Free The Nipple

Die wollen doch nur blankziehen

+
Oh wie schön ist es, ohne T-Shirt oder BH durch New York zu laufen! With (Lina Esco) konfrontiert verklemmte Mitmenschen mit nackten Tatsachen.

Weil die Männer doch auch dürfen: In "Free The Nipple" kämpfen ein paar US-Aktivistinnen für das Recht auf Textilfreiheit.

Bilder von Kriegseinsätzen, exzessiver Polizeigewalt oder Highschool-Massakern - alles kein Problem im US-Fernsehen. Ein Nippel hingegen sorgt fast für Panikzustände. Wenn man eine weibliche Brust schon zeigen muss, dann doch bitteschön nur verpixelt. Über diese vermeintliche gesellschaftliche und mediale Angst vor Geschlechtlichkeit kann man die Augen verdrehen. Man kann sich aber auch richtig aufregen und einen Krieg gegen die amerikanische Doppelmoral anzetteln, wie die Frauen in dem engagierten Comedy-Drama "Free The Nipple" (2014).

Die Dreharbeiten fanden schon 2012 statt. Warum der Film trotzdem erst jetzt den Weg auf die heimischen Bildschirme findet, liegt auf der Hand: Er ist natürlich ein wenig unbequem geraten. Dafür, dass es mit der Veröffentlichung von "Free The Nipple" jetzt doch irgendwie klappte, sorgten eine anschließende Protest-Kampagne unter gleichem Namen sowie diverse prominente Unterstützer wie Miley Cyrus oder Cara Delevingne.

"Girlrillaz" nennt sich die fiktive New Yorker Gruppe von Aktivistinnen, die sich ähnlich wie Femen in der Ukraine oder die Moskauer Punk-Rock-Grrls von Pussy Riot maximal offensiv für die Rechte der Frauen starkmachen. Wobei es in diesem Fall vor allem das Recht auf Oben-ohne ist, das ihnen am Herzen liegt.

Die jungen Frauen um With (gleichzeitig Regisseurin: Lina Esco) und Liv (Lola Kirke) lassen sich einsperren, "bomben" den Big Apple mit knallbunten Plakaten und Stickern zu, rauchen zwischendurch mal einen Joint auf dem Dach. Am hellichten Tage nackt über den Times Square laufen zu dürfen, ohne von der Polizei behelligt zu werden, ist den "Girlrillaz" sehr wichtig. Den Männern verbietet das ja auch niemand!

Bemerkenswert ist "Free The Nipple", weil es sich im Grunde um ein Werk von Aktivistinnen über Aktivistinnen handelt - fast alle Beteiligten setzen sich auch abseits des Filmbetriebs für sozale oder politische Belange ein. Umso bedauerlicher, dass sie hier am Ziel vorbeischießen: "Free The Nipple" plätschert die meiste Zeit doch ziemlich monoton vor sich hin, und die Erklärung der "Girlrillaz"-Motive ist kaum mehr als das Wiederholen der immergleichen Parolen. Wenn dieser Film jemanden von seinem Anliegen überzeugt, dann nur diejenigen, die er eigentlich gar nicht mehr überzeugen muss.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

Filmbewertung akzeptabel
Filmname Free The Nipple
Originaltitel Free The Nipple
Regisseur Lina Esco
Genre Komödie
Schauspieler Lina Esco
Schauspieler Lola Kirke
Schauspieler Monique Coleman
Entstehungszeitraum 2014
Land USA
Titel Free The Nipple
Studio Tiberius
Vertrieb Tiberius
Freigabealter 12
Erhältlich ab 11.02.2016

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare