Zwischen Terror-Doku und Action-Thriller

Fiktionaler Thriller über den Anschlag auf den Boston-Marathon: „Deepwater Horizon“

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Das Drama „Boston“ zeigt den verheerenden Anschlag auf den Boston-Marathon im April 2013.

Nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon 2013 liefert Regisseur Peter Berg („Deepwater Horizon“) einen fiktionalen Thriller über die Geschehnisse mit drei Toten und mehr als 260 Verletzten.

Wie viel Zeit sollte vergehen, bevor ein Film nach einer wahren Begebenheit, zumal einer blutigen mit drei Toten und mehr als 260 Verletzten, auf die große Kinoleinwand kommt? Oliver Stones „World Trade Center“ beispielsweise arbeitete fünf Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 das Geschehene in einem Drama auf. Peter Bergs „Boston“ (2016, nun fürs Heimkino erhältlich) ist bereits gut vier Jahre nach dem Attentat auf den Marathonlauf in der Hauptstadt des US-Bundesstaates Massachusetts in den Heimkinos zu sehen - als fiktiver Thriller.

Zwei Bomben, versteckt in Rucksäcken und abgelegt zwischen den Beinen vieler ausgelassener Zuschauer am Rande der Strecke in der Boylston Street, detonierten mit einem Abstand von nur 13 Sekunden. Die Szenen um diese Explosionen, ausgelöst von den Brüdern Dschochar und Tamerlan Zarnajew, sind es auch, in denen „Boston“, immerhin gedreht an Originalschauplätzen, seine Würde behält und eben nicht in ein plakatives Katastrophenszenario biegt.

Klar, es sind blutige Bilder zu sehen. Das muss auch sein, bei drei Toten und mehr als 260 zum Teil Schwerstverletzten. Zwischen verzweifelten Schreien und in einer allgemeinen Panik irrt der ebenfalls verletzte Tommy Saunders (Mark Wahlberg) umher. Schnelle Schnitte begleiten den Polizeisergeant, der versucht, so etwas wie eine Übersicht in verwirrendem Chaos zu erhalten.

Die schlimmen Minuten direkt nach dem Attentat haben eher die Form einer Dokumentation. Regisseur Berg bleibt wohltuend nüchtern, er hält sich mit drastischen Bildern und überzogener Action zurück. Der Schrecken allein entfaltet Wirkung genug. Der Regisseur hätte diesen klugen Dreh zur Aufarbeitung eines sehr sensiblen Themas durchaus länger beibehalten können.

Problematisch in „Boston“ jedoch wird es bei der Verfolgung der beiden Attentäter. Einen Schusswechsel in dem Vorort Watertown inszenierte Berg als wilde Ballerei mit gewagten Explosionen. Der Regisseur gibt an, dass er keine reine Doku drehen wollte. Und immerhin sollte sein Film auch mitreißen - diejenigen Zuschauer, die von dem Terror eben nicht direkt betroffen waren. Mit der Action zum Finale macht der Film ihnen ein Zugeständnis, wie zuvor den Menschen in Boston mit einer distanzierten Herangehensweise.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc, Ultra HD Blu-ray und als Video-on-Demand.

teleschau

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