Joker MacLaine

Hollywood-Legende Shirley MacLaine kommt mit „Zu guter Letzt“ ins Heimkino

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Bei dem Versöhnungsgespräch mit ihrer Tochter hat Harriet (Shirley MacLaine, links) allen Grund erleichtert zu lachen. Ihre Begleiterin Anne Sherman (Amanda Seyfried) hat sie so noch nie gesehen.

Die 82-jährige Hollywood-Legende Shirley MacLaine glänzt in der leider nicht rundum gelungenen Komödie „Zu guter Letzt“.

„Habe ich gerade meinen Job an eine hundertjährige Oma verloren?“, stöhnt die junge Radiomoderatorin in der Komödie „Zu guter Letzt“ (2017, nun fürs Heimkino erhältlich) von Mark Pellington. Tja, das kann schon passieren, wenn besagte Oma eine unglaubliche Strahlkraft hat, da sie von der grandiosen Shirley MacLaine verkörpert wird. Durfte man im Film schon unzähligen sturen, alten Männern bei ihrer späten Entwicklung zum Menschenfreund zusehen, steht nun eine betagte Dame im Fokus, die zeit ihres Lebens gute Gründe hatte, in einer männerdominierten Welt ihren Willen durchzusetzen.

Nach einem Selbstmordversuch wird der 80-jährigen Harriet (Shirley MacLaine) plötzlich klar, dass sie sich vor ihrem Ableben eigentlich noch um einen glorreichen Nachruf auf sie kümmern müsste. Also setzt die vermögende Lady bei der „Bristol Gazette“ durch, dass deren für die Nachrufe zuständige Autorin Anne Sherman (Amanda Seyfried) auch ihren verfassen muss.

Schon bald stößt die junge Journalistin bei ihrer Recherche auf heftige Reaktionen: Niemand will auch nur ein einziges gutes Wort über den exzentrischen, alten Drachen verlieren. Rasch analysiert Harriet wiederum die Lage. Vier Dinge machen ihrer Meinung nach einen gelungenen Nachruf aus: eine von Herzen trauernde Familie, (Ex)-Kollegen, die einen bewundern, sowie ein benachteiligter Mensch, dessen Leben man positiv beeinflusst hat. Nicht zu vergessen eine sogenannte „Wildcard“, etwas ganz Individuelles, das einen von anderen abhebt.

Zunächst macht sie sich mit Anne im Schlepptau daran, in einem Heim für schwer erziehbare Kinder jemanden zu finden, den sie von ihrer Lebensweisheit profitieren lassen kann. Ihre Wahl fällt auf Brenda (AnnJewel Lee Dixon), ein schwarzes Mädchen mit einem vergleichbar starken Willen wie Harriet. Die kleine Rebellin fügt sich wunderbar in das drei Generationen umfassende Frauentrio ein - ihr gemeinsames Bad im Mondschein wird so manchem Zuschauer noch länger in Erinnerung bleiben. Auch die unvermeidliche Aussprache Harriets mit ihrem Mann (Philip Baker Hall) und ihrer Tochter birgt einige Momente in sich, die mit Drehbuchschwächen und klischeehaften, unglaubwürdigen Szenen an anderer Stelle versöhnen.

Die „Wildcard“, die Harriet für sich entdeckt, ist schließlich zugleich der Joker des Films: Wenn die schrill aufgetakelte Harriet in einer alternativen Radiostation ihre alten Vinylplatten auflegt, bekommt der Film eine Retroenergie, die den Zuschauer zu guter Letzt beschwingt aus der Haustüre heraustanzen lassen möchte.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

teleschau

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