Jubiläumsfolge am Mittwoch, 17. Mai

GZSZ wird 25 – Die ewig junge Talentschmiede am Vorabend

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Ein Vierteljahrhundert läuft die Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ schon bei RTL. Am Mittwoch, 17. Mai, wird das Jubiläum mit einer Folge in Spielfilmlänge gefeiert.

Die Daily-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ ist seit 25 Jahren auf Sendung. Der perfekte Anlass, um auf die turbulente Historie des ewig jungen TV-Dauerbrenners zu blicken.

„Wenn ich so einen netten Sonnyboy wie viele meiner Kollegen spielen müsste, wäre mir das mit der Zeit bestimmt langweilig geworden“, verriet Schauspieler Wolfgang Bahro schon 2002 über seine Rolle des Jo Gerner in der Daily-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Nein, von Langeweile ist auch 15 Jahre später nicht die Rede. Wolfgang Bahro ist seit dem Geburtsjahr der Serie, 1992, Teil des Hauptcasts. Er hat schon die verrücktesten Geschichten in den Studios in Potsdam-Babelsberg miterlebt - natürlich vor der Kamera. Nun feiert der „ewige Gerner“ das nächste große Jubiläum mit dem RTL-Dauerbrenner, der zum ersten Mal am 11. Mai 1992, noch beim RTL-Vorläufer RTLplus, auf Sendung ging. Auch nach einem viertel Jahrhundert ist „GZSZ“ noch lange kein verstaubtes Vorabendprogramm. Das Jubiläum der Daily-Soap wird am Mittwoch, 17. Mai, 19.40 Uhr, RTL mit einer Folge in Spielfilmlänge gefeiert. Danach gibt es für alle Fans noch ein Sahnehäubchen: Die Doku „25 Jahre GZSZ - Stars, Storys & Geheimnisse“ blickt ab 21.35 Uhr, hinter die Kulissen.

Aller Anfang war schwer. Die ersten täglichen 25 Minuten „GZSZ“ basierten auf der australischen Serie „The Restless Years“ und schlugen sich im Vorabendprogramm eher mittelmäßig. Thematisiert wurden die alltäglichen Probleme von jungen Erwachsenen, die Kritik war schnell mit der Seifenoper-Keuler zu Hand. Doch das änderte sich, denn schon bald übernahmen deutsche Drehbuchschreiber die Federführung und bemühten sich um Realitätsnähe. Sie suchen bis heute aktuelle und polarisierende Themen. Momentan arbeiten sechs Autoren an den Büchern für den etwa 20-köpfigen Hauptcast und die zahlreichen Nebenrollen.

Die Geschichten wurden immer ausgefeilter, blieben aber immer nah am Puls der Zeit und der jüngeren Generation. Mithin wagten die Macher auch den ein oder anderen Schockmoment und Skandal. „Die Serie verändert sich stetig und bleibt sich gleichzeitig treu“, bringt Schauspielerin Ulrike Frank (48, seit 2002 dabei) die Besonderheit von „GZSZ“ auf den Punkt. Tabu-Themen wie ein Inzest-Skandal oder die Auseinandersetzung mit Sterbehilfe und Freitod machen sorgen immer wieder für Relevanz. Über die Jahre hinweg probierte man sich aus, setzte den Fans auch oft etwas komplett Neues vor: Man erinnere sich beispielsweise an den Strumpfhosenmörder, im Jahr 1994, der die Serie vorübergehend zu einem Ratekrimi mutieren ließ.

Schauspielerin Valentina Pahde weiß, warum „GZSZ“ sich an Tabu-Themen wie Inzest, Bulimie oder Drogenmissbrauch wagen muss: „Das ist nicht alltäglich, aber es passiert auf der Welt, und wir nehmen das 'GZSZ'-Universum von solchen Sachen nicht aus.“ Sie findet, das „Geheimrezept“ der Serie „ist einfach, dass unsere Zuschauer sich und die reale Welt wiedererkennen“. Denn neben all den außergewöhnlichen und schockierenden Szenen gibt es eben auch den ganz normalen Wahnsinn in hohen Dosen: Liebe, Freundschaft, Familie und Beruf - eben all das, was die Zuschauer auch betrifft.

Längst verbindet das Format auch vor der Kamera Generationen: Während ein aktueller Star wie Valentina Pahde mit ihren 22 Jahren noch nicht auf der Welt war, als „GZSZ“ zum ersten Mal im TV lief, mimte der heute 56-jährige Wolfgang Bahro schon damals den fiesen Rechtsanwalt. Trotzdem ist Valentina Pahde alias Sunny Richter der erklärte Star der Jubiläumsfolge. Die Hochzeit zwischen Sunny und Felix Lehmann (Thaddäus Meilinger) steht ins Haus, doch da gibt es einen Haken: Felix' Bruder Chris (Eric Stehfest) hat auch noch Gefühle für die Braut. Chris möchte in letzter Minute beweisen, dass Felix verantwortlich für eine Brandstiftung ist. Der Fan darf sich zum Jubiläum auf ein Drama von Hass und Liebe in Spielfilmlänge freuen.

Seit Wochen laufen nicht nur am Set die Vorbereitungen, auch die Marketing- und PR-Abteilung rotiert auf vollen Touren. Auf der Internetseite, die es seit 2000 gibt, werden die Fans täglich in hoher Frequenz versorgt mit Interviews, Videos, Vorschauen und Ausschnitten. Auf Facebook hat das Format fast 1,6 Millionen Fans. Keine Spur einer verstaubten Vorabend-Serie.

Vor allem bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern schneidet „GZSZ“ immer noch sehr gut ab. 2013 konnten sich die Verantwortlichen über einen durchschnittlichen Marktanteil von 20,3 Prozent pro Folge freuen. Während die Zahlen 2014 und 2015 sanken, stieg der Zuspruch 2016 wieder auf 18,1 Prozent Marktanteil an. 2017 hat die Daily-Soap einen guten Start hingelegt und eine Marke aus dem Jahr 2013 eingeholt: Eine ganze Woche lang gab es täglich über 20 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe zu feiern: „Mit regelmäßig mehr als drei Millionen Zuschauern erreicht 'GZSZ' schon am Vorabend oft mehr Menschen als viele Primetime-Programme im privaten Fernsehen“, ist Frank Hoffmann, Programmgeschäftsführer von RTL, stolz auf diese Resonanz.

„GZSZ“ ist fraglos zu einem Aushängeschild des Senders geworden. Für zahlreiche Jungschauspieler entpuppte sich die Produktion als veritables Karrieresprungbrett. Als „Talentschmiede“ bezeichnet Joachim Kosack, Geschäftsführer von der Produktionsfirma UFA Serial Drama, die Serie. Stars wie Jeanette Biedermann (von 1999 bis 2004 dabei), Yvonne Catterfeld (2002 bis 2005), Oliver „Oli P.“ Petszokat (1998 bis 1999), Nina Bott (1997 bis 2005), Sila Sahin (2009 bis 2014) oder auch der Drehbuchschreiber Bora Dagtekin (2001) („Fack Ju Göhte“) haben sich hier in jungen Jahren ausprobiert und den Grundstein ihrer Karriere gelegt. Der wechselnde Cast sorgt für Aktualität, die tragenden Konstanten wie Wolfgang Bahro stehen seit 25 Jahren für Kontinuität und Verlässlichkeit. Da darf man getrost gratulieren!

tsch

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