Eine umfassende ZDF-Studie zeigt: Der Osten hat aufgeholt, der Süden liegt vorne

Hier lebt es sich am besten

+
In der Ruhe liegt die Kraft: Am Starnberger See zu sitzen, ist das eine - dort zu leben, aber noch mal etwas ganz anderes. Glücklich offenbar, wer es sich leisten kann. In der Umfrage nach den lebenswertesten Regionen Deutschlands landete der Landkreis Starnberg weit vorne, auf Platz drei.

Eine Studie im Auftrag von „ZDFzeit“ ging der Frage nach: „Wo lebt es sich am besten?“. Die Gewinner befinden sich vor allem im Süden.

München, Heidelberg, Starnberg: Das sind die „Gewinner“ einer exklusiven Studie im Auftrag von „ZDFzeit“. Gefragt wurde in einer repräsentativen Umfrage, in welchen Städten und Landkreisen es sich in Deutschland am besten leben lässt. Für die Erhebung des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos waren amtliche Statistiken ebenso ausgewertet worden wie Daten zu Grundbedürfnissen wie Gesundheit, Wohnen, Versorgung, Arbeit, Sicherheit oder Freizeit. Demnach kam die Bayerische Landeshauptstadt München im Gesamtranking auf 207 von 300 möglichen Punkten.

Wo Gewinner sind, gibt es allerdings auch Verlierer. Duisburg, Herne und Gelsenkirchen bilden die Schlusslichter der 401 Kreise und Städte, deren Lebensverhältnisse in 53 verschiedenen Kategorien untersucht wurden. Auf dem letzten Platz landete Gelsenkirchen - die Stadt im zentralen Ruhrgebiet erreichte aber immer noch 109 Punkte. Gelsenkirchen erzielte durchaus gute Bewertungen - beispielsweise beim Kulturangebot und bei der Frage nach bezahlbarem Wohnraum. Der eigentliche Sieger München hingegen steht laut Studie vor enormen Herausforderungen: Der Wohnraum sei zu teuer, es gäbe zu wenige Kindergarten-Plätze und die Luftqualität sei eher schlecht.

Insgesamt macht die Studie jedoch eindeutig ein Nord-Süd-Gefälle bei den Lebensverhältnissen sichtbar. Die Regionen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen erreichen zusammengenommen im Schnitt 177 Punkte, nordwestdeutsche Regionen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein nur 152. Das sind 25 Punkte Unterschied. Der Unterschied zwischen West und Ost beträgt hingegen nur drei Punkte.

Sorgen bereiten die ländlichen Regionen, die weiter entfernt von städtischen Zentren sind. Sie leiden in Ost und West vor allem unter einem anhaltenden Bevölkerungsschwund. Besonders hart trifft es etwa den Landkreis Nienburg in Niedersachsen, die Uckermark in Mecklenburg-Vorpommern oder den Vogelsbergkreis in Hessen.

„So etwas Aussagekräftiges hat es bisher noch nicht gegeben. Noch nie wurden die äußeren Lebensumstände in allen 401 Regionen in Deutschland so umfänglich gemessen“, sagt Prognos-Chef Christian Böllhoff gegenüber heute.de über die Ergebnisse der umfangreichen Untersuchung. „Insgesamt waren es 53 Kriterien in den Bereichen Arbeit und Wohnen, aber auch Sicherheit und Gesundheit sowie Freizeit und Natur.“ Mehr als zehn Forscher seien daran beteiligt gewesen. Böllhoff betont: „Uns hat am meisten überrascht, wie gut ostdeutsche Städte abschneiden: Potsdam, Dresden, Jena, Weimar. Viele ostdeutsche Städte sind im vorderen Feld. Diese Städte haben sicherlich in den vergangenen Jahren davon profitiert, dass dorthin viele Investitionen geflossen sind. Man hat dort inzwischen ein gutes Kultur- und Freizeitangebot, und vielerorts ist Wohnen günstiger als im Westen.“

Und das sind die Top-Ten: München (Stadt), Heidelberg, Starnberg (Landkreis), Potstdam, Garmisch-Partenkirchen, München (Landkreis), Miesbach, Oberallgäu, Bad Tolz-Wolfratshausen, Ulm (Universitätsstadt).

Eine Zusammenfassung nach der Frage „Wo lebt es sich am besten?“ ist zu sehen im Rahmen von „ZDFzeit“ am Dienstag, 22. Mai, 20.15 Uhr, im Zweiten. Alle Ergebnisse der wissenschaftlichen Studie sind abrufbar unter http://deutschland-studie.zdf.de.

teleschau

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.