Vaterfreuden - Mo. 28.03 - SAT.1: 20.15 Uhr

Der Film mit dem Frettchen

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Frettchen Karsten stiehlt Matthias Schweighöfer gern mal die Show.

Tiefenschärfe statt Charaktertiefe: Schweighöfers dritte Komödie sieht schick aus, rennt aber zu offensichtlich jeder Pointe nach.

Na, wer ist das? Gesucht wird ein sehr bekannter deutscher Schauspieler, der seit einigen Jahren auch als Produzent, Co-Autor und Regisseur von hollywoodtauglich ausgeleuchteten Komödien große Erfolge beim Kinopublikum feiert. Til Schweiger? Fast! Die Kurzbeschreibung passt mittlerweile auch auf Schweigers "Keinohrhasen"-Spezl Matthias Schweighöfer, der 2014 mit "Vaterfreuden" seine dritte Regiearbeit vorlegte. SAT.1 zeigt den Film jetzt in der Free-TV Premiere.

Im Grunde ist Henne (Friedrich Mücke) an allem schuld: Er war es schließlich, der Felix (Matthias Schweighöfer) auf die Idee brachte, Samen spenden zu gehen. Außerdem schleppte Henne das verrückte (teilanimierte) Frettchen an, von dem Felix kurz nach der Samenspende auf schmerzhafte Weise zeugungsunfähig gemacht wurde. Und von wem stammt die Information, dass die Sportmoderatorin Maren (Isabell Polak) von der Samenbank das letzte Sperma erhielt, das Felix produzieren konnte? Von Henne natürlich. Selbstverständlich will der Chaot seinem Bruder nun auch dabei behilflich sein, Maren kennenzulernen - immerhin trägt die Ahnungslose das einzige Kind aus, das Felix je zeugen wird.

Die Ideen "sprudelten reichhaltig", wie es Produzent Dan Maag formulierte - und zwar so reichhaltig, dass es Schweighöfer vor lauter fühlbarer Begeisterung für sein Projekt schwergefallen zu sein scheint, sich von einigen wieder zu trennen. Wie eine Sketchshow mutet "Vaterfreuden" streckenweise an, eine recht beliebige Aneinanderreihung von Situationskomik, Wortwitz und körperlichen Gags - irgendein Lacher wird für jeden schon dabei sein. Vor allem den Nebenfiguren - und davon gibt es mehr als genug - tut die beständige Jagd nach der Pointe nicht sonderlich gut: Die Frauen haben im Film kaum mehr zu tun, als Kinder zu wollen, zu kriegen oder zu haben, die Männer fungieren vorrangig als Stichwort- beziehungsweise Samengeber.

So zeichnet sich "Vaterfreuden" letztlich mehr durch Tiefenschärfe als durch Charaktertiefe aus: Wie Kollege Schweiger schwört Schweighöfer nicht nur auf Co-Regisseur Torsten Künstler ("Zweiohrküken", "Kokowääh 2"), sondern auch auf die Bildsprache, die das Gespann in den letzten Jahren prägte: leuchtende Hochglanzbilder (Kamera: Bernhard Jasper) mit leicht verschwommenem Hintergrund, die nach Frankfurt und Berlin nun München ein bisschen nach Hollywood aussehen lassen - und deutsche Kinokomödien immer gleichförmiger.

Doch Schweighöfer setzt nicht nur aufs Kino. Kürzlich wurde bekannt, dass er an der Produktion der ersten deutschen Amazon-Serie beteiligt sein wird. In "Wanted" soll Schweighöfer das Opfer eines Hackerangriffs spielen. Der Schauspieler wird dabei auch selbst Regie führen. Drehbeginn ist im Mai, die Serie wird dann voraussichtlich Anfang 2017 ausgestrahlt.

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