieles offenlassen und nicht immer klar zu durchschauen sind.

Preis DVD: circa 14 Euro

D, 2019, Regie: Mariko Minoguchi, Laufzeit: 111 Minuten

teleschau

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