"Wildes Gemetzel"

Fortnite: ProSieben erntet Shitstorm nach TV-Beitrag

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Laura Dünnwald moderiert den „Fortnite“-Beitrag für „ProSieben Newstime“ an.

ProSieben erntet nach einem reißerischen TV-Beitrag über Fortnite Battle Royale einen Shitstorm. Eine interviewte Pädagogin distanziert sich sogar.

München - Und da ist sie wieder: Die Diskussion über „Killerspiele“ in den Medien. Diesmal auf dem Radar der Medienmacher: Fortnite Battle Royale - Der neue Hype am Gaming-Himmel. Doch wer davon ausgeht, dass die Berichte nur mit schlagkräftigen Argumenten davon überzeugen wollen, dass das Spiel nicht für Kinder geeignet ist, hat falsch gedacht. Die Nachrichtensendung Newstime von ProSieben hat das Netz mit einem reißerischen Beitrag in Aufruhr gebracht.

Übrigens: Alle reden gerade über einen Meteor bei Fortnite. Ob er einschlägt? Alle Infos hier

Nachrichtensprecherin Laura Dünnwald schaut so ernst drein, als ob es um einen Terroranschlag oder eine Pandemie geht, als sie den Beitrag zu Fortnite Battle Royal anmoderiert. Ihre Worte lassen den Zuschauer ein wahrlich apokalyptisches Szenario erahnen: „Millionen Jugendliche üben sich derzeit im Überlebenskampf. Nur wer andere abknallt, überlebt.“ Immerhin fügt sie an: „Zumindest online.“

Der News-Beitrag wählt nicht weniger reißerische Formulierungen: ProSieben Newstime spricht über das Spiel Fortnite von einem „wilden Gemetzel“, dass die Jugendliche nun auf dem Pausenhof erreicht hat. Für diesen Beitrag hat der Münchner Privatsender nun einen Shitstorm im Netz geerntet. 

Und natürlich: wer kennt sie nicht? Jungendliche, die mit ihren Laptops und Spielekonsolen über den Schulhof rennen um andere abzuknallen. Denn momentan ist das Battle-Game nur über diese Portale zu spielen. Die Gaming-Experten von „Epic Games“ arbeiten zwar gerade an einer Gaming-App für Fortnite, aber diese ist noch nicht für alle Smartphone-Gamer downloadbar. Erst die Betaversion von iOS ist für wenige Fortnite-Gamer verfügbar. Fortnite ist ein Multi-Player Game, das heißt, dass bis zu hundert Spieler dieses Spiel gemeinsam spielen können. Ziel ist es „The Last Man Standing“ auf dem Spielfeld zu sein.  

Pädagogin distanziert sich von ProSieben-Bericht zu Fortnite Battle Royale

In dem ProSieben-Beitrag interviewt der Nachrichtensender eine Pädagogin von der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW und behauptet, dass die Jugendschützer Alarm schlagen. Doch die interviewte Pädagogin Linda Scholz distanziert sich nun auf Twitter von dem reißerischen ProSieben-Beitrag, denn aus einem längeren Interview wurden vereinzelte Sätze herausgerissen und in einen anderen Kontext gesetzt um Panik vor dem Spiel zu verbreiten. 

Der Spieleratgeber NRW, hat nun auf der Homepage spieleratgeber-nrw.de eine Stellungnahme abgegeben. In dieser heißt es: „Wir haben dem Spiel nach redaktioneller Abstimmung eine pädagogische Empfehlung ab 14 Jahren gegeben. Dies ist eine Orientierungshilfe für Eltern, die ihren Kindern natürlich erlauben können, das Spiel auch früher zu spielen. Wir stellen uns immer gerne einer Diskussion um unserer erfolgten Empfehlungen, bitten jedoch um einen respektvollen und angemessenen Ton, den man leider in der Diskussion um den Fernsehbeitrag vermissen musste.“

ProSieben-Bericht zu Fortnite Battle Royale: Reaktionen im Netz

Viele User werfen der Redaktion von ProSieben nun vor, dass sie für ihren Bericht schlecht recherchiert hat und somit alte Gaming-Klisches zur Panikmache nutzt. Mit Phrasen wie „wildes Gemetzel, das die Jugend im Sturm erobert“ geht die Redaktion von Newstime nicht gerade zimperlich mit Fortnite um. Das Netz reagiert nun mit einem heftigen Shitstorm gegen ProSieben. In Videos klären die User besorgte Eltern auf oder machen sich einfach nur über den Bericht lustig. 

Wie die Youtuber auf den Bericht reagieren wurde in einem Youtube-Video zusammengefasst. 

Auch Gamer lassen ihrer Wut freien Lauf.

sms

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