ZDF-Talkshow

Heftiger Schlagabtausch bei „Markus Lanz“: „Welches Spiel spielen Sie, Herr Maaßen?“

Markus Lanz (links) und der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen diskutierten im ZDF über Begriffe wie „Shuttleservice für Flüchtlinge“ und die Meinungsmache der Medien in Deutschland. Es ging hoch her.
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Markus Lanz (links) und der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen diskutierten im ZDF über Begriffe wie „Shuttleservice für Flüchtlinge“ und die Meinungsmache der Medien in Deutschland. Es ging hoch her.

„Sie machen mich fertig, Herr Maaßen“: Moderator Markus Lanz führte mit seinem Gast, dem ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen, in seiner ZDF-Talkshow am Dienstagabend eine bemerkenswerte Diskussion über die Themen Flüchtlinge, Migration und die öffentliche Meinung in Deutschland.

Auf dem Höhepunkt des Gesprächs warf der Moderator seinem Gast vor, Ressentiments zu schüren und die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben, weil er die Rettung von Flüchtlingen als „Shuttleservice“ bezeichnet hatte.

„Aber das sind ja keine Flüchtlinge, Herr Lanz! Das sind Migranten!“, verteidigte sich Maaßen. Bei Flüchtlingen handele es sich um anerkannte Asylsuchende, die Migranten dagegen seien von Schleusern auf Gummiboote gelockt worden. „Es ist keine Seenot, um die es geht. Die Leute werden dort vorsätzlich ausgesetzt, mit dem Ziel, dass sie die NGOs dort abholen.“ Er fragte: „Sind das nun Schiffbrüchige, sind das Flüchtlinge? Oder handelt es sich hier um Schleusung?“ Schleusung sei eine wichtige Geldquelle der organisierten Kriminalität, so Maaßen.

„Jemand von ihrer Intelligenz sollte so etwas nicht sagen“

Markus Lanz reagierte entsetzt auf die Wortwahl seines Gastes: „Jemand von ihrer Intelligenz sollte so etwas nicht sagen.“ Er wisse doch genau, dass er mit solchen Worten von bestimmten Stellen in der Gesellschaft Applaus bekommen würde. „Wir reden von Gräben, die sich auftun, von einer Spaltung der Gesellschaft und von einer Verrohung der Sprache, von der Art und Weise, wie wir mittlerweise miteinander kommunizieren“, wurder ZDF-Moderator ungewöhnlich deutlich. Das ließ sein Gast nicht auf sich sitzen Im Gegenzug warf Maaßen Lanz und den Medien in Deutschland vor, eine gewisse Weltsicht zu verbreiten.

„Wir müssen die Dinge beim Namen nennen“, mahnte der ehemalige Verfassungsschützer. Man müsse heute leider zuspitzen und billige verbale Tricks verwenden, weil die Leute nicht mehr miteinander reden würden. Dann ging Maaßen ARD und ZDF frontal an: „Der öffentlich-rechtliche Rundfunk will mehr Meinung machen, als Tatsachen zu bringen.“

„Warum sind Sie so platt?“

Am Ende schaltete sich ein weiterer Gast der Sendung, der ARD-Journalist Olaf Sundermeyer, in die Diskussion ein und warf Maaßen vor, mit seinen Äußerungen, in Chemnitz habe es 2018 keine Hetzjagden gegeben, den „Lügenpresse“-Rufern Vorschub zu leisten. Maaßen fühlte sich in die Zange genommen, und Lanz legte nach: „Welches Spiel spielen Sie, Herr Maaßen? Warum sind Sie so platt?“ Darauf fiel dem Gast dann keine richtige Antwort mehr ein.

Hans-Georg Maaßens öffentliche Äußerungen über das Tötungsdelikt und die anschließenden Ausschreitungen in Chemnitz hatten 2018 die Regierungskoalition an den Rand eines Bruchs gebracht. Nachdem Maaßen im Amt des Verfassungsschutzpräsidenten als nicht mehr tragbar befunden wurde, verständigten sich die Chefs der Regierungsbeteiligung auf Betreiben von Bundesinnenminister Horst Seehofer zunächst auf eine Quasi-Beförderung ins Innenministerium. Nach einer Welle öffentlicher Emörung wurde die Entscheidung revidiert. Maaßen wurde am 5. November 2018 in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

teleschau

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