Corona-Zwangspause

Fußballkommentator Jan Platte: „Geisterspiele sind wirtschaftlich wichtig“

DAZN-Fußballkommentator Jan Platte lebt eigentlich für den Kick. In Corona-Zeiten ist er seiner Arbeitsgrundlage beraubt.
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DAZN-Fußballkommentator Jan Platte lebt eigentlich für den Kick. In Corona-Zeiten ist er seiner Arbeitsgrundlage beraubt.

„Vor Corona“ kommentierte Jan Platte (44) um die zwölf Fußball-Leckerbissen pro Monat für den Streaming-Dienst DAZN.

Liverpool, Barcelona, Bayern - nur vom Feinsten. Mit Vorbereitungszeit von bis zu zehn Stunden pro Spiel ist das ein Vollzeitjob. Dann kam der Corona-Lockdown. Fußball und damit auch Platte wurden von 100 auf null gestoppt. Wohnung statt Wembley, Anrichte in der Küche statt Allianz Arena in München.

Wie alle Fans, Spieler und Vereinsmanager freut sich Platte darauf, dass es wieder losgeht. Das erste Spiel, das wieder vor vollen Zuschauerrängen gespielt werden kann, ist „für mich der Moment, wenn beim Fußball wieder Normalität einkehrt“, verriet er im Interview der Nachrichtenagentur teleschau. „Die Geisterspiele, die vermutlich erst mal kommen werden, sind wirtschaftlich wichtig. Das richtige, elektrisierende Fußballgefühl wird aber erst mit den vollen Rängen zurückkehren.“

Wann wieder gekickt wird? „Alles Kaffeesatzleserei!“

Aber: „Momentan ist alles Kaffeesatzleserei. Wir wissen einfach nicht, was wann passieren wird.“ Es gibt Experten, die vermuten, dass es volle Stadien erst im Herbst 2021 wieder wird geben können. Auch für Fußball-Kommentatoren ist die Lage aus beruflicher Sicht angespannt, wenn die (Tor-)Fabriken stillstehen („Natürlich macht man sich Gedanken über Geld.“). Trotzdem sieht Platte in seinem Job einen mit Perspektive: „Dass es irgendwann wieder Fußballspiele geben wird, die kommentiert werden müssen, ist klar.“

Bis dahin hat sich ein „ehrenamtliches“ Betätigungsfeld aufgetan - die Familie. Platte: „Der Fußball und die Arbeit fehlen mir, aber ich habe weder Entzugserscheinungen noch Langeweile. Unsere zwei Söhne, sie sind drei und acht Jahre alt, machen zu Hause viel Remmidemmi.“

teleschau

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