Mittwoch, 24. Januar

Dokumentarfilmer Ashwin Raman zeigt unmittelbare Eindrücke vom Kampf gegen den IS

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Eine Stadt in Trümmern und Staub: Kämpfer auf den Straßen Rakkas.

Ashwin Raman ist einer der letzten aktiven, klassischen Kriegsreporter. In Syrien und im Irak hat er nun Bilder und Stimmen derer gesammelt, die gegen die letzten Bastionen des IS kämpfen.

Zu weichgespült seien ihm die Beiträge zu Kriegs- und Krisengebieten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, hat Ashwin Raman einmal gesagt. Er will nicht nur die geopolitischen und militärischen Hintergründe bewaffneter Konflikte aufdecken, sondern auch den Leidtragenden und Kämpfenden eine Stimme geben. Das Wirken und Schaffen des indischstämmigen, deutschen Journalisten und Filmemachers, ist von einem tiefen Humanismus beseelt. Er selbst bleibt stets nüchtern, zurückhaltend, spielt sich nie in den Mittelpunkt. Macht sich als Ein-Mann-Team nahezu unsichtbar inmitten von Chaos und Gewalt, um Bilder einzufangen, die sonst niemand zeigt. Immer mittendrin, immer unter Gefahr für Leib und Leben, doch stets besonnen und niemals ein Adrenalinjunkie: „Keine Geschichte ist größer als mein Leben“, lautet sein Credo. Ramans neueste Reportage „Im Kampf gegen den IS - Ist das Kalifat am Ende?“ ist am heutigen Montag, 18. Dezember, um 21.00 Uhr, bei ZDFinfo zu sehen. Das ZDF strahlt den Beitrag am Mittwoch, 24. Januar, 00.45 Uhr, als Teil der Reihe „auslandsjournal“ aus.

Um jedes Dorf und jedes Haus wird in den finalen Kämpfen gegen den IS im Irak und in Syrien gefochten. Die Leidtragenden sind die Zivilisten, die inmitten der Gefechte ums Überleben kämpfen. Ashwin Ramans neue Dokumentation bietet ein eindringliches Porträt dieser vermeintlich letzten Auseinandersetzung gegen den so genannten Islamischen Staat. Er lässt unter anderem einen Deutschen aus der Nähe von Stuttgart zu Wort kommen, der aufseiten der kurdischen Miliz gegen den IS kämpft. An vorderster Front schildert Raman den gefährlichen Kriegsalltag im syrischen Rakka, den er Seite an Seite mit den kurdischen Kämpfern hautnah miterlebt.

Im irakischen Mossul zeichnet der 71-jährige Reporter ein differenziertes Bild des Krieges zwischen der irakischen Armee und den Kämpfern des IS: Er klammert die Gräueltaten auf beiden Seiten nicht aus und verweist auf die Komplexität und Undurchschaubarkeit des Konflikts, in dem einzelne kämpfende Parteien und Ideologien immer schwerer voneinander zu trennen sind. Indem er auf die verworrene politische Lage aufmerksam macht, gelingt es dem renommierten Dokumentarfilmer, ein authentisches Bild der Gesamtlage zusammenzufassen. Umgeben von Leid, Chaos und Zerstörung, schafft Ashwin Raman es mit seiner Kamera, einen Überblick zu wahren.

Ehrlich, nüchtern und versiert zeigt der Grimme-Preisträger Zusammenhänge und Widersprüche auf. Den Fokus legt er dabei stets auf die Menschen. Die Unmittelbarkeit seiner Bilder hat er der Tatsache zu verdanken, dass er als Einzelperson inmitten der Gefechte mit seiner kleinen Handkamera kaum auffällt, wodurch es ihm gelingt, nicht zur Zielscheibe zu werden. Dennoch: Die Risiken seiner Arbeit sind unbestreitbar. Ebenso wie die journalistische Akkuratesse und der tief empfundene Humanismus in seinem neuesten Werk. Auch wenn eine vollständige Evaluation und Dokumentation der Ereignisse schlichtweg unmöglich ist: Der Vollblutjournalist präsentiert eine kritische und kluge Auseinandersetzung mit einem schwierigen Thema. Sein hehres Ziel hat er damit erreicht: Er gibt den Menschen vor Ort eine Stimme.

teleschau

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