Barret Oliver, Noah Hathaway, Tami Stronach und Co.

Fotograf, Kampfsportler, Tänzerin: Das machen die Stars des Klassikers „Die unendliche Geschichte“ heute

Mit dem Filmklassiker "Die unendliche Geschichte" (ARTE, Sonntag, 12. Juli, 20.15 Uhr) feierte Noah Hathaway seinen Durchbruch. Doch was macht der Darsteller der Rolle des jungen Atréju eigentlich heute? Und wie sieht es bei seinen Kollegen aus?
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Mit dem Filmklassiker „Die unendliche Geschichte“ (ARTE, Sonntag, 12. Juli, 20.15 Uhr) feierte Noah Hathaway seinen Durchbruch. Doch was macht der Darsteller der Rolle des jungen Atréju eigentlich heute? Und wie sieht es bei seinen Kollegen aus?

Bis heute gilt die Romanverfilmung „Die unendliche Geschichte“ als eine der drei teuersten deutschen Filmproduktionen. Doch was wurde eigentlich aus den Stars des Klassikers von 1984?

Eine ganze Generation liebte den Filmklassiker „Die unendliche Geschichte“: Der verträumte Bastian (Barret Oliver) liest in einem dicken Wälzer von der Kindlichen Kaiserin (Tami Stronach) und ihrem Land Phantásien, das von einem Nichts vernichtet zu werden droht. Alle Hoffnungen ruhen auf den Schultern des Jungen Atréju (Noah Hathaway), der das Land retten kann und sich auf eine gefährliche Reise begibt. Nun zeigt ARTE am Sonntag, 12. Juli (20.15 Uhr), die Verfilmung des Bestsellers (1979) von Michael Ende erneut - und damit einen der bis heute teuersten deutschen Filmproduktionen aller Zeiten.

Nur zwei Filme konnten die Romanverfilmung „Die unendliche Geschichte“ toppen und sich als teuerste deutsche Filmproduktion vor den Klassiker von 1984 schieben: „Das Parfum“ (2006) und „Cloud Atlas“ (2012). Der spätere Action-König Wolfgang Petersen („Troja“, „Vier gegen die Bank“) entführt die Zuschauer in seinem Fantasy-Abenteuer in ein Reich voller Fabelwesen wie Nachtalben, Borkentrolle, einem Felsenbeißer und dem Glücksdrachen Fuchur. Inzwischen ist die Premiere des Films über 35 Jahre her - aber was wurde eigentlich aus den Stars?

Barret Oliver

Die Rolle des zehnjährigen Jungen Bastian Balthasar Bux, der in dem Buch versinkt und regelrecht von der Geschichte aufgesogen wird, übernahm damals Barret Oliver. Dieser konnte sich danach vor Filmangeboten kaum retten. Er trat in Serien wie „Ein Engel auf Erden“ oder „Agentur Maxwell“ auf. Seine bekanntesten Rollen waren ein Jahr später in „D.A.R.Y.L. - der Außergewöhnliche“ und in „Cocoon“ sowie der Fortsetzung „Cocoon II - Die Rückkehr“ im Jahr 1988. Allerdings äußerte er sich bereits in diesem Jahr zur Schauspielerei: „Wenn ich es nicht mehr mag, kann ich jederzeit damit aufhören.“

Das geschah kurz darauf auch und einige Jahre blieb er vollständig verschwunden. 2004 wurde bekannt, dass sich der heute 46-Jährige der Fotografie zugewandt und studiert hatte. Seither hält Oliver Vorträge, zeigt seine Werke auf diversen Ausstellungen und in Museen, lehrt selbst in Los Angeles und hat ein Buch über Fotografie geschrieben. Dem Film blieb der Fotograf mit den ellenlangen Rastas seit 1989 fern.

Atréju und die Kindliche Kaiserin

Noah Hathaway

Hübsch sah er aus, mit seinen tiefbraunen Augen und den langen braunen Haaren: Atréju, gespielt von Noah Hathaway, reiste durch Phantásien, um die Prinzessin zu retten. „Die unendliche Geschichte“ markierte den Höhepunkt seiner Karriere, zuvor spielte der aus Los Angeles stammende Schauspieler in mehreren Werbeclips mit sowie in dem Science-Fiction-Klassiker „Kampfstern Galactica“. 1986 beendete er jedoch seine Filmkarriere mit dem Fernsehfilm „Casebusters“ und wandte sich anderen Aktivitäten zu: Er war ein paar Jahre als Lehrer für Jazz Dance tätig, widmete sich dem Kampfsport Muay Thai, fuhr Motorradrennen, eröffnete ein Tattoo-Studio und arbeitete als Barkeeper und Versicherungsmakler.

Außerdem bildete Hathaway nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 Piloten und Flugbegleiter im Nahkampf aus. Inzwischen besitzt er den Schwarzen Gürtel in Shotokan-Karate. Doch er kehrte dem Film nicht für immer den Rücken: 2012 feierte der Schauspieler sein Comeback mit einer Hauptrolle in dem Kriminalthriller „Sushi Girl“. Zuletzt sah man den heute 48-Jährigen 2016 in dem Horrorfilm „The Chair“. Mit seiner Ex-Ehefrau Sameerah Hoddison hat der am ganzen Körper Tätowierte zwei gemeinsame Kinder.

Tami Stronach

Mit der Rolle der Kindlichen Kaiserin feierte Tami Stronach ihr Schauspieldebüt. Danach sang sie den Song „Fairy Queen“ ein, der von Ralph Siegel produziert wurde. Doch danach schoben ihre Eltern einen Riegel vor ihre Schauspiel- und Musikkarriere: Sie wollten nicht, dass Stronach ein Kinderstar wurde. Die heute 47-Jährige folgte sodann ihrer Tanzleidenschaft: Sie eröffnete 2000 ein Tanzstudio in New York, bildete in Choreografie und Tanz aus und tourte mit der Tanzgruppe Neta Dance Company um die Welt.

Noch heute ist Stronach als Choreografin in New York tätig. Außerdem unterrichtet sie jeden Dienstag und Donnerstag „Never Ending Yoga“. Für drei kleine Rollen kehrte die Tänzerin auch wieder an ein Filmset zurück: für die beiden tschechischen Fantasy-Filme „Fredy a Zlatovláska“ (2008) und „Poslední z Aporveru“ (2017) sowie für das US-amerikanische Drama „Ultra Low“ (2018). 2010 heiratete Stronach den Schauspieler Greg Steinbruner, ihre gemeinsame Tochter Maya erblickte 2011 das Licht der Welt.

Der Winzling, der Buchhändler, der Vater und der Nachtalb

Deep Roy

Mit gerade mal 1,32 Metern Körpergröße war Deep Roy für die Rolle des Winzlings in der „Unendlichen Geschichte“ perfekt. Berühmt war Roy aber schon vorher: Er machte sich als Stand-Up-Comedian einen Namen und startete seine Schauspielkarriere in der Krimiserie „Mit Schirm, Charme und Melone“ (1976). Nach der „Unendlichen Geschichte“ wurde er weiterhin gerne für ungewöhnliche Rollen eingesetzt: So spielte er in namhaften Filmen mit wie „Planet der Affen“ (2001), „Der Grinch“ (2000), „Star Trek“ (2009) oder auch „Transformers - Die Rache“ (2009). Außerdem war der Schauspieler häufig als Stuntman aktiv, vor allem für Kinder. Einer seiner bekanntesten Auftritte ist wohl in „Charlie und die Schokoladenfabrik“ (2005) neben Johnny Depp, wo er die sogenannten „Oompa Loompas“, die Bediensteten der Fabrik, verkörperte. Zuletzt trat der heute 63-Jährige in „Star Trek Beyond“ (2016) auf.

Thomas Hill

Als Buchhändler Herr Koreander erlangte Thomas Hill auch in Deutschland Bekanntheit. Vor wie nach „Die unendliche Geschichte“ arbeitete er allerdings hauptsächlich als Theaterschauspieler. Er war außerdem der einzige, der auch in der Fortsetzung „Die unendliche Geschichte II - Auf der Suche nach Phantásien“ mit von der Partie war. Er beendete in den 90er-Jahren seine Karriere, zuletzt sah man ihn 1993 in der Serie „Law & Order“. 2009 erlag Hill im Alter von 81 Jahren einem Herzinfarkt.

Gerald McRaney

Gerald McRaney spielte in „Die unendliche Geschichte“ den Vater von Bastian. Eigentlich wollte er als Jugendlicher Footballspieler werden, doch eine Knieverletzung hinderte ihn daran. Er entschied sich für einen Schauspielkurs, spielte im Theater und später mehrere Nebenrollen in Fernsehserien. Der Durchbruch gelang ihm mit der bekannten Westernserie „Rauchende Colts“ (1973 bis 1975) und der Serie „Simon & Simon“ (1981 bis 1989). Es folgten zahlreiche Serienrollen, und auch nach „Die unendliche Geschichte“ blieb er weiterhin dem Schauspiel treu. Heute kennt man McRaney vor allem aus der Westernserie „Deadwood“, der Familienserie „This Is Us“ und der Netflix-Serie „House of Cards“ als Multimilliardär Raymond Tusk. Heute ist McRaney 72 Jahre alt und lebt mit seiner dritten Ehefrau Delta Burke in Mississippi.

Tilo Prückner

Der in Augsburg geborene Prückner ging in Nürnberg zur Schule und absolvierte in München seine Schauspielausbildung. In „Die unendliche Geschichte“ spielte er einen Nachtalb. Zuvor war er bereits mehrfach im Theater und im Film zu sehen und fiel bereits durch seine Wandlungsfähigkeit auf. Besonders bekannt wurde er durch die Fernsehreihe „Adelheid und ihre Mörder“ (1992 bis 1999) oder durch die ARD-Krimireihe „Tatort“, wo er an der Seite von Robert Atzhorn als Ermittler Holicek Kriminalfälle aufklärte. Bis zuletzt sah man Prückner regelmäßig in Film und Fernsehen, so seit 2013 in den Filmen der „Ostwind“-Reihe oder im Februar 2020 im ARD-Film „Krauses Umzug“. Seit März 2015 spielte Tilo Prückner in der ARD-Serie „Rentnercops“ die Rolle des Kommissars Edwin Bremer. Am 2. Juli starb er mit 79 Jahren an einem plötzlichen Herzversagen.

Die herausragenden Stimmen von „Die unendliche Geschichte“

Heinz Reincke

Der Glücksdrache Fuchur war mit einer durchaus berühmten Stimme gesegnet: die von Heinz Reincke. Der Synchronsprecher lieh Schauspielern wie Marlon Brando, Alec Guinness oder James Coburn seine Stimme, und nahm viele bekannte Hörspiele auf, darunter „Emil und die Detektive“ oder „Max und Moritz“. Von 1956 bis 2010 war Reincke als Schauspieler sowohl in Film und Fernsehen als auch im Theater tätig. Er heiratete dreimal und lebte zuletzt in Wien. Er starb 2011 im Alter von 86 Jahren. Ein nachgebauter Glücksdrache wurde als Figur in der Bavaria Filmstadt in München ausgestellt und dient heute noch als beliebtes Fotomotiv für Besucher.

Limahl

Mit dem träumerischen Song „Never Ending Story“ endet der weltberühmte Film - und Sänger Limahl schien den Durchbruch geschafft zu haben. Allerdings veröffentlichte der Musiker danach nichts mehr, das so erfolgreich war wie der Titelsong von „Die unendliche Geschichte“, wodurch Limahl, der bürgerlich Christopher Hamill heißt, als One-Hit-Wonder gilt. Sein letztes Solo-Album „Love is Blind“ erschien 1992. Im Jahr 2008 vereinte er sich wieder mit seiner ehemaligen Band Kajagoogoo („Too Shy“), das Album „Gone to the Moon“ erschien im selben Jahr. 2012 nahm er an der britischen Version von „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ teil und belegte den zehnten Platz.

teleschau

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