Lebenslinien: Hans Söllner - Mo. 22.02 - BR: 21.00 Uhr

Der ewige Rebell

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Rastafari und Rebell, engagierter Kämpfer wider Machtmissbrauch jedweder Art: Hans Söllner ist ein echtes Enfant terrible in der Liedermacher-Szene.

Welchen bayerischen Politiker hat der Liedermacher Hans Söllner im Laufe seiner fast 30 Bühnenjahre nicht beleidigt? Es dürften wenige gewesen sein. "Lebenslinien" zeichnet im BR ein sehr offenes Bild des Enfant terrible der Liedermacherszene.

Politikerbeleidiger, Polizistenanmauler, Hausbesetzer, Angeklagter, Verurteilter, Möchtegern-Marihuana-Legalisierer, Liedermacher, Rebell, Rastafari - Hans Söllner (60) war und ist alles. Söllner liebt die Natur und hasst Ungerechtigkeit, er liebt die Freiheit und verabscheut vor allem Behördenwillkür. Das hat dem umstrittenen Volkssänger und Freigeist mehr Prozesse eingebracht als Tausender auf dem Konto. Aber der Söllner Hansi geht seinen Weg. Konsequent, so steinig die Passage - oft selbst verschuldet - auch sei. Die neue Folge "Hans Söllner - Warum ich so bin" in der BR-Reihe "Lebenslinien" gewährt, kurz nach Söllners 60. Geburtstag, grandios Einblick in das Leben des Künstlers. Offen, ehrlich und schonungslos, wie der Söllner halt ist. Und deshalb vor allem: authentisch und faszinierend.

30 Bühnenjahre hat Söllner mittlerweile auf Kopf, Buckel und in den Händen, die sich einst selbst das Gitarrespielen beibrachten. Damals war das Christkind Söllner - er kam an Heiligabend zur Welt - ein pubertierender Teenie und wollte vor allem eins: aus dem von Streitereien und einem alkoholkranken Vater geprägten Elternhaus in Bad Reichenhall so schnell wie möglich raus. Über die Umwege zweier erfolgreicher Lehren (Koch, KFZ-Mechaniker) sowie Grundwehr- und Zivildienst landete Söllner in München und bei der Musik. Da lebte er dann das Rebellentum noch stärker aus. "Gelernt" hatte er es bereits beim heimischen Trachtenverein Marzoll. Den verließ er lieber, anstatt sich von den langen Haaren zu trennen.

Das Protestieren, das blieb. Nicht nur mit spitzzüngigen und scharfsinnigen bayerischen Texten seiner Lieder, sondern auch abseits der Bühne. Wohnungsbesetzung in München, viel später Sitzblockade in Bad Reichenhall. Wenn Söllner irgendwo Unrecht witterte und sah, wurde er fuchsig. Brachte seine Wut, seine Kritik beißend oder täuschend plaudernd in Songs auf mittlerweile 19 LPs unter. Er wurde vielfach verklagt. Er klagte auch selbst. 2000 war das, als er auf sein Recht pochen wollte, als Rastafari Marihuana zur grundgesetzlich geschützten Religionsausübung rauchen zu dürfen. Die Klage wurde abgelehnt.

Der Söllner Hansi blieb unbequem, auch sich selbst gegenüber. Zweifel während der vielen Prozesse. Private Umbrüche. Der Vater von fünf Kindern sucht noch immer nach einem sinnvollen Leben. Gräm dich nicht, Hans Söllner: Manchmal ist der Weg das Ziel.

Name der Sendung Lebenslinien: Hans Söllner
Sendedatum 22.02.2016
Sender BR
Sendezeit 21:00:00
Genre Dokumentation
Genre Dokumentation

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