Hotel Heidelberg - Kramer gegen Kramer - Fr. 26.02 - ARD: 20.15 Uhr

Heitere Verwicklungen in der Nobel-Herberge

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Seniorchefin Hermine Kramer (Hannelore Hoger, links) und ihre Tochter Annette (Ulrike C. Tscharre) sind sich nicht immer einig, wie man ein Hotel führen sollte.

Hannelore Hoger reaktiviert für eine Mehr-Generationen-Hotelkomödie ihre schnoddrige "Bella Block"-Paraderolle: Sie spielt eine Alt-Hippie-Lady, die sich nicht so leicht verrückt machen lässt. Schon gar nicht von ihrer ehrgeizigen Tochter (Ulrike C. Tscharre).

Psychotherapeuten sind die Garanten für den seichten Komödienwitz: Sie sind, wie alle Zuschauer wissen und erwarten können, in der Regel hochgradig vertrottelt, selbst meist viel behandlungsbedürftiger als ihre Patienten und in der Regel trotz der strikten Standesregeln immer zu einer Liebelei bereit. Dr. Ingolf Muthesius (Christoph Maria Herbst, bekannt durch "Stromberg") hat sogar einen putzigen Sprachfehler. Er stottert - vor allem wenn er Annette Kramer (Ulrike C. Tscharre) sieht. Eigentlich müsste er sie kurieren, doch natürlich verliebt er sich in sie. Heitere Verwicklungen nehmen ihren Lauf. Gäbe es in der neuen ARD-Freitagfeierabendkomödie "Hotel Heidelberg - Kramer gegen Kramer" nicht noch Hannelore Hoger, man könnte an dem betulich witzelnden Allerlei rasch verzweifeln.

Eigentlich ist an dem gediegen, aber eben doch recht hüftsteif inszenierten Film nichts wirklich Falsches. Und man könnte sich - klassische Verlegenheitsfloskel - schnell darauf einigen, dass das titelgebende Hotel, eine prachtvolle, geschichtsträchtige Gründerzeitvilla mit direktem Blick auf das hochromantische Neckar-Schloss, der eigentliche "Hauptdarsteller" des Films ist. Vor allem, weil so klar erkennbar ist, dass aus der mehr oder weniger skurrilen Personen-Grundkonstellation, die man als Zuschauer vorgestellt bekommt, eine Film-Reihe werden soll. Man könnte sich sogar eine opulente Vorab-"Hotel"-Serie vorstellen, so viele Verwicklungen werden angelegt. Und so viele Motive erinnern ans harmlose Mehr-Generationen-Einerlei.

Aber dann ist da - wie gesagt - noch Hannelore Hoger, die als gleichermaßen chaotische wie geradezu aufreizend gelassene Hotel-Eignerin ihre rotzig-schnodderige Gala-Rolle abruft, für die sie Freunde der "Bella Block"-Krimireihe noch heute verehren. Ein wenig schlurft Hermine Kramer (Hoger) wie ein zynischer "Alf"-Wiedergänger durch die Szenerie und hat für ihre deutlich leichter entflammbaren Familienmitglieder nur Hohn, Spott und sarkastische Sprüche übrig. Kein Wunder, die einstige Gründerin des "etwas anderen" Nobelhotels war lange genug Hippie, Drogen-Konsumentin und Revoluzzerin, um sich auch in der heutigen merkantilen Gegenwart nicht so schnell aus der Ruhe bringen zu lassen.

Jedenfalls nicht so rasch, wie das ihrer Tochter Annette regelmäßig geschieht. Die kümmert sich aufopferungswillig um Hotel, ihren arbeitsunwilligen, pubertierenden Sohnemann Jeremy (David Nolden) sowie den zauseligen Professoren-Vater Günter Kramer (Rüdiger Vogler), der zu allem Unglück auch noch an den Folgen eines leichten Schlaganfalls laboriert. Was die gestresste, alleinerziehende Anfang-Vierzigjährige dabei komplett aus den Augen verliert, ist ihr eigenes Lebensglück. Aber da kommt ja Dr. Muthesius ins Spiel: Auch der Therapeut zieht plötzlich ins Hotel - weil er angeblich durch einen Wasserrohrbruch aus seinem Heim vertrieben wurde. Alle unter einem Dach. Der Spaß kann losgehen.

Der zweite Film der Reihe - "Hotel Heidelberg - Kommen und gehen" wird am Freitag, 4. März, ebenfalls um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

Name der Sendung Hotel Heidelberg - Kramer gegen Kramer
Sendedatum 26.02.2016
Sender ARD
Sendezeit 20:15:00
Genre Komödie
Filmbewertung akzeptabel
Genre Komödie
Filmname Hotel Heidelberg - Kramer gegen Kramer
Originaltitel
Regisseur Michael Rowitz
Schauspieler Hannelore Hoger
Schauspieler Ulrike C. Tscharre
Schauspieler Christoph Maria Herbst
Entstehungszeitraum 2016
Land D

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