Jetzt fürs Heimkino

Filmkritik: „Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand"

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„Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand“ begibt sich auf die Jagd nach einer Limonanden-Rezeptur, die Reichtum verheißt.

Das Drogengeld aus dem ersten Abenteuer ist verprasst, nun soll eine legendäre Limonade reich machen. Der mittlerweile hunderteinjährige Allan begibt sich auf die Jagd nach der Rezeptur.

Wie wär's? Wir haben doch noch nie? Wollen wir's nicht versuchen? So inständig bittet Allans alte Berliner Freundin Amanda (Erni Mangold) um den Beischlaf. Schon um der Werbung zu widerstehen, ist der hunderteinjährige Allan (Robert Gustafsson) eigentlich zu müde. Amüsant und empathisch zugleich greift die bald sanfte, bald makabere Komödie „Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand“ (2016, nun fürs Heimkino erhältlich) das Tabuthema Sex im hohen Alter auf. Und unterstreicht die „Es ist nie zu spät“-Philosophie, die der Fortsetzung von „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ ihren Kern gibt.

Ein Jahr ist vergangen. Allan und seine Freunde leben noch auf Bali. Aber das Geld aus dem Drogendeal, das ihnen in die Hände gefallen ist, ist ausgegeben. In Bademänteln schleichen sich Allan, Julius (Iwar Wiklander), Geddan (Jens Hultén) und das Äffchen Erlander aus dem Hotel, dessen Rechnung sie nicht mehr begleichen können. Zumindest haben sie einen Plan, wie es weitergehen könnte: Die Volksbrause aus dem untergegangenen Sowjetreich, die Allan in seiner Zeit als Doppelspion schätzen gelernt hat, könnte ein Verkaufsschlager werden und ihnen ein neues Vermögen bescheren. Wenn sie denn die Rezeptur hätten ...

Auf der Suche danach kehren Allan und sein Anhang ins heimatliche Schweden zurück, doch schon bald verschlägt es sie nach Berlin und Moskau. Dabei sind sie nicht die Einzigen, die an dem Gebräu interessiert sind: Die CIA hat zwei Agenten nach Schweden geschickt, die den Verbleib der Volksbrause und Geddans mögliche Verwicklung in einen Terroranschlag prüfen sollen.

Auch ohne Romanvorlage von Bestsellerautor Jonas Jonasson bieten das Drehbuch und die Regie der Brüder Felix und Mans Herngren ein solides Roadmovie mit wohldosierten burlesken Einlagen. Die rasende Geschwindigkeit des Äffchens Erlander, Star aus „Fluch der Karibik“, kontrastiert wirkungsvoll mit der Gebrechlichkeit und Mühseligkeit, mit der sich Allan fortbewegt. Wenngleich erzählerisch nicht in allen Details nahtlos der Anschluss an den vorherigen Film gelingt, so feiert auch die Fortsetzung in ihrer Mischung aus Fantasie und Realitätsnähe das Leben und die Gemeinschaft mit Freunden als Abenteuer für jedes Alter. Prosit!

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

teleschau - der mediendienst GmbH

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