TV-Highlights

Fernseh-Highlights in Zeiten der Pandemie: Das dürfen Sie 2021 nicht verpassen!

Die neue Grenzenlosigkeit des Fernsehens: "Sörensen hat Angst" gibt es als Hörspiel, als Miniserie und nun auch als spielfilmlangen TV-Krimi. Kommissar Sörensen wird von "Tatortreiniger" Bjarne Mädel gespielt. Er leidet unter einer schweren Angststörung. "Sörensen hat Angst" läuft am Mittwoch, 20. Januar, 20.45 Uhr, im Ersten.
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Die neue Grenzenlosigkeit des Fernsehens: „Sörensen hat Angst“ gibt es als Hörspiel, als Miniserie und nun auch als spielfilmlangen TV-Krimi. Kommissar Sörensen wird von „Tatortreiniger“ Bjarne Mädel gespielt. Er leidet unter einer schweren Angststörung. „Sörensen hat Angst“ läuft am Mittwoch, 20. Januar, 20.45 Uhr, im Ersten.

Vieles ist ungewiss, aber eines ist sicher: Das lineare Fernsehprogramm in Deutschland ist auch 2021 viel besser als sein Ruf. Ein Ausblick auf die TV-Highlights des kommenden Jahres.

Eskapismus hat Konjunktur: Dass sich nicht nur die Streamingdienste, sondern auch die linearen Fernsehsender in Zeiten der Pandemie starker Nachfrage erfreuen, ist eine Tatsache, an der sich so schnell nichts ändern wird. Alle gieren nach Ablenkung, und alle hoffen natürlich, dass die großen Events, von Eurovision Song Contest (im Mai) bis hin zu den XXL-Sportereignissen Fußball-EM (im Juni und Juli) und Olympia (im Juli und August), 2021 stattfinden werden. Aber sicher scheint momentan nichts ... - Gut, dass es das lineare Programm als verlässliche Größe gibt. Das Angebot ist auch 2021 nicht gerade arm an Highlights - trotz Corona-bedingter Drehstopps wurde jede Menge auf die Beine gestellt. Der Blick auf die TV-Höhepunkte des Jahres zeigt unter anderem, dass die Sender, sicherlich auch getrieben vom Druck der Streaminganbieter, zu immer innovativeren Formaten und mutigen fiktionalen Erzählformen finden. Los geht's gleich am 3. Januar mit einem Fernsehexperiment, das für Aufsehen sorgen wird, weil es zeigt, wie grenzenlos inzwischen auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gedacht wird.

„Ferdinand von Schirach: Feinde - Gegen die Zeit“ (Sonntag, 3. Januar, 20.15 Uhr, ARD und Dritte Programme)

Fernsehen total: Ferdinand von Schirach lässt sein neues moralisches Gedankenspiel aus zwei Perspektiven erzählen: Während im Ersten ein Kommissar in einem dramatischen Entführungsfall ermittelt, erzählen die Dritten Programme aus der Perspektive des Tatverdächtigen-Anwalts. Ein kühnes TV-Experiment mit Stars wie Klaus Maria Brandauer, Bjarne Mädel, Harald Schrott und Ursina Lardi - definitiv das erste große Fernsehereignis des neuen Jahres. „Es geht nicht ums schnelle Aufsuchen vorgeprägter Meinungen und dann kommt ein großer Haken dahinter, sondern um ein Einlassen auf die Geschichte und ihre verschiedenen möglichen Blickwinkel - die man sich mehr oder weniger zu eigen machen könnte“, erklärt Klaus Maria Brandauer im Interview. Ob das „Tatort“-gewohnte Publikum am Sonntagabend da mitgeht?

Zweimal Impro-Fiction mit Charly Hübner

„Für immer Sommer 90“ (Mittwoch, 6. Januar, 20.15 Uhr, ARD)

Begriffe wie „Improvisation“ oder „Experiment“ sind auf dem Markt für Gebrauchsfernsehen eigentlich klassische Abturner, doch hier geht die Rechnung dank eines herausragenden Ensembles ausnahmsweise einmal auf: Ohne vorgekaute Drehbuchsätze und (erstmals wirklich für die Zuschauer so erkennbar) unter Pandemiebedingungen erzählen die Filmemacher Lars Jessen und Jan Georg Schütte ein packendes Nachwende-Drama. Der Erfolgsbanker Andy Brettschneider, gespielt von „Polizeiruf“-Star Charly Hübner, muss sich auf eine Reise in die Vergangenheit begeben, um herauszufinden, wer hinter einer anonym verfassten Nachricht steht, in der ihm eine Vergewaltigung vorgeworfen wird. Ein Film, der mehr über deutsch-deutsche Identitäten und Spannungen aussagt als manche Polit-Talkshow.

„Das Begräbnis“ (zweites Quartal, ARD)

Und gleich noch einmal Impro, noch einmal Jan Georg Schütte, noch einmal Charly Hübner: Unter dem Titel „Das Begräbnis“ wurde im Herbst 2020 binnen lediglich zwei Tagen eine Serie ohne Drehbuch abgedreht. Das Format, das im Jahresverlauf voraussichtlich genau wie „Für immer Sommer '90“ als Spielfilm im Ersten sowie als Serie in der Mediathek zu sehen sein wird, erzählt von Familiengeheimnissen, die anlässlich einer Beerdigung ans Licht kommen. Vor der Kamera standen unter anderem auch Jörg Gudzuhn, Anja Kling, Claudia Michelsen, Uwe Preuss, Christine Schorn, Catrin Striebeck und Devid Striesow.

„Das Berlin Projekt“ (ab Donnerstag, 7. Januar, 20.15 Uhr, RTL ZWEI)

Die sicherlich grenzwertigste Langzeitdokumentation des Jahres startet am 7. Januar bei RTL ZWEI: In „Das Berlin Projekt“ bekommen sieben Obdachlose in Berlin die Chance, ihrem Leben eine komplett neue Wendung zu geben. RTL ZWEI erklärt vorab: „Mit einem Budget von 10.000 Euro, über das sie frei verfügen können, können sie ihr Schicksal selbstbestimmt in die Hand nehmen und in eine neue Zukunft starten.“ Moderator Tim Niedernolte begleitet die Teilnehmer dabei über zwei Jahre hinweg und steht ihnen mit einem Team aus verschiedenen Experten und Sozialarbeitern zur Seite.

Der Dschungel ist in Deutschland

„Ich bin ein Star - Die große Dschungelshow“ (ab Freitag, 11. Januar, 22.15 Uhr, RTL)

Hier geht es zwar in erster Linie um Fiction, aber diese Show muss sich in Sachen Dramafaktor wohl kaum verstecken: Zoff am Lagerfeuer, Ekel-Prüfungen und mittendrin mehr oder minder bekannte Prominente, die um die Vorherrschaft im Dschungel kämpfen - nach diesem Erfolgsrezept läuft „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ bereits seit 14 Staffeln erfolgreich bei RTL. Weil die Corona-Pandemie die Welt weiter fest im Griff hat, wird 2021 alles anders. Statt im australischen Dschungel findet die Show in Deutschland statt, und sie bekommt einen neuen Namen: „Ich bin ein Star - Die große Dschungelshow“. Viel wurde vorab nicht verraten. Immerhin: Dr. Bob ist wieder mit dabei. Und: Die zweiwöchige neue Event-Show wird als 15-teiliges Casting aufgezogen, der Gewinner steht als erster Kandidat für das „reguläre“ Dschungelcamp im Jahr 2022 in Australien fest. Außerdem geht es um 50.000 Euro Siegprämie. Das Finale läuft am Freitag, 29. Januar, um 22.15 Uhr.

„Sörensen hat Angst“ (Mittwoch, 20. Januar, 20.45 Uhr, Das Erste)

Bjarne Mädel ist Hauptdarsteller und Regisseur eines Krimis, dem sich der norddeutsche Schauspieler tief verbunden fühlt. Die Geschichte eines Kommissars mit Panikstörung, der aus Hamburg in ein zutiefst melancholisches Ostfriesen-Kaff zieht, ist einer der wirklich besonderen Genrefilme des Jahres. Eine Besonderheit ist auch hier die Kreativität in der Formatierung: In der Mediathek ist das Ganze als Miniserie zu sehen, auf Deutschlandfunk als Hörspiel, und im Ersten läuft der schwarzhumorige Krimi als 90-minütiger Spielfilm. Alle drei Formate funktionieren!

„Ruhe! Hier stirbt Lothar“ (Mittwoch, 27. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste)

Die wahrscheinlich außergewöhnlichste Fernsehfilm-Story des Jahres dreht sich um die Frage, was ein Mensch macht, wenn er erfährt, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Wie reagiert er? Wen ruft er an? Wie verbringt er die wenige verbleibende Zeit? Fragen, die für die meisten Menschen bestenfalls theoretische Überlegungen bleiben, werden für Lothar Kellermann (Jens Harzer) zur bitteren Realität. Der Mann bekommt eine unerbittliche Diagnose: Er leidet an Lymphdrüsenkrebs, eine Chance auf Heilung ist ausgeschlossen. Im Hospiz lernt er Rosa (Corinna Harfouch) kennen. Sie leidet an Brustkrebs im Endstadium. Aber das ist noch lange nicht das Ende dieser kuriosen Geschichte.

„Kanzlei Berger“ (Mittwoch, 3. Februar, 19.25 Uhr, ZDF)

Eine neue Anwaltsserie am Vorabend! Was zunächst wenig aufregend klingt, hat bei genauem Hinsehen das Zeug zum kleinen Fernsehereignis. Im Fokus stehen keine supersmarten Anzugträger, sondern zwei ungleiche Schwestern: Caro (Eva-Maria Reichert) und Niki (Nele Kiper) sind nicht gerade das perfekte Team, aber wenn es drauf ankommt, können sich die beiden Juristinnen aufeinander verlassen - ob in beruflichen oder privaten Angelegenheiten. Viel Charme und echtes Leben, eine Prise Humor, oberbayerisches Flair und eine erfrischend unverbrauchte Besetzung: So sieht Familienfernsehen anno 2021 aus.

Neue Krimis braucht der Sonntagabend

„Tod von Freunden“ (Sonntag, 7. Februar, 22.15 Uhr, ZDF)

Entweder 90-Minüter oder Zweiteiler oder Serie ... - Dieses vorgegebene Denken ist in einigen Jahren wohl Schnee von gestern. Dass sich die Fiction zunehmend von den Formatstrukturen befreit, ist ohne Frage eine Errungenschaft des neuen Denkens, das, getrieben auch von der Konkurrenz durch Netflix und Co., im deutschen TV Einzug gehalten hat. „Tod von Freunden“, ein Thriller mit Jan Josef Liefers und Katharina Schüttler in den Hauptrollen, firmiert als „Mini-Serie“, und der vielfach ausgezeichnete Filmemacher Friedemann Fromm nimmt sich dabei die Freiheit, ein- und dieselbe Story mit jeweils anderem Fokus der einzelnen Protagonisten zu erzählen. Es geht um das rätselhafte Verschwinden eines Kindes bei einem Segeltörn - ein schreckliches Ereignis, das ein verlogenes Familienidyll zerbersten lässt .... Vier überlange Folgen werden sonntags, um 22.15 Uhr, im ZDF ausgestrahlt. Ab Sonntag, 7. Februar, ist die komplette Serie - Pilot und sechs Folgen - auch in der ZDFmediathek abrufbar.

„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (Amazon Prime, ab 19. Februar)

Als reine Streamingserie gehört diese Produktion eigentlich gar nicht hierher. Aber der Stoff, basierend auf dem Bestseller von 1978 und die legendäre Verfilmung von 1981, ist einfach zu relevant, um ihn in einer solchen Aufzählung auszusparen. In acht Episoden erzählt die Amazon Original-Serie die Geschichte von Christiane F. und ihrer Clique vom Bahnhof Zoo als moderne Interpretation des weltbekannten Romans. Mit Jana McKinnon, Lena Urzendowsky, Lea Drinda, Michelangelo Fortuzzi, Jeremias Meyer und Bruno Alexander standen einige der hoffnungsvollsten Jungstars vor der Kamera. Klassisches öffentlich-rechtliches Fernsehen eigentlich - aber die Produktion macht eben deutlich, dass auch die Streamingdienste heute in völlig anderen Kategorien denken. Produzenten der High-End-Serienadaption sind Oliver Berben und Sophie von Uslar. Annette Hess ist Head-Autorin und Creative Producerin, Regie führt Philipp Kadelbach.

„Tatort: Neugeboren“ (Frühjahr, Das Erste)

Im Frühjahr heißt es Vorhang auf für das neue Bremer „Tatort“-Team. Dar Salim, Jasna Fritzi Bauer und Luise Wolfram ermitteln erstmals im Fall „Neugeboren“, in dem es um ein entführtes Baby geht. Dar Salim verkörpert den Dänen Mads Andersen, der als Angestellter im Polizeidienst mit eingeschränkten Befugnissen arbeitet. Jasna Fritzi Bauer schlüpft in die Rolle der jungen Polizistin Liv Moormann aus Bremerhaven, die auf ihre Chance wartet, sich bei der Mordkommission beweisen zu dürfen. Luise Wolfram ist bereits seit 2016 als eigenwillige BKA-Ermittlerin Linda Selb im Bremer „Tatort“ präsent. Das Buch zum ersten Fall hat Christian Jeltsch geschrieben, Regie führt Barbara Kulcsar.

„Polizeiruf 110 - An der Saale hellem Strande“ (Mai, Das Erste)

Und noch ein Neuzugang am Krimisonntag im Ersten: Anlässlich des 50-Jahre-Jubiläums der „Polizeiruf 110-Reihe“ wird die Folge „An der Saale hellem Strande“ (MDR) im Mai 2021 mit einem neuen Team aufwarten. Im Fokus stehen zwei echte Schauspielschwergewichte: Als Kriminalhauptkommissar Henry Koitzsch und Kommissar Michael Lehmann werden in Halle Peter Kurth und Peter Schneider ermitteln.

„Unter Freunden stirbt man nicht“ (voraussichtlich erste Jahreshälfte, VOX)

Hier kommen nicht nur, aber auch die Best-Ager voll auf ihre Kosten: Mit Stars wie Iris Berben, Heiner Lauterbach und Adele Neuhauser startete RTLs Streamingdienst TV NOW im Dezember eine angekündigte Serienoffensive. Erstaunlicherweise mit Helden, die man eher im guten alten „linearen“ Fernsehen erwarten würde. Auch der Humor des Serien-Vierteilers „Unter Freunden stirbt man nicht“ geriet eher öffentlich-rechtlich. Es geht um vier Freunde, die den Tod des fünften verkraften müssen - und sein Ableben fünf Tage verheimlichen müssen. Wann genau die Serie bei VOX ausgestrahlt wird, steht noch nicht fest.

„Ich und die Anderen“ (Frühjahr, Sky)

Viel größer wird es 2021 nicht mehr werden: Das Sky Original „Ich und die Anderen“ ist die neue Serienproduktion von Showrunner David Schalko, der mit „Braunschlag“, „Altes Geld“ und „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ für Furore sorgte. Zum Ensemble der sechsteiligen Serie gehören Tom Schilling, Mavie Hörbiger, Katharina Schüttler, Sophie Rois, Martin Wuttke, Michael Maertens und Lars Eidinger. Es geht im Grunde nur um die Alltagserfahrungen des von Tom Schilling gespielten Protagonisten. Aber was heißt hier „nur“? - Sky lässt wissen: „Ich und die anderen' ist eine Diskursserie, witzig und tragisch. Vielleicht sogar ein Genre, das es so noch nicht gibt. Ein neues Narrativ im Dschungel der Serienvielfalt. Ein surrealer Trip durch die Minenfelder Identität und Ego.“ Die Ausstrahlung erfolgt voraussichtlich im Frühjahr 2021.

Alle Augen auf diese Show: Nackt gegen Krebs!

„Showtime of my Life - Stars gegen Krebs“ (Sendetermin noch nicht bekannt, VOX)

Die zweithäufigste Todesursache in Deutschland ist Krebs. Umso wichtiger, dass Frauen wie Männer regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen. „Showtime of my Life - Stars gegen Krebs“ lautet das Motto einer neuen VOX-Show, die auf dieses Thema aufmerksam machen will - und das kurioserweise mit nackter Haut: 16 deutsche Promis - jeweils acht Frauen und Männer - wollen in zwei getrennt voneinander stattfindenden Shows ihre Hüllen fallen lassen. Moderiert wird das Format, das bereits im Vorfeld für Schlagzeilen sorgt, von Guido Maria Kretschmer. Tänzerin Motsi Mabuse wird die acht Frauen auf den großen Auftritt vor einem Millionenpublikum vorbereiten. Die Teilnehmerinnen zeigen angesichts der bevorstehenden Aufgabe großen Respekt: „Ich habe ziemlich Angst, weil ich mich nackig machen muss und schiebe Prävention auch gerne mal auf“, erklärt etwa die Moderatorin Ulla Kock am Brink. Damit sei nun aber Schluss. Ähnlich überzeugt von dem Format sind Sängerin Stefanie Hertel, Model Mirja Du Mont und Schauspielerin Mimi Fiedler. Auf kaum ein anderes Unterhaltungsformat wird man in den kommenden Monaten aufmerksamer blicken.

„Das weiße Haus am Rhein“ (zweites Quartal, Das Erste)

Kein Jahr ohne historischen Event-Zweiteiler. „Das Weiße Haus am Rhein“ ist die Geschichte des jungen Emil Dreesen und erzählt, inspiriert von wahren Begebenheiten, vom Überlebenskampf seiner Hoteliers-Familie zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Vorabend des Zweiten. Vor der Kamera standen unter anderem Jonathan Berlin, Benjamin Sadler, Katharina Schüttler, Pauline Rénevier und Nicole Heesters.

„3 1/2 Stunden“ (Sommer, Das Erste)

60 Jahre Mauerbau: „3 1/2 Stunden“ (Regie: Ed Herzog) blendet zurück in den August 1961. Die Reisenden des Interzonenzuges von München nach Ost-Berlin erfahren am 13. August, genau dreieinhalb Stunden vor Grenzübertritt, dass in Berlin die Mauer gebaut wird. Die Frage lautet: Aussteigen oder Weiterfahren? Die Zeit läuft ... Zum großen Ensemble gehören unter anderem Susanne Bormann, Jan Krauter, Jördis Triebel, Martin Feifel, Katrin Filzen, Peter Schneider, Jeff Wilbusch, die Sängerin und Schauspielerin Alli Neumann sowie Uwe Kockisch und Steffi Kühnert. Gedreht wurde in Berlin, Nossen, Görlitz und Neuenmarkt in Bayern.

„Die Toten von Marnow“ (Herbst, Das Erste)

Um deutsch-deutsch Vergangenheitsbewältigung geht es auch in diesem Projekt: In Mirow (Landkreis Mecklenburgischen Seenplatte), Schwerin, Hannover, Wolfsburg und Berlin wurde die vierteilige Mini-Serie „Die Toten von Marnow“ gedreht. Die Kommissare Lona Mendt (Petra Schmidt-Schaller) und Frank Elling (Sascha Gersak) ermitteln in der Provinz im Fall eines Serienmörders, der seine Opfer vermeintlich unzusammenhängend auswählt. Doch mächtige Gegenspieler haben offensichtlich ein Interesse daran, die wahren Zusammenhänge im Dunkeln zu belassen ...

„Breisgau“ (Sendetermin noch nicht bekannt, ZDF)

Einmal von Rostock nach Freiburg und nicht zurück bitte: Die Ermittlerin Tanja Wilken (Katharina Nesytowa) lässt sich ins Breisgau, 900 Kilometer entfernt von der Heimat, versetzen, weil sie Abstand zu ihrer Vergangenheit und ihrem kriminellen Vater bekommen will. Dass dort unten, im vermeintlichen Idyll, der Ermittlerjob ebenso seine Härten und Tücken hat, gehört zu den Erfahrungen, die die Neue in der Freiburger Mordkommission schnell sammelt. Die Ausgangslage für die neue Samstagskrimi-Reihe im ZDF hat zweifellos ihren Charme. Zum Hauptcast gehören Joscha Kiefer, Johanna Gastdorf als Polizeikollegen. Regie führte Thomas Jauch.

„Zero“ und „Blackout“: Der zweifache Marc Elsberg

„Zero“ (Sendetermin steht noch nicht fest, ARD)

Basierend auf dem gleichnamigen Bestseller-Thriller von Marc Elsberg geht es hier um die ganz großen Fragen dieser Zeit: Welche Daten und Informationen wollen wir Internetplattformen und den dahinter stehenden Datensammlern preisgeben und wie viel Macht über unser Leben wollen wir auf Dauer den Algorithmen überlassen? In den Hauptrollen sind Heike Makatsch, Axel Stein, Sabin Tambrea und Luise Emilie Tschersich zu sehen. Regie führt Oscar-Preisträger Jochen Freydank. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

„Blackout“ (Sendetermin steht noch nicht fest, Joyn und SAT.1)

Und gleich noch eine Verfilmung eines Marc-Elsberg-Bestsellers: Der Roman „Blackout - Morgen ist es zu spät“ (2012) handelt von einem europaweiten Stromausfall und dessen Auswirkungen. Moritz Bleibtreu wird in der sechsteiligen Event-Serie die Hauptrolle des ehemaligen Hackers Pierre Manzano verkörpern. Weitere Stars im Cast sind Marie Leuenberger, Heiner Lauterbach, Jessica Schwarz, Francis Fulton-Smith und Herbert Knaup. Kaspar Pflüger, Geschäftsführer von SAT.1, spricht von einer „High-End-Serie mit absoluter Top-Besetzung“. Die Ausstrahlungstermine bei Joyn und SAT.1 stehen noch nicht fest.

„Die Wannseekonferenz“ (Sendetermin steht noch nicht fest, ZDF)

ZDF-Programmdirektor Dr. Norbert Himmler sagt im Grunde alles Nötige über dieses ehrgeizige Filmprojekt, das unter der Regie von Matti Geschonneck entsteht: „Vor fast 80 Jahren fand in einer Villa am Wannsee eine Konferenz statt, auf der etwas bis heute Unfassbares besprochen wurde: die systematische Organisation und Koordination des Holocaust. In den Stunden dieser Konferenz wurde das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte, der industriell organisierte Massenmord an sechs Millionen Jüdinnen und Juden gedacht und geplant. Einen so folgenschweren Augenblick der Geschichte zu verfilmen, bedeutet nicht nur eine große Herausforderung, sondern auch eine enorme Verantwortung.“ Der Film folgt dem von Adolf Eichmann aufgezeichneten „Besprechungsprotokoll“, von dem nur ein Exemplar erhalten ist und das als Schlüsseldokument der Judenvernichtung gilt. Die Teilnehmer der Konferenz werden von Johannes Allmayer, Matthias Bundschuh, Maximilian Brückner, Fabian Busch, Jakob Diehl, Godehard Giese, Philipp Hochmair, Peter Jordan, Arnd Klawitter, Frederic Linkemann, Thomas Loibl, Sascha Nathan, Markus Schleinzer, Simon Schwarz und Rafael Stachowiak verkörpert.

„Schattenwelten“ (ab August, ZDFinfo)

Viel wird derzeit über Verschwörungstheorien gesprochen, aber was ist eigentlich mit den real existierenden „Schattenwelten“ der Gesellschaft? - Kaum einer redet derzeit etwa über die organisierte Kriminalität oder über die Arbeit der Geheimdienste. ZDFinfo will im Sommer genau hier ansetzen. Sender-Chef Robert Bachem: „Mit der 'Schattenwelten'-Reihe setzen wir einen Programmschwerpunkt, dessen Produktion von der Coronakrise geprägt sein wird und dessen inhaltliche Ausrichtung vor allem auf Bereiche zielt, die davon profitieren, dass die Pandemie derzeit den Blick von ihnen ablenkt.“ ZDFinfo biete mit dieser neuen Dokureihe zum zehnjährigen Senderjubiläum im kommenden Spätsommer „relevantes Hintergrundwissen und neue Einblicke“, so Bachem.

Zweimal großes Fernsehen mit Antje Traue

„Die Bilderkriegerin“ (Sendetermin steht noch nicht fest, ZDF)

Diese Geschichte ist so wahr wie dramatisch: Anja Niedringhaus war eine international anerkannte deutsche Fotojournalistin. 2014 starb die 1965 in Höxter geborene Journalistin durch einen Anschlag in Afghanistan. Unter dem Arbeitstitel „Die Bilderkriegerin“ wurde ihr aufregendes Leben nun als Mischung aus Dokumentation und Spielfilm verfilmt. Unter der Regie von Roman Kuhn wird sie von Antje Traue verkörpert. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

„Die Macht der Kränkung“ (Sendetermin steht noch nicht fest, ZDFneo)

Und gleich noch einmal Anja Traue: Die 39-jährige Schauspielerin bildet gemeinsam mit anderen Größen wie Murathan Muslu, Julia Koschitz und Johanna Wokalek den Cast zu einer der spannendsten deutschen Serienproduktionen des neuen Jahres. Die Story handelt von einem Amokszenario in einem Einkaufszentrum - mit allen denkbaren dramatischen Hintergründen und Folgen für die Beteiligten. Regisseur ist Umut Da?, die Drehbücher schrieb Agnes Pluch. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

„Brahms“ (Sendetermin steht noch nicht fest, ARD)

Ein Fest für Klassik-Liebhaber dürfte diese Ausstrahlung werden: „Unser Film soll nicht nur gut anzuschauen, sondern auch gut anzuhören sein“, sagt die NDR Redakteurin Ulrike Dotzer über dieses Doku-Drama über das Leben des großen Komponisten. Gedreht wurde im Herbst unter anderem im Schloss Bückeburg, dessen Saal sich in einen Audienzsaal der Wiener Hofburg verwandelt. Der alte Brahms (gespielt von Gedeon Burkhard) trifft hier auf die kindliche Prinzessin Elisabeth (Lavinia Burat). Noch gibt es keinen Sendetermin.

„Tilo Neumann und das Universum“ (Frühjahr TV NOW, im Herbst bei VOX)

Wer sich angesichts all der historischen, dramatischen und kriminalistischen Geschichten fragt, wo denn 2021 eigentlich der Humor bleibt, dürfte mit dieser neuen Serie glücklich werden: Christoph Maria Herbst spielt einen Lehrer in der Midlife-Crisis, der auf einmal Stimmen hört. Das Universum will einen Deal mit ihm: „Du hilfst anderen, dann helfe ich dir und bringe alles wieder in Ordnung in deinem Leben, in nur einem Jahr und elf Monaten!“ - Die achtteilige Dramedy startet im Frühjahr auf TV NOW, die Free-TV-Premiere wird voraussichtlich im Herbst/Winter 2021/22 bei VOX zu sehen sein.

„Schneller als die Angst“ (Sendetermin noch nicht bekannt, ARD)

Und noch ein Fall, den die Formatpolizei des öffentlich-rechtlichen Fernsehens vor einigen Jahren so sicher nicht hätte durchgehen lassen. Die neue Krimireihe „Schneller als die Angst“ wird 2021 in dreimal 90 Minuten in der Late-Prime-Time im Ersten zu sehen sein - und als Serie mit sechs 45-minütigen Episoden in der ARD Mediathek. Im Zentrum der packend anmutenden Story stehen zwei Schauspielstars, an denen man sich noch lange nicht sattgesehen hat: Felix Klare spielt einen brutalen Frauenmörder Haffner, der in einer spektakulären Flucht dem Maßregelvollzug entkommt. Friederike Becht übernimmt den Part der jungen Zielfahnderin, die ihre ganze Energie in die Verfolgungsjagd setzt. Gedreht wurde in Magdeburg, die Regie lag bei Florian Baxmeyer nach einer Originalidee der Drehbuchautoren Klaus Arriens und Thomas Wilke.

„St. Pauli, 6 Uhr 07“ (Sendetermin noch nicht bekannt, ARD)

Das „Großstadtrevier“ ist schon dreieinhalb Jahrzehnte auf Sendung, über 500 Folgen wurden ausgestrahlt - höchste Zeit für einen richtigen Spielfilm: „St. Pauli, 6 Uhr 07“ lautet der Arbeitstitel des ersten 90-minütigen „Großstadtrevier“-Films, den Regisseur Félix Koch in der Hansestadt drehte. Die Story ist taff: Es ist genau 6.07 Uhr, als das Leben von Nina Sieveking (Wanda Perdelwitz) aus den Fugen gerät. Die Polizistin des 14. Hamburger Polizeikommissariats sitzt in der U-Bahn, als ein Streit zwischen drei Männern eskaliert. Sie geht dazwischen und wird brutal zusammengeschlagen, während die anderen Menschen in der U-Bahn zuschauen ...

Ein Spin-Off von „Club der roten Bänder“

„Tonis Welt“ (Sendetermin noch nicht bekannt, VOX)

Seit „Club der roten Bänder“ darf man VOX getrost zu den Sendern rechnen, die man bei relevanten eigenproduzierten Serien für die junge Zielgruppe auf der Rechnung haben sollte. „Tonis Welt“ mit Ivo Kortlang („Club der roten Bänder“) und Amber Bongard („Ostwind“) in den Hauptrollen versteht sich als Spin-Off des Serienhits von 2015. Es erzählt die Geschichten von Toni, dem Asperger-Autisten, und Valerie, die das Tourette-Syndrom hat, weiter. Kernbotschaft der Dramedy: „Es macht nichts, wenn man anders ist!“ Mit dabei sind Armin Rohde und Kai Schumann. Ausgestrahlt wird „Tonis Welt“ bei VOX, kurz auch via TVNOW.

„Ballouz“ (voraussichtlich Herbst, ZDF)

Eine neue Arztserie darf in so einer Vorschau natürlich nicht fehlen. Sechs Folgen wurden bislang produziert - das ZDF plant das Format immerhin für die Primetime ein. Im Fokus steht der, laut Sender, „ebenso begnadete wie ungewöhnliche Chefarzt“ Amin Ballouz (Merab Ninidse). Er kämpft in einer kleinen Klinik in der Uckermark für das Wohl der Patienten und gegen die eigene Vergangenheit. Mit dabei sind Julia Richter, Nadja Bobyleva, Vincent Krüger, Clelia Sarto und Daniel Fritz.

Hennig Baum auf den Spuren von Jürgen Drews

„Der König von Palma“ (Sendetermin steht noch nicht fest, TV NOW, RTL-Sendergruppe)

Henning Baum wird der „Der König von Palma“: Die Serie, die 2021 zunächst auf TV NOW laufen soll und später womöglich auch im linearen Programm der RTL-Sendergruppe unterkommt, beruht auf wahren Begebenheiten. Sie spielt zu Beginn der 90er-Jahre auf Mallorca. Es geht um die Auswandererfamilie Adler, die aus Dortmund auf die Insel zieht und einen Biergarten eröffnet.

teleschau

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