Drei Frauen, mit denen man rechnen kann

„Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen“ kommt ins Heimkino

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„Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen“ wurde dreifach oscarnominiert.

Die Sinnlosigkeit der Rassentrennung in den USA der 60er-Jahre wird in „Hidden Figures“ an drei „Unerkannte Heldinnen“ aufgezeigt.

NASA-Hauptquartier, 12. April 1961: Al Harrison (Kevin Costner) tobt. Vor wenigen Stunden ist es den Russen gelungen, einen Mann ins All zu schicken und heil wieder zurückzuholen. Was, brüllt der Leiter der Space Task Group seinen Untergebenen zu, machen wir anders als die Russen? Etwa die Hälfte des Dramas „Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen“ (2016) hat man per DVD, BD oder Video-on-Demand zum Zeitpunkt dieser Szene schon gesehen, und könnte dem NASA-Mann auch ohne wissenschaftliche Vorbildung einen zaghaften Erklärungsversuch anbieten: Vielleicht hat es damit zu tun, dass das wohl fähigste Mitglied des Teams stets 40 Minuten Arbeitszeit vergeuden muss, um vom Büro zur einzigen Toilette für schwarze Angestellte zu laufen.

Schon in ihrer Kindheit sah diese fähige Mitarbeiterin, Katherine Johnson (Taraji P. Henson), die Welt anders als andere: Statt Abzählreime murmelte sie Primzahlen auf dem Schulweg, sah überall geometrische Formen. Nun, mit Anfang 40, gehört sie zu den wenigen afroamerikanischen Mathematikerinnen, die ihre Rechenkünste in den Dienst der NASA stellen - soweit es ihnen die Rassentrennung ermöglicht.

Katherines Freundin Mary Jackson (Soulsängerin Janelle Monáe in ihrer ersten Rolle) würde gern als Ingenieurin arbeiten, kann die nötigen Zusatzqualifikationen jedoch nur an einer Schule erwerben, die Weißen vorbehalten ist. Die dritte im Bunde, Dorothy Vaughan (Octavia Spencer), leitet de facto die weit von den weißen Kollegen abgelegene Abteilung der schwarzen Rechengenies, wird aber nicht entsprechend entlohnt.

Filmemacher Theodore Melfi durchsetzt seine Geschichte von Diskriminierung in den USA der 60er-Jahre mit viel Witz und Wärme. Die Ungerechtigkeit, deren Zeuge man als Zuschauer wird, ließe sich ohne diese Momente sonst auch nur schwer ertragen. So wird etwa der beschwerliche Toilettengang Katerines wortwörtlich zum Running Gag. Pharrell Williams, der mit Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch den exzellenten Funk- und Soulsoundtrack zusammenstellte, unterlegte Katherines halbe Weltreisen zur Toilette sogar mit einem eigenen Thema.

tsch

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