„Das Boot“ - Staffel 2

Größer, teurer, komplexer: Free-TV-Premiere für „Das Boot“-Fortsetzung

Mit Clemens Schick darf ein neuer, ambivalenter deutscher "U-Boot-Held" sein Glück im Nordatlantik versuchen. Staffel zwei der Serie "Das Boot" feiert seine Free-TV-Premiere im ZDF.
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Mit Clemens Schick darf ein neuer, ambivalenter deutscher „U-Boot-Held“ sein Glück im Nordatlantik versuchen. Staffel zwei der Serie „Das Boot“ feiert seine Free-TV-Premiere im ZDF.

Free-TV-Premiere für die zweite Staffel „Das Boot“: Das ZDF zeigt ab Sonntag, 27. Dezember, die Fortsetzung der Sky-Prestigeserie, deren acht Episoden mit höherer erzählerischer Komplexität, mehr Spannung und opulenteren Bilder aufwarten.

Eine deutsche Serie, die auch in Russland, Neuseeland und den USA erfolgreich läuft: Was man vor einigen Jahren noch für unmöglich gehalten hätte, hat die Sky-Serie „Das Boot“ geschafft. In über 100 Länder hat sich die deutsche Produktion des Pay TV-Senders verkauft, deren zweite Staffel nun im ZDF als Free-TV-Premiere zu sehen ist. Doch was heißt überhaupt deutsche Serie? „Das Boot“ spricht in Staffel zwei über lange Passagen Deutsch, Französisch und Englisch im Wechsel. Letzteres ist einem neuen Erzählstrang im durchaus opulent ausgestatteten New York der Weltkriegs-Ära geschuldet.

Insgesamt hat sich die in Staffel eins manchmal ein bisschen bieder, eher so auf „Nummer sicher“ geschriebene Serie mit dem großen Markennamen durchaus gemausert. Angesichts des weltweiten Erfolgs von Wolfgang Petersens Original-Film von 1981 war es beinahe verständlich, dass man das Budget von rund 28 Millionen Euro für die erste Staffel nicht mit zu viel Avantgarde „belasten“ wollte. Staffel zwei bekam - nach dem wirtschaftlichen Erfolg der ersten Runde - sogar noch etwas mehr Geld spendiert: etwa 35 Millionen Euro für acht Episoden, die das Zweite nun am Sonntag, 27., und Montag 28. Dezember (jeweils drei Folgen), sowie am Dienstag, 29. Dezember (zwei Folgen), ausstrahlt.

Die neue Handlung setzt im Dezember 1942 ein: Der erfahrene U-Boot-Kommandant Johannes von Reinhartz (Clemens Schick) erhält den Auftrag, mit U-822 drei Saboteure an der US-Ostküste abzusetzen. Als seine Loyalität infrage gestellt wird, wird U-612 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Wrangel (Stefan Konarske) zu seiner Verfolgung entsendet. Derweil lebt der ehemalige Kapitän der U-612, Klaus Hoffmann (Rick Okon), „undercover“ in New York. Er findet Unterschlupf bei Industriellensohn Sam Greenwood (Vincent Kartheiser) und lernt den zwielichtigen deutschstämmigen Anwalt Berger (Thomas Kretschmann) kennen.

Immer mehr interessiert den ernsten Deutschen jedoch auch die süße Seite des Lebens in Big Apple. In einem Jazz Club Harlems singt die faszinierende Afroamerikanerin Cassandra Lloyd (Rochelle Neil), zu der sich Hoffmann ebenso wie Greenwood hingezogen fühlt. Dagegen sind in La Rochelle Simone (Vicky Krieps) und ihre Mitbewohnerin Margot (Fleur Geffrier) weiterhin im Widerstand aktiv. Einer jüdischen Familie wollen sie bei der Flucht helfen. Das gefährliche Unterfangen kann nur Erfolg haben, wenn man dem argwöhnischen Gestapochef Forster (Tom Wlaschiha) möglichst einen Schritt voraus ist ...

Reichlich Suspense

Auch hinter der Kamera gab es bei „Das Boot“ Neubesetzungen. Nachdem die erste Staffel durchgängig vom Österreicher Andreas Prochaska („Das finstere Tal“) in Szene gesetzt wurde, führten in Staffel zwei Matthias Glasner („Blochin“, „Der Freie Wille“) und Rick Ostermann, dessen Debütfilm „Wolfskinder“ vielfach ausgezeichnet wurde, Regie. Für das Drehbuch zeichnen als Headautor Colin Teevan („Rebellion“) sowie Tim Loane, Matthias Glasner und Laura Grace verantwortlich. Dabei hat man das Gefühl, dass Staffel zwei durchaus etwas komplexer erzählen darf.

Es existieren drei statt zwei (hauptsächliche) Handlungsorte. Neben der Jagd der beiden deutschen Kapitäne auf dem Atlantik eben der in La Rochelle und jener in New York. Entsprechend mehr Figuren müssen erzählt werden. Spannung erzeugt Staffel zwei in einem etwas höheren Maße, weil sie clever mit klassischen, aber gut umgesetzten Plot-Ideen arbeitet. In allen Erzählsträngen geht es ums Nicht-entdeckt-werden - seien es der Deutsche Klaus Hoffmann in New York, die jüdischen Flüchtlinge bei La Rochelle oder die geheimen Verschwörungen in den beiden U-Booten, die zudem auch noch mit „Feindberührungen“ zu tun haben. Für reichlich Suspense ist gesorgt.

Zur informativen Ergänzung zeigt das Zweite im Anschluss der drei ersten Episoden (nach dem „heute journal“) um 23.10 Uhr eine Dokumentation, die sich mit jenen Protagonisten beschäftigt, die der „Boot“-Handlung als Vorlage dienten: „ZDF-History: Das Boot - Jäger und Gejagte“ beleuchtet die Schrecken des U-Boot-Krieges aus Sicht der deutschen und alliierten Besatzungen.

teleschau

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