Topmodel-Kommentar

GNTM (ProSieben): Langeweilig! Ein Kommentar zum Topmodel-Auftakt

Zum 16. Mal sucht Heidi Klum ein Topmodel und rührte vor dem GNTM-Start massiv die Werbetrommel. Hält die ProSieben-Show zum Start, aber was sie verspricht?

Berlin – Das war sie also dann nun: Folge eins der neuesten, inzwischen 16. Staffel von „Germany’s Next Topmodel“. 31 neue „Meeedchen“, die im Laufe des Abends, den nordbuzz.de im Live-Ticker begleitete, kicherten, kreischten und staunten – und von denen sich gleich sechs am Ende auch schon wieder verabschieden mussten. Dazu die ewige Heidi Klum. Und ein Designer, der eigentlich gar nicht wie einer aussah. Das Ganze gepaart mit nur wenigen Höhepunkten und Spannungsbögen – kurzum: War der Staffelstart eigentlich den Aufstand wert, der vorher um ihn gemacht wurde?

Fernsehsendung:Germany's Next Topmodel
Ausstrahlung:seit 2006
Produktionsunternehmen:Staffel 1 bis 7: Tresor TV, ab Staffel 8: Red Seven
Sender:ProSieben
Titellieder:Work, In The Night, Turn Me On, Nasty Girl
Jurorin, Moderatorin, Produzentin:Heidi Klum

GNTM (ProSieben): Ein bisschen Diversity – aber wenig Höhepunkte

Das nordbuzz.de-Urteil fällt hart aus: Irgendwie war es ein Auftakt, der am besten unter das Motto „Große Klappe, nichts dahinter“ passt. Was hatte Heidi Klum nicht alles versucht, um sich, ihre Familie und eben auch GNTM in den letzten Wochen in die Medien zu drängen: ein gemeinsames Shooting für die Vogue mit Töchterchen Leni. Deren gewollt öffentlichkeitswirksamer Start ins Model-Leben mit Shootings, dem ersten Laufsteg-Job bei der Berliner Fashion Week und dann die nicht abreißen wollenden Gerüchte, Leni würde eine Rolle bei GNTM übernehmen.

GNTM-Jurorin Heidi Klum ist mit ihrer Show in die insgesamt 16. Staffel gestartet. (nordbuzz.de-Montage)

Inzwischen wissen wir: tut sie nicht. Mit dabei war das klumsche Töchterchen in der ersten Folge allerdings schon. Für einen kurzen Moment, als sie – weil sie Gebärdensprache beherrscht – mit der gehörlosen Kandidatin Maria aus Flensburg kommunizierte, die die von Heidi Klum im Vorfeld gepredigte Diversity zusammen mit der gesundheitlich arg gebeutelten Mit-Kandidatin Chanel oder der Hamburgerin Soulin, deren Lebensgeschichte immerhin eine Flucht aus dem Syrien-Krieg beinhaltet, noch am ehesten widerspiegelte.

GNTM (ProSieben): Manfred Thierry Mugler – ein Gastjuror im Jogging-Outfit

Warum wollen ProSieben und Heidi Klum jedoch beispielsweise Kandidatin Dascha aus Solingen, die zugegeben vielleicht nicht in die Kategorie „Hungerhaken“ passt, aber nun wahrlich auch nicht dick, rundlich oder sonst was ist, auf Teufel komm raus in die Kategorie „Curvy-Model“ stecken? Es bleibt deren Geheimnis. Ebenso wie die Antwort auf die Frage, wie viel Bock eigentlich Manfred Thierry Mugler, der erste aus dem Reigen der vielen prominenten Gastjuroren, auf das Geschehen der ersten Folge hatte.

Wer genau hingeguckt oder den nordbuzz.de-Ticker verfolgt hat, der dürfte zum Eindruck gekommen sein: wenig. Mal spielte der Mann, der es sich wohl leisten kann, als Top-Designer in einem Outfit am Set aufzutauchen, in dem Otto Normalbürger vielleicht allenfalls ins Fitnessstudio um die Ecke geht, am Handy. Mal hielt er sich, hinter seinem Stuhl stehend, an selbigem fest. Mal am Tisch neben ihm. So als ob ihn das Geschehen vor ihm jederzeit hätte umhauen können.

GNTM (ProSieben): Ein Sturz beim Walk – und zwei „Meeedchen“, die blank ziehen

Eine Gefahr, die so allerdings zu keiner Zeit bestand. Dann schon ehe jene Gefahr, dass der gute „Manni“ Mugler hätte einschlafen können. So wie unter Umständen der eine oder andere Zuschauer vorm TV-Schirm – na gut, der wurde ja immerhin durch die vielen Werbepausen wieder geweckt. Sonst aber war’s ein Abend zum Gähnen: kein Zickenkrieg, allenfalls mal ein kritischer Blick unter den Mädels. Und Tränen nur am Ende, als sich sechs „Meedchen“ verabschieden mussten.

„Nimm deine Eier in die Hand und geh‘“

GNTM-Kandidatin Dascha zu einer Konkurrentin vorm Walk auf dem Laufsteg

Zwischendurch mal eine umgekippte Kandidatin, bei der die Aufregung den Kreislauf versagen ließ. Model Nana, die beim Walk auf dem Hintern landete. Zwei Mädels, die Muglers Bitte, etwas mehr Bein sehen zu wollen, gleich mal damit quittierten, nur noch in Unterwäsche und mit der Hand vor der Brust ihren Walk zu absolvieren. Oder Heidi Klum, deren Kleid ihre Brüste ähnlich öffentlich zur Schau stellte wie die Model-Mama selbst ihre Tochter Leni. Das war eigentlich auch schon alles Erwähnenswerte.

GNTM (ProSieben): Ein bisschen mehr Spannung und Action, bitte

Halt nein, da war ja noch der Spruch des Abends von „Curvy-Dascha“ zu einer nervösen Mit-Kandidatin vorm Walk: „Nimm deine Eier in die Hand und geh‘“. Irgendwie ein passender Ratschlag, den man am Ende des ersten Abends auch der Produktionsfirma gerne mit auf den Weg gegeben hätte: „Nehmt eure Eier in die Hand und macht’s ein bisschen spannender.“ Auch wenn 2,33 Millionen Zuschauer den besten Staffel-Start seit dem Jahr 2011 bescherten: Der Twitter-Hinweis von Sänger Tim Bendzko fasst es gut zusammen.

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