Interview zur Jubiläumsfolge

GZSZ-Star Valentina Pahde: „Bin froh, wenn ich nach Hause komme und in die Jogginghose schlüpfe“

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Und plötzlich groß im Rampenlicht: Valentina Pahde ist der Star des „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“-Jubiläums am Mittwoch, 17. Mai, 19.40 Uhr, RTL.

Es ist viel passiert: Ein Vierteljahrhundert ist „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ schon auf Sendung. Im Zentrum der Jubiläumsfolge am Mittwoch, 17. Mai, 19.40 Uhr, RTL, steht die 22-jährige Schauspielerin Valentina Pahde.

Die Schauspielerin Valentina Pahde ist erst 22 Jahre alt, und doch ist sie der Star, der im Fokus der Jubiläumsfolge zum 25. Geburtstag des RTL-Dauerbrenners „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (Mittwoch, 17. Mai, 19.40 Uhr) steht. Dass die Sendung schon seit einem Vierteljahrhundert ausgestrahlt wird, feiert man mit einer Folge in Spielfilmlänge - inklusive Hass, Liebe und vielen Tränen. Im Interview verrät die gebürtige Münchnerin, wie sie sich dabei gefühlt hat, eine Hochzeit zu drehen, warum sie „altbacken“ geworden ist und, dass sie oft mit ihrer Zwillingsschwester verwechselt wird. Denn auch Cheyenne Pahde steht bei RTL im Rampenlicht: Sie spielt bei „Alles was zählt“ mit und tanzt momentan bei der RTL-Show „Let's Dance“. Konkurrenzdenken kommt zwischen den Schwestern aber nicht auf.

nordbuzz: Auch wenn Du diese Frage wahrscheinlich dauernd hörst: Wie oft werden Du und Deine Zwillingsschwester Cheyenne verwechselt?

Valentina Pahde: Ständig. Aber das ist legitim! (lacht) Ich glaube, wenn die Zuschauer einen von uns auf der Straße erkennen, dann sind sie so aufgeregt, dass sie sich gar nicht fragen, ob das jetzt Cheyenne ist, oder ich.

nordbuzz: Wirst Du denn privat sehr oft erkannt?

Pahde: Ja, man darf nicht vergessen, dass meine Zwillingsschwester Cheyenne auch in der Öffentlichkeit steht. Dadurch, dass sie bei „Alles was zählt“ spielt und bei „Let's Dance“ tanzt und ich gleichzeitig bei „GZSZ“ zu sehen bin, sind wir wirklich viel im Rampenlicht. Wir greifen an allen Fronten an, da ist es klar, dass sich die Leute an das Gesicht erinnern.

nordbuzz: Tauscht Du Dich mit Cheyenne viel über Eure Engagements aus?

Pahde: Ja, sehr viel sogar! Wir ticken einfach gleich und nehmen immer intensiv Teil am Leben des anderen. Klar, dass man sich auch mal Tipps holt und über das Berufliche spricht. Aber wir sind Schwestern, da redet man mehr über typische Frauen-Themen wie „Was ziehe ich an“ oder so.

nordbuzz: Du hast schon mit vier Jahren mit dem Schauspielern angefangen. Wie sehr muss man sich dann später gegen das Image des Kinderstars beweisen?

Pahde: Ich sehe uns nicht als Kinderstars. Wir wurden aus dem Kindergarten heraus gecastet und haben dann lange konstant in der Serie „Forsthaus Falkenau“ mitgespielt. Das war alles sehr behütet. Für uns ist es ein Vorteil, dass wir schon so früh mit der Filmwelt in Berührung gekommen sind, denn dadurch kennen wir die Branche und sind professionell.

nordbuzz: Jetzt stehst Du im Mittelpunkt der Jubiläums-Folge zum 25. Geburtstag von „GZSZ“. Du bist aber erst 22 Jahre alt. Ein bisschen absurd, oder?

Pahde: Dass die Serie älter ist als ich, ist ein lustiger Zufall. Es ist eine Riesenehre für mich, dass ich mit meiner Rolle „Sunny“, obwohl ich erst zwei Jahre dabei bin, im Zentrum dieser Jubiläumsfolge stehen darf. Ich bin unglaublich stolz darauf, dass die Produzenten und Autoren mir vertrauen. Die Erwartungen der Fans sind ziemlich hoch und die möchte ich auf keinen Fall enttäuschen. Ich bin froh, wie sich meine Rolle entwickelt hat. Die Jubiläumsfolge setzt da das Krönchen drauf.

nordbuzz: Deine Rolle steht zwischen zwei Brüdern, vor einer Hochzeit, mitten in einer Kriminalgeschichte. Das gab es durchaus belastende Momente beim Drehen, oder?

Pahde: Ja, für Sunny wird es eine seelische und psychische Achterbahnfahrt. Sie ist gutmütig und naiv, was eigentlich etwas Positives ist. Aber hier machen es ihr diese Eigenschaften schwer. Sie muss Entscheidungen treffen, die ihr absolut nicht leichtfallen und dann auch die Konsequenzen uneingeschränkt tragen.

nordbuzz: Kannst Du schon verraten, ob sie am Ende den Namen Lehmann trägt?

Pahde: Nein, das ist natürlich noch geheim (lacht). Vor allem für welchen der zwei Brüder sie sich entscheiden wird. Ich kann nicht mal garantieren, dass es ein Jawort geben wird! Das Spannende an der Geschichte ist, dass an allen Ecken und Kanten versucht wird, die Hochzeit zu verhindern, und, dass Sunny ihre Meinung immer wieder ändert und ändern muss.

nordbuzz: Wie aufregend ist es für Dich, eine Hochzeit zu spielen?

Pahde: Eine Hochzeits-Szene ist unglaublich aufregend und schön, aber auch eine große Herausforderung. Bis ich zu „GZSZ“ gekommen bin, habe ich so etwas noch nie gedreht, und jetzt schlüpfe ich schon zum zweiten Mal in ein Brautkleid. Das Kleid ist übrigens auch der Wahnsinn, die Fans dürfen sich freuen. Es hat ein wenig Meerjungfrauen-Schnitt und viel Spitze - ein Traum! Wir haben zwar ein hohes Dreh-Pensum, aber man ist keineswegs so abgestumpft, dass einen so etwas kalt lässt. Mich hat es zum Beispiel sehr berührt, mein Ehegelübde zu üben.

nordbuzz: Hast Du eine Vorstellung, wie Deine Hochzeit aussehen soll?

Pahde: Nach alldem, was ich jetzt schon gedreht habe, sind die Ansprüche sehr hoch. Es wird schwer für mich, die perfekte Hochzeit zu planen, da ich in fantastischen Kleidern und Locations gespielt habe. Da ich erst 22 bin, habe ich für all das noch sehr viel Zeit und ich bin auch sehr gelassen, was die Zukunft angeht.

nordbuzz: Was muss Dein Traummann denn mitbringen?

Pahde: Früher habe ich immer gesagt, mein Traummann müsse groß und dunkelhaarig sein, aber je älter man wird, desto mehr verschieben sich die Dinge, auf die man achtet. Ich bin nicht mehr so festgelegt, was das Aussehen angeht, dafür muss ein Mann mich einfach glücklich machen und zum Lachen bringen.

nordbuzz: Du bist seit 2015 als Sunny Richter bei „GZSZ“ dabei. Wie hat sich Dein Leben dadurch verändert?

Pahde: Es hat sich sehr viel getan! Allem voran der Umzug von München nach Berlin. Auch der Tagesablauf ist jetzt anders. Ich stehe um fünf Uhr morgens auf, und Drehschluss ist meistens erst nach 18 Uhr. Gerade im Studio kann es sein, dass ich gar nicht sehe, ob die Sonne scheint oder ob es draußen schon dunkel geworden ist.

nordbuzz: Hast Du überhaupt noch Zeit, auch mal mit Freunden wegzugehen?

Pahde: Aktuell weniger und nur mal am Wochenende. Ich bin da einfach sehr vernünftig. Am Abend bereite ich den Text für den nächsten Tag vor. Ich bin froh, wenn ich nach Hause komme, mich abschminke, Haare hochbinde und in die Jogginghose schlüpfe. Dann koche ich, bestelle auch mal was zum Essen und sehe fern. Da bin ich richtig altbacken geworden. Das soll aber jetzt nicht heißen, dass ich nie etwas mit Freunden mache - das ist nicht der Fall. Es ist gut, auch mal abschalten zu können und sich gedanklich vom Set und der Arbeit abzulenken.

nordbuzz: Aber die Arbeit steht an erster Stelle?

Pahde: Ja. Man muss sehr diszipliniert sein. Ich trage eine Verantwortung, da das ganze Team von uns Schauspielern abhängig ist. Ich muss vorbereitet und pünktlich sein. Wer feiern kann, der kann auch arbeiten, das haben mir meine Eltern mit auf den Weg gegeben. Das gehört zur Professionalität dazu.

nordbuzz: Wie haben die „GZSZ“-Kollegen Dich empfangen?

Pahde: Es war von der ersten Sekunde an wie eine Familie. Alle haben mich offen willkommen geheißen. Bei uns ist Montag immer Probentag, dabei habe ich meine Kollegen kennengelernt. Nur Wolfgang Bahro war noch im Urlaub. Wir zwei wurden am Dienstag dann beim Dreh ins kalte Wasser geworfen. Er hat mich sofort in die Arme genommen und mich herzlich begrüßt, das war fantastisch.

nordbuzz:  Du stehst im Zentrum einer großen Bildproduktion zum Jubiläum. Wie fühlt sich das an, sich selbst in allen möglichen Medien auf Hochglanzfotos zu sehen?

Pahde: Die Jubiläumsfolge bedeutet auch viel Medien-Präsenz, es ist interessant zu verfolgen, wie jeden Tag mehr gestreut und bekannt wird. Plötzlich sieht man das eigene Gesicht dauernd im Internet und in Zeitschriften. Es ist nicht alltäglich, so intensive mediale Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich weiß, wie das alles zustandegekommen ist und ich identifiziere das Plakat mit unserer ganzen „GZSZ“-Familie.

nordbuzz: Wirst Du die Jubiläumsfolge im Kreis der Familie anschauen oder mit Freunden?

Pahde: Weder noch. Das ganze Team von „GZSZ“ und die Schauspieler werden sich die Folge in einem Kino, dem Berliner Delphi Filmpalast anschauen, und danach wird es noch eine Aftershow Party geben. Es werden 600 geladene Gäste erwartet. Das wird eine richtig große Party!

nordbuzz: Verschmilzt man mit der Rolle, je länger man sie spielt?

Pahde: Ja, auf jeden Fall. Zugegebenermaßen hatte ich aber auch großes Glück, da Sunny und ich uns vom Charakter her sehr ähnlich sind. Meine Rolle ist ein offener, fröhlicher und gutgläubiger Mensch - genau wie ich. Sunny ist auch ein wenig naiv, aber das macht sie aus. Sie ist in den zweieinhalb Jahren, die ich dabei bin, erwachsener geworden und hat sich entwickelt, das gefällt mir gut.

nordbuzz: „GZSZ“ läuft jeden Tag im Fernsehen, wo siehst Du die Berechtigung dafür?

Pahde: Die Serie existiert seit 25 Jahren, das muss man erst mal schaffen! Jeder kennt sie, und ich bin mir sicher, jeder hat sie auch schon mal gesehen. Spannende Geschichten und immer neuer Stoff bringen der Serie einfach sehr viel Grip. Wir bleiben am Puls der Zeit. Die Schauspieler können sich mit ihren Rollen identifizieren, und die Zuschauer merken, dass wir glaubwürdig sind und authentisch spielen. Sie können die Probleme der Figuren in ihrem Alltag wiederfinden. Diese Strategie ist taktisch sehr klug von den Produzenten.

nordbuzz: Aber es gibt immer wieder auch eher skurrile Geschichten ...

Pahde: Natürlich schockieren wir auch mit Vorfällen wie Mord oder Inzest. Das ist nicht alltäglich, aber es passiert auf der Welt, und wir nehmen das „GZSZ“-Universum von solchen Sachen nicht aus. Das Geheimrezept der Serie ist einfach, dass unsere Zuschauer sich und die reale Welt wiedererkennen.

nordbuzz: Kann man das Dagewesene in der Zukunft überhaupt noch toppen?

Pahde: Wir haben sehr kreative Köpfe unter den Drehbuchautoren. (lacht) Man kann alle Geschichten überbieten, weil einfach unglaublich viel auf der Welt passiert. Wir thematisieren ganz bewusst Probleme, um zu polarisieren. Denn die Serie möchte ihre Zuschauer auch aufrütteln. Das schätze ich persönlich am Format sehr.

tsch

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