Serien-Ende

„Habe durchgeheult“: Abschieds-Folge der „Lindenstraße“ rührt Millionenpublikum

Marie-Luise Marjan sagt als Mutter Beimer leise Servus.
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Marie-Luise Marjan sagt als Mutter Beimer leise Servus.

Was für ein Bild: Am Ende der allerletzte Folge der „Lindenstraße“ sah man Hans W.

Geißendörfer, wie er noch einmal auf sein Lebenswerk blickt. Der Produzent und Erfinder des ARD-Dauerbrenners verabschiedete sich am Sonntagvorabend von einer TV-Ära. „Auf Wiedersehen“ hieß sie. Es war die 1758. Folge. Und auch Marie-Luise Marjan alias Mutter Beimer sagte noch einen bedeutsamen letzten Satz: „Wir sind eine ganz besondere Hausgemeinschaft. Hier kennt jeder jeden, und niemand wird hier im Stich gelassen.“

Natürlich stand sie auch im Fokus des großen Finales: Der 80. Geburtstag von Helga Beimer (übrigens wird auch die Schauspielerin im August 80) sollte gefeiert werden. Der Tag wurde allerdings überschattet vom Tod Wolf Lohmeiers (Martin Müller-Reisinger) und der Frage, wer ihn ermordet hat. Die Fans durften sich also über Krimi und emotionsgeladene Momente zugleich freuen: Viele alte Gesichter sah man noch einmal - unter anderem Gung (Amorn Surangkanjanajai) und Hans Beimer (Joachim Hermann Luger), den Helga Beimer noch einmal am Grab besuchte.

„Die Menschen haben sich an uns gewöhnt, sie haben uns liebgewonnen“

Die „Lindenstraße“ ging am 8. Dezember 1985 an den Start. Im TV-Business eine Ewigkeit. Die Fangemeinde war daher auch riesig, der Unmut über die Nachricht, dass die Serie abgesetzt würde, umso größer. Die Fans gingen im Herbst 2019 sogar auf die Straße, um gegen das Ende ihrer Serie zu demonstrieren.

Marie-Luise Marian kann die Trauer sehr verstehen, wie sie im Interview sagte: „Es gab immer eine Art Symbiose zwischen den Figuren und den treuen Fans. Die Menschen haben sich an uns gewöhnt, sie haben uns liebgewonnen, wir gehörten für viele ganz einfach zu ihrem Leben dazu.“ Genau das sorgte für Trennungsschmerz.

„Was für ein fantastisches Finale“

Fast doppelt so viele Menschen wie im Schnitt der vergangenen Jahre schalteten am Sonntagabend ein. Die Abschiedsfolge erzielte phänomenale Quoten: 4,09 Millionen Zuschauer wollten sich die allerletzte Folge der „Lindenstraße“ nicht entgehen lassen - das entspricht einem Marktanteil von 13,3 Prozent.

Die Fans schwankten auch in den sozialen Medien zwischen Wehmut, Trauer und Freude über die letzte Folge. „Was für ein fantastisches Finale“, schreibt einer bei Twitter. Auch ein Autor der Serie meldete sich dort zu Wort und zeigte sich durchaus stolz: „Was mich selbst als Autor der 'Lindenstraße' immer wieder überrascht hat: Wie oft wir trotz einem Jahr Vorlauf beim Entwickeln der Geschichten Punktlandungen beim tatsächlichen Zeitgeschehen hingelegt haben. Das hatte etwas Mystisches. Manchmal waren wir der Zeit auch voraus.“ Dazu postete er ein Bild, auf dem Mutter Beimer mit der grantigen Else Kling und einem Klopapierrollen-Berg zu sehen ist.

„Heute habe ich Tränen in den Augen gehabt“

Auch bei Facebook ließen Fans auf der offiziellen „Lindenstraße“-Seite unter dem Eintrag „Auf Wiedersehen“ ihren Emotionen freien Lauf: „Oje, die letzte Viertelstunde hab ich durchgeheult“, postete eine Userin. Einem männlichen Anhänger ging es ganz ähnlich: „Bin zwar ein Mann, aber ich hab heute Tränen in den Augen gehabt.“ Eine andere Userin verneigte sich zum Abschied: „Im Abspann bin ich aufgestanden und habe geklatscht. Danke, ihr werdet mir alle so sehr fehlen.“

teleschau

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