Folge vier sorgt für Ärger

GNTM: Hüllenlos-Walk - Heidi Klum hat Stress mit Ministerium

GNTM: Heidi Klum bekommt Probleme. Die Alarmglocken des Bundesfamilienministeriums schrillen bei hüllenlosen ProSieben-Topmodels aus Folge vier.

Berlin – Am Ende waren es nach der vierten Folge wieder zwei „Meeedchen“ weniger: Kandidatin Sarah wurde bei „Germany‘s Next Topmodel“ von Heidi Klum und Gastjurorin Ellen von Unwerth rausgeworfen, Mira hingegen verabschiedete sich freiwillig aus der ProSieben-Show. Damit ist die 19-Jährige bereits die dritte Kandidatin, die von sich aus hinwirft. Zuvor hatten sich bereits Ricarda und Sara aus eigenen Stücken verabschiedet. Im Fokus von Folge vier aber steht etwas ganz anderes: Der Aufritt der Kandidatinnen auf dem Laufsteg – und der bringt „Model-Mama“ Heidi im Nachhinein mächtig Ärger ein.

Fernsehsendung:Germany's Next Topmodel
Ausstrahlung:seit 2006
Produktionsunternehmen:Staffel 1 bis 7: Tresor TV, ab Staffel 8: Red Seven
Sender:ProSieben, ProSiebenSat1 Media
Titelsongs:Work, In the Night, Turn Me On, Nasty Girl
Jurorin, Moderatorin, Produzentin:Heidi Klum

GNTM (ProSieben): Heidi Klums „Meeedchen“ müssen fast hüllenlos auf den Laufsteg

Dass es in der Show ein Nackt-Shooting – neben dem Umstyling jedes Jahr eines der Highlights – gibt, wissen sowohl die GNTM-Fans als auch die Models, die sich Jahr für Jahr für die Show bewerben, nur allzu gut. Diesmal aber setzt Heidi Klum, die ihre Kandidatinnen streng überwacht, noch eins drauf: Die Models müssen sich nicht ablichten lassen, wie Gott sie schuf, sondern hüllenlos vor den Augen der GNTM-„Chefin“ und ihrer Gastjurorin über den Laufsteg schreiten. Vorzeige-Model Soulin, die ein ganz anderes Tabu hat, das sie vielleicht um den Sieg bringen könnte, erkannte schon früh, was auf die „Meeedchen“ wartet.

GNTM-Jurorin Heidi Klum muss nach dem Hüllenlos-Walk ihrer „Meeedchen“ jede Menge Kritik einstecken. (nordbuzz.de-Montage)

Im Backstage-Bereich angekommen, erspäht die Hamburgerin, die mit ihrer Familie vor dem Syrien-Krieg nach Deutschland flüchtete, schnell die bereits liegende Bekleidung für den Walk auf dem Laufsteg: „Ich sehe einen Hauch von nichts.“ Und genau so kommt es dann auch: Die Klum-Kandidatinnen dürfen nur hautfarbene Höschen tragen, die Brüste werden mit Schaum sowie Brustwarzen-Aufklebern bedeckt. Im TV sorgt zudem ein Filter über den Körpern der „Meeedchen“ dafür, dass man auch wirklich nichts sehen konnte.

GNTM (ProSieben): Sogar das Bundesfamilienministerium schaltet sich ein

Und trotzdem: Für den einen oder anderen war es noch zu viel Haut, die die klumschen Kandidatinnen auf Geheiß der GNTM-Jurorin zeigen mussten. Wie die Bild berichtet, erntet die „Model-Mama“ sogar Kritik aus der Politik. Genauer gesagt: vom Bundesfamilienministerium. „Sexismus ist nichts, das wir einfach tolerieren oder ignorieren können. Gemeinsam müssen wir Sexismus ganz klar als das bezeichnen, was er ist: nämlich eine Form von Gewalt“, so eine Sprecherin des Ministeriums gegenüber der Zeitung.

Heidi Klum selbst begründete den „Hüllenlos-Walk“ gegenüber ihren Kandidatinnen damit, dass sie „gerne sehen möchte, wie wohl ihr euch in ihrer Haut fühlt.“ Ihr sei bewusst, dass es „viel Überwindung kostet, n*ckt über den Laufsteg zu gehen“, so die 46-Jährige in der Show, die am Donnerstag, 25. Februar 2021, bei ProSieben lief. Schon in der ersten Folge der 16. Staffel hatte Heidi Klum, damals Seite an Seite mit Gastjuror Manfred Thierry Mugler, die ersten Hüllen bei ihren Kandidatinnen fallen sehen.

Ex-GNTM-Siegerin und Model-Agent heißen Heidis „Schaum-Walk“-Idee nicht gut

Auch an anderer Stelle stößt Heidi Klums Idee, die „Meeedchen“ nur mit Höschen und ein bisschen Schaum auf der Haut auf den Laufsteg zu schicken, auf wenig Verständnis. „Ich hätte das nicht gemacht. Meine Modenschauen waren keine N*acktshows. Das wird es für mich auch nicht geben“, sagt Vanessa Fuchs der Bild-Zeitung. Die 24-Jährige gewann 2015 „Germany‘s Next Topmodel“ und findet, der Walk aus der vierten Episode sei „sehr weit von der aktuellen Modewelt entfernt.“

„Ich hätte das nicht gemacht, meine Modenschauen waren keine N*cktshows“

Vanessa Fuchs, Model und GNTM-Siegerin 2014

Aus ihrer Sicht ist der Schaum-Walk „ein No-Go. Speziell nach nach der intensiven, aber wichtigen ‚Me too-Zeit‘ für unsere Mode-Branche.“ Unterstützung bekommt Fuchs bei dieser Sicht auf die Dinge von Ted Linow. Der Model-Agent, der unter anderem mit Topmodels wie Eva Herzigova oder Toni Garrn arbeitete, sagt: „In der normalen Modewelt braucht kein Model n*ckt laufen, das nicht na*ckt laufen will. Heidis N*ckt-Walk sollte eine Mutprobe sein. Das ist reine Unterhaltung.“

GNTM (ProSieben): Kritik von Ex-Kandidatin Gerda Lewis nach Folge eins – Heidi Klum schweigt

Schon nach der ersten Folge und Heidi Klums Ankündigung, dass es in dieser Staffel einen N*ckt-Walk geben würde, hatte Ex-GNTM-Teilnehmerin Gerda Lewis, die 2018 an der Klum-Show teilnahm und 2019 bei RTL „Die Bachelorette“ war, Unverständnis geäußert: „Ich persönlich bin kein Fan vom N*ckt-Walk, da ich finde, dass es nicht so viel mit dem Modeln zu tun hat. Ich glaube, ich hätte schon ein Problem damit gehabt. Es ist natürlich eine komplett andere Situation als einfach nur ein Fotoshooting.“ Heidi Klum wollte die aktuelle Kritik nach der vierten Folge laut Bild-Zeitung übrigens nicht kommentieren. * nordbuzz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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