„Hamburger Gitter“: Kritische G20-Doku in Bremer Kinos

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Die G20-Doku „Hamburger Gitter“ wird in Bremen in der Schauburg und als Open-Air-Kino im Irgendwo zu sehen sein.

Ein Jahr, nachdem es rund um den G20-Gipfel am 7. und 8. Juli heftig knallte, kommt die kritische Doku „Hamburger Gitter“ in die Kinos – darunter Schauburg, Irgendwo und die Flut-Wiesen der Breminale. Der Film beleuchtet das Vorgehen von Polizei und Justiz. Während Bremen friedlich auf der Breminale feierte, verhandelten 20 Regierungen in der benachbarten Hansestadt. Dies wollte eine breite gesellschaftliche Bewegung nicht unwidersprochen hinnehmen und traf auf vehemente Ordnungshüter – Resultat: eskalative Stimmung, Ausschreitungen, Ausnahmezustand!

Der Trailer von „Hamburger Gitter – Der G20-Gipfel als Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ löste bereits ein beachtliches Interesse in den sozialen Netzwerken aus, wenige Wochen bevor sich die Ereignisse in Hamburg zum ersten Mal jähren. Der Film stellt das Vorgehen von Polizei (mit 31.000 Polizisten) und Justiz in den Mittelpunkt, zwölf Experten und fünf Betroffene ziehen darin Bilanz. Es ist der erste Langfilm mit einer hohen Dichte an professionellem Bildmaterial zum Thema.

 

Inhaltsangabe 

Der Film fragt: Welche Garantien des Grundgesetzes konnten rund um den G20-Gipfel standhalten? Mit welcher Leichtigkeit konnten die Behörden agieren? Welche Methoden der Ausnahmesituation werden langsam zur Normalität? Und welche Gesellschaft zeichnet sich da am Horizont ab? Antworten geben u.a. Rafael Behr (Prof. für Polizeiwissenschaft, Akademie der Polizei Hamburg), Christiane Schneider (Hamburger Bürgerschaft), Heribert Prantl (Chefredaktion Süddeutsche Zeitung); der Pressesprecher der Polizei Hamburg; der junge Aktivist Fabio V., der vier Monate in Untersuchungshaft saß, seine Anwältin und Vorstand im RAV, Gabriele Heinecke; sowie viele weitere aus Polizei, Medien, Wissenschaft, Justiz und Aktivismus.

Der Hintergrund: bis zu 170 Ermittler arbeiten an hunderten Verfahren gegen militante Demonstranten und Menschen die sich an Ausschreitungen und Plünderungen beteiligten. Harte Strafen wurden gefordert und in bisher über 40 Fällen auch verhängt. Der Staat verlor im Sommer 2017 die Kontrolle in Hamburg und versucht sie nun zurückzugewinnen. „Mit allen Mitteln“, war selten so wörtlich zu nehmen wie im Fall der G20-Verfahren. Eine Öffentlichkeitsfahndung von noch nie dagewesenem Ausmaß stellte über zweihundert Menschen mit vagen Verdachtsmomenten „an den Pranger“ und die Boulevard-Presse „spielte den Hilfssheriff“. 30 Wohnungen und Häuser wurden mit hoch bedenklichen Begründungen durchsucht und ein linkes Medienportal vom Innenminister verboten.

Eine Redaktionsgruppe des Videokollektivs „Leftvision“ ging der Frage nach, ob die Befugnisse der Sicherheitsbehörden auf den Prüfstand gehören? Droht die Gefahr, dass bei echten politischen Krisen alle Dämme des Rechts brechen, die den Bürger vor staatlicher Willkür schützen sollten? 13 Kameraleute filmten das Material während der G20-Tage welches ein umfangreiches und detailliertes Panorama in diesem Dokumentarfilm ermöglicht. Einschätzungen von 17 Protagonisten bilden den inhaltlichen Faden eines Films der weit über die Ereignisse vom Juli 2017 hinaus geht.

Auf einen Blick 

Was? G20-Gipfel-Kino-Doku „Hamburger Gitter“
Wie lang? 76 Minuten 
Wo und wann? Schauburg, 22.7., 20 Uhr /B reminale, Flut-Wiesen, 25.7., 22 UhrCinema Ostertor, ab 26.7. / Irgendwo, 1.8., 20 Uhr 
Infos? www.hamburger-gitter.org

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