Von „Es“ bis „Hausen“

Gruseln vor der Glotze: 15 schaurige Film- und Serientipps zu Halloween

Wer diesen Clown trifft, hat nichts zu lachen: Pennywise (Bill Skarsgård) ernährt sich von der Angst und vom Fleisch kleiner Kinder. Das Film-Remake des Horror-Klassikers "Es" ist auf Joyn Plus+ verfügbar.
+
Wer diesen Clown trifft, hat nichts zu lachen: Pennywise (Bill Skarsgård) ernährt sich von der Angst und vom Fleisch kleiner Kinder. Das Film-Remake des Horror-Klassikers „Es“ ist auf Joyn Plus+ verfügbar.

Schaurige Häuser, finstere Clowns und düstere Monster: Die Nächte sind wieder länger, und pünktlich zum Halloween-Abend bieten Sender und Streamingdienste zahlreiche Filme und Serien, die einen das Gruseln lehren.

Gruseln kann so schön sein: Seit der Zeitumstellung am vergangenen Wochenende sind die Abende wieder länger - und bestens geeignet für ausgiebige Film- und Serienmarathons. Perfekt für den düster-schaurigen Halloween-Samstag am 31. Oktober: Die Sender und Streamingdienste haben einige Film- und Serien-Schocker parat, die selbst hartgesottene Gruselfreunde vor Furcht erzittern lassen. Mit dabei sind Klassiker wie die Verfilmung von Stephen Kings „Es“ (Joyn Plus+) aus dem Jahr 2017 oder „Freitag, der 13. “ (ProSieben), aber auch neue Stoffe wie die Sky-Serie „Hausen“ mit Charly Hübner in der Hauptrolle.

„Hausen“ (Sky)

Ein Baby ist verschwunden, doch die Schreie sind weiterhin zu hören? Wer sich an Halloween richtig gruseln will, schaltet die neue Horrorserie „Hausen“ auf Sky Atlantic ein. In den täglich ausgestrahlten Doppelfolgen ziehen der 16-jährige Juri (Tristan Gröbel) und sein Vater Jaschek (Charly Hübner) in einen abgewrackten Plattenbau. Schon bald merkt Juri, dass das Haus ein seltsames Eigenleben führt: Es ernährt sich von den kaputten Seelen der Bewohner, und hat auch seinen Vater bald in seinen Bann gezogen.

Was verbirgt sich tatsächlich hinter den Wänden? Und kann Juri die merkwürdigen und feindseligen Bewohner des Gebäudes dazu bewegen, zusammenzuarbeiten und sich gegen das marode Horrorhaus und seine düsteren Kräfte aufzulehnen? Gedreht wurde die düstere Serie in einem leerstehenden Krankenhaus des ehemaligen DDR-Apparates. Auf Sky Ticket und Sky Q sind bereits alle acht Folgen der Serie auf Abruf verfügbar.

„Spuk in Bly Manor“ (Netflix)

In der Netflixserie „Spuk in Bly Manor“ zieht die Lehrerin Dani (Victoria Pedretti) nach London. Dort findet sie einen Job als Au-pair und kümmert sich im Landsitz eines Lordes fortan um die Geschwister Flora (Amelie Smith) und Miles (Benjamin Evan Ainsworth). Zunächst wird Dani herzlich aufgenommen, doch bald lernt sie die Schrecken des altehrwürdigen Hauses kennen ...

„Spuk In Bly Manor“ ist zunächst mehr Familiendrama, denn Schauermär. Auf plakative und oft gesehene Jump Scares verzichten die Serienmacher glücklicherweise. Stattdessen setzen sie wie schon in „Spuk In Hill House“ auf eine sich langsam entfaltende Drohkulisse.

„Truth Seekers“ (Amazon)

Mit ihren Videos über Geistererscheinungen sind die Geisterjäger um Astrid (Emma D'Arcy), Gus (Nick Frost) und Elton (Samson Kayo) zum Internet-Phänomen geworden. Doch als ihre Erlebnisse immer gruseliger werden, wittert das Team eine Verschwörung. Plötzlich droht sogar die Apokalypse. In der geistreichen und witzigen Serie „Truth Seekers“ entdecken drei Außenseiter bei Amazon die düstere Wahrheit hinter paranormalen Phänomen.

Der spröde Humor in der Serie von Simon Pegg und Nick Frost wirft einen spöttischen Blick auf einen Alltag, in dem Menschen, die nicht wie ein Uhrwerk funktionieren, oft als Spinner und Freaks abgetan werden. Sie mögen Außenseiter sein und ganze Rucksäcke voller Probleme mit sich herumschleppen, aber sie sind eben auch Experten auf Gebieten, die für die Rettung der Menschheit existenziell sind.

„Kadaver“ (Netflix)

Durch einen nuklearen Zwischenfall befindet sich Norwegens Bevölkerung in einer Katastrophe: Es gibt keinen Strom mehr, die Nahrungsmittel gehen zur Neige und eine Hungersnot hat das Land fest im Griff. Da kommt ein Theaterstück in einem Hotel gerade recht - denn dazu gibt es ein Festmahl serviert. Die ehemalige Schauspielerin Leonora (Gitte Witt), ihr Mann Jacob (Thomas Gullestad) und ihre Tochter Alice (Tuva Olivia Remman) nehmen voller Hoffnung teil - auch, um sich einen kleinen Spaß in dem düsteren Alltag zu gönnen.

Doch weit gefehlt: Das seltsame Stück wird nicht nur im Speisesaal, sondern im gesamten Hotel aufgeführt. Dazu bekommen die Gäste goldene Masken aufgesetzt, um nicht mit den Schauspielern verwechselt zu werden. Doch das Erlebte erscheint zunehmend real, und als auch noch Alice verschwindet, ist das Chaos perfekt ... Die norwegische Horror-Psycho-Produktion ist bei Netflix verfügbar und begleitet die Eltern bei der rastlosen Suche nach ihrer Tochter.

„The Swamp Thing“ (Sky)

Auch das DC-Universum hat dieses Jahr einen Beitrag in Sachen Horror beizutragen: Sky Atlantic hat die Horrorserie „The Swamp Thing“ im Programm, in der mysteriöse Ereignisse in der Umgebung der Sümpfe von Louisiana Angst und Schrecken verbreiten. Eine merkwürdige Krankheit breitet sich aus. Dr. Abby Arcane (Crystal Reed) will in der Comic-Adaption herausfinden, was dahintersteckt, und macht sich mit dem Biologen Alec Holland (Andy Bean) auf eine gefährliche Suche.

Doch dann verschwindet Alec plötzlich spurlos - und ein seltsames Wesen, das Swamp Thing (Derek Mears) genannt wird, taucht auf. Die zehnteilige US-amerikanische Serie von den Autoren Gary Dauberman und Mark Verheiden wurde bereits 2019 auf dem Streamingportal DC Universe veröffentlicht, eine zweite Staffel ist bisher nicht geplant.

„Dark Shadows“ (SAT.1, 31. Oktober, 22.25 Uhr)

Da waren sie also wieder vereint: In „Dark Shadows“ (2012) entsandte Regisseur Tim Burton seinen Lieblingsdarsteller Johnny Depp in die 70er-Jahre. Als aus der Zeit gefallener Vampir muss er sich nach 200 Jahren Sargruhe an Disco-Musik, pferdelose Metallkutschen und teuflische Unterhaltungsmaschinen gewöhnen: in einem liebevoll ausgestatteten Gothic-Märchen mit vielen witzigen Momenten, dem aber der letzte Biss fehlt. SAT.1 wiederholt die Fantasy-Komödie an Halloween.

Barnabas heißt der leichenblasse Blutsauger, den Johnny Depp als androgynen Mimik-Minimalisten spielt. Vom Jahr 1972 ist er erst einmal reichlich überfordert: Fernsehen, Glamrock, Automobile - das alles gab es im 18. Jahrhundert noch nicht. Als wäre die Anpassung an das moderne Leben im US-Kleinstädtchen Collinsport, das seine Familie einst aufbaute, nicht schwierig genug, macht ihm auch noch die verführerische Hexe Angelique (Eva Green) mit ihren Kurven die Hölle heiß.

„Es“ (Joyn Plus+)

Viele Menschen hassen Clowns, und der Grund dafür hat bei den meisten einen Namen: Pennywise. Grandios verkörpert durch Tim Curry, wurde der Clown 1990 durch eine TV-Miniserie endgültig zur ikonischen Albtraum-Gestalt. Obwohl Stephen King seit der Veröffentlichung von „Es“ (1986) Dutzende neue Monster erschuf, gilt Pennywise noch heute als die Nummer eins unter seinen Ungeheuern.

Davon durfte sich dank des Filmremakes von 2017, ein ausgemachter Kinoerfolg und aktuell verfügbar auf Joyn Plus+, auch eine neue Generation überzeugen. „Es“ im Jahr 2017 ist nicht der krasse Über-Horror, sondern ein Film wie eine Geisterbahnfahrt - schaurig, irgendwie lustig und zweifellos aufregend. Was nicht zuletzt auch an Bill Skarsgård liegt, der einen formidabel-durchgeknallten, furchteinflößenden, vor allem auch eigenständigen Pennywise gibt und mit seiner Schlaksigkeit perfekt ins Horrorclown-Kostüm passt.

„Bates Motel“ (Sky, Joyn Plus+)

Das Messer. Der Duschvorhang. Diese Musik ... Man muss Alfred Hitchcocks „Psycho“ nicht einmal gesehen haben, um den stilbildenden Thriller aus dem Jahr 1960 zu kennen. Kein Wunder, das dieser Meilenstein der Filmgeschichte bis in die heutige Filmwelt nachwirkt: In fünf Staffeln, die bei Sky und Joyn Plus+ zum Abruf bereitstehen, erzählt „Bates Motel“ (2013) die Vorgeschichte des Serienmörders Norman Bates.

Das spannende und akkurat inszenierte Format kreist um einen Mord, der unbedingt geheim gehalten werden muss, und ist das virtuos gespielte Psychogramm einer fatalen Mutter-Sohn-Beziehung. In den Hauptrollen: Freddie Highmore als 17-jähriger Norman Bates und Vera Farmiga als seine Mutter Norma Bates.

„The Outsider“ (Amazon, DVD / Blu-ray)

In der Nähe einer Kleinstadt im ländlichen Georgia wird ein Junge tot aufgefunden. Er wurde schändlich zugerichtet. Eine nur vermeintlich funktionierende Gemeinde steht nach dem Leichenfund unter Schock. Doch der dramatische Fall scheint nach der Identifizierung von Fingerabdrücken und der Aussage eines Kneipenwirtes rasch geklärt. Der Mörder kann nur der High-School-Lehrer Terry Maitland (Jason Bateman) gewesen sein. Doch selbst in Handschellen beteuert Maitland vehement seine Unschuld.

Die Buchvorlage zur Mystery-Serie „The Outsider“ (Sky) stammt aus der Feder von Horror-Tausendsassa Stephen King. An der Serienadaption werden vor allem Anhänger der düsteren Fantasien Kings ihre Freude haben. Denn natürlich bleibt nichts so, wie es zunächst zu sein scheint. Maitland kann der Täter gar nicht gewesen sein. Es findet sich Videomaterial, das beweist, dass der Lehrer sich zum Tatzeitpunkt in einer anderen Stadt befunden hatte. Doch wie kamen dann seine Fingerabdrücke auf die Leiche des ermordeten Jungen?

„Conjuring“ (Netflix)

Es gibt Gruselgeschichten, die können scheinbar nicht oft genug erzählt werden: Eine Familie zieht in ein altes Farmhaus irgendwo im Nirgendwo. Am Anfang steht die reine Idylle, am Ende der blanke Horror - denn in dem Haus treiben böse Geister ihr Unwesen. So ist es auch in „Conjuring - Die Heimsuchung“ (2013): Familie Perron ist kaum im neuen Zuhause angekommen, da nimmt das Grauen schon seinen Lauf. Nach einer Reihe beunruhigender Zwischenfälle werden die Dämonologen Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga) kontaktiert, um das Haus zu untersuchen: Die Experten für paranormale Aktivitäten kommen zu einem erschütternden Urteil ...

Trotz der etwas abgegriffenden Story wird „Conjuring“ auch an dem abgebrühtesten Horror-Fan nicht spurlos vorübergehen: Basierend auf einer „wahren“ Geschichte inszenierte James Wan („Saw“) einen filmischen Albtraum, der einem die Haare zu Berge stehen lässt. Für alle Netflix-User ist ein Schauerabend sondergleichen garantiert. Übrigens: Auch die Fortsetzung des Schockers, „Conjuring 2“, hat der Streamingdienst im Angebot.

„Freitag, der 13. “ (ProSieben, 31. Oktober, 23.15 Uhr)

Whitney (Amanda Righetti), Clay (Jared Padalecki), Mike (Nick Mennell), Jenna (Danielle Panabaker) und Trent (Travis Van Winkle) wollen ein Wochenende in der Natur verbringen. Das alte Camp Crystal Lake ist das gewünschte Ziel, doch dort erwartet sie ein mysteriöser Mann (Derek Mears) mit Eishockeymaske und Machete, der eine grausame Jagd auf sie geplant hat.

Im Schocker „Freitag, der 13.“ (2009) werden die Urängste eines jeden Zuschauers angesprochen. SAT.1 wiederholt die solide Adaption des gleichnamigen Kultfilmes von 1980 an Halloween zu später Stunde. Unter der Regie von Marcus Nispel entstand ein einfach gestrickter, aber kurzweiliger Schocker, der dem Original nur bedingt folgt. Lediglich Jason (Derek Mears), der verunstaltete, Eishockey-Maske tragende Machetenschwinger, und der See Crystal Lake als Schauplatz wurden übernommen.

„American Horror Story“ (Netflix)

Seit 2011 widmet sich die Anthologie-Serie „American Horror Story“ vielen düsteren und schaurigen Geschichten. Während in den USA bereits an der zehnten Staffel gearbeitet wird, die wegen der Corona-Pandemie später als geplant fertiggestellt und wohl erst im nächsten Jahr veröffentlicht wird, sind auf Netflix die ersten acht Staffeln der beliebten Horror-Serie verfügbar. Perfekt für einen wahren Halloween-Grusel-Marathon!

In wenigen Wochen gibt es dann tatsächlich Nachschub: Am 28. November nimmt Netflix die bereits 2019 erschienene neunte Runde ins Programm. Die Staffel mit dem Titel „1984“ entführt die Zuschauer in die Vergangenheit und in ein Sommercamp, auf dem ein Psychopath sein Unwesen treibt. In den Hauptrollen spielen Emma Roberts, Billie Lourd, Leslie Grossman, Cody Fern und Gus Kenworthy.

„Scream Queens“ (TVNOW)

Chanel Oberlin (Emma Roberts) ist in der US-amerikanischen Horror-Comedy-Serie „Scream Queens“ (2015 bis 2017) das Oberhaupt der Studentinnenverbindung Kappa. In der ersten Staffel behandelt sie ihre hörigen „Schwestern“ eher wie Dienerinnen, was sich auf Wunsch der Dekanin allerdings ändert. Doch ohne Chanels „harte“ Hand bricht das reinste Chaos im Verbindungshaus aus. Außerdem treibt ein Serienkiller auf dem Campus sein Unwesen. In der zweiten Staffel ist die Collegezeit zwar vorbei - doch das Grauen geht für Chanel und ihre besten Feindinnen weiter. In einem Krankenhaus beginnen sie ihre medizinische Ausbildung.

„Scream Queens“ ist die perfekte Mischung aus Zickenkrieg und Splatter von „American Horror Story“-Macher Ryan Murphy. Die Serie wurde zwischen 2015 und 2016 produziert, in Deutschland wurde sie erstmals 2017 auf sixx gezeigt. Seit Juli ist die Serie auf TVNOW verfügbar. Neben Emma Roberts sind außerdem Sängerin Ariana Grande und Sänger Nick Jonas sowie Taylor Lautner, Jamie Lee Curtis und Abigail Breslin zu sehen.

„Relic - Dunkles Vermächtnis“ (DVD, Blu-ray, ab 30. Oktober)

Kay (Emily Mortimer) ist alarmiert: Ihre Mutter Edna (Robyn Nevin) ist verschwunden! In Sorge um die Seniorin reist Kay zusammen mit ihrer Tochter Sam (Bella Heathcote) in das abgeschiedene Landhaus, um nach ihr zu suchen. Doch alles, was sie finden, sind Hinweise auf Ednas fortschreitende Demenz. Zwar kehrt Edna überraschend wieder zurück, doch entspannen kann sich Kay nicht: Edna verhält sich merkwürdig und wird zunehmend zur Gefahr für sich und alle anderen. Ist wirklich die Demenz an allem schuld oder lauert in dem Haus am Ende etwas anderes?

Mit ihrem Regie-Debüt „Relic - Dunkles Vermächtnis“ entwirft Natalie Erika James (Regie und Drehbuch) ein bedrückendes Horror-Drama. Der Film, der zusammen mit den Produzenten Anthony und Joe Russo entstand, wurde beim diesjährigen Sundance Film Festival gezeigt.

„Die 44 geheimnisvollsten Gänsehautgeschichten - die ProSieben Mystery Night“ (ProSieben, 31. Oktober, 20.15 Uhr)

In der „Nacht der Geister“ geht es seit den 1990er-Jahren auch hierzulande ausnehmend gruselig zu. So schwappten die Halloween-Bräuche in US-amerikanischer Ausprägung längst über den Kontinent - mit ausgehöhlten Kürbislaternen, Horrormasken und möglichst schauderhaften Verkleidungen. ProSieben springt in der Nacht vom 31. Oktober auf den Zug des vermeintlichen Grauens auf.

Moderatorin Annemarie Carpendale präsentiert in ihrer Countdown-Show unter der Überschrift „Die 44 geheimnisvollsten Gänsehautgeschichten“ unter anderem sehr fragwürdige unheimliche Vorkommnisse, die aber tatsächlich passiert sein sollen. So wirft beispielsweise eine einzelne Hand in Peru Fragen auf. Einige vermuten, sie könnte von einem Alien stammen. Außerdem liegt ein schauderhaftes Ereignis über dem russischen Ural-Gebirge. Beim Unglück am Djatlow-Pass sind 1959 neun Ski-Wanderer ums Leben gekommen. In Eiseskälte wurden sie damals nur leicht bekleidet und barfuß gefunden. Spätere Untersuchungen in der ehemaligen Sowjetunion ergaben, dass die Kleidungsstücke der Verunglückten radioaktiv kontaminiert sein sollen.

teleschau

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare