Veranstalter reagieren auf die Corona-Pandemie

Der Eurovision Song Contest ist abgesagt: „Leider die einzig richtige Entscheidung“

Mit seinem Song „Violent Thing“ sollte der 22-jährige Sänger Ben Dolic in diesem Jahr für Deutschland beim Eurovision Song Contest antreten.
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Mit seinem Song „Violent Thing“ sollte der 22-jährige Sänger Ben Dolic in diesem Jahr für Deutschland beim Eurovision Song Contest antreten.

Der „Eurovision Song Contest“ ist abgesagt. Aufgrund der Corona-Pandemie könne der Musikwettbewerb in diesem Jahr nicht stattfinden. Das teilte die „European Broadcasting Union“ am Nachmittag via Twitter mit.

Das gab es noch nie in der langen Geschichte des größten europäischen Musikwettbewerbs: Der „Eurovison Song Contest“ (ESC) wird in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden. Das teilte die „European Broadcasting Union“ am Nachmittag via Twitter und auf der Website des ESC mit.

„Mit tiefem Bedauern müssen wir die Absage des Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam bekannt geben“, heißt es in dem Tweet. „In den letzten Wochen haben wir viele alternative Optionen untersucht, um den Eurovison Song Contest stattfinden zu lassen. Aufgrund der Unsicherheit, die durch die Verbreitung von COVID-19 in ganz Europa entstanden ist - und der von den Regierungen der teilnehmenden Rundfunkanstalten und den niederländischen Behörden eingeführten Einschränkungen -, hat die Europäische Rundfunkunion (EBU) jedoch die schwierige Entscheidung getroffen, das Live-Event nicht wie geplant fortzusetzen. Die Gesundheit von Künstlern, Mitarbeitern, Fans und Besuchern sowie die Situation in den Niederlanden, Europa und der Welt stehen im Mittelpunkt dieser Entscheidung.“

„ESC wird stärker als je zuvor zurückkommen“

Die 65. Ausgabe des Musikwettbewerbs sollte vom 12. bis 16. Mai in Rotterdam stattfinden. Wie in jedem Jahr war geplant, die Finalshow am Samstag, 16. Mai, im Fernsehen zu übertragen. „Wir sind sehr stolz auf den Eurovision Song Contest, der seit 64 Jahren Menschen in ganz Europa vereint“, schreibt Jon Ola Sand, der Executive Supervisor, auf der Website des ESC. Derzeit würden die Beteiligten über die Möglichkeit sprechen, den Wettbewerb im kommenden Jahr, also 2021, in Rotterdam stattfinden zu lassen.

„Ich möchte allen danken, die an der Durchführung eines großartigen Eurovision Song Contest in diesem Jahr beteiligt waren. Leider war dies aufgrund von Faktoren, die sich unserer Kontrolle entziehen, nicht möglich. Wir bedauern diese Situation sehr, aber ich kann Ihnen versprechen: Der Eurovision Song Contest wird stärker als je zuvor zurückkommen“, schreibt Sand weiter.

„Musik ist universell verbindlich“

Shula Rijxman, die Vorsitzende des niederländischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks schreibt: „Dies ist eine große Enttäuschung für das niederländische Publikum, das fantastische Team hinter den Kulissen, die Moderatoren und die Künstler. In den letzten Monaten hat eine große Gruppe von Menschen hart an dem Song Contest gearbeitet. Wir danken ihnen für ihr großes Engagement und bedauern, dass die Ergebnisse der Bemühungen kurzfristig nicht sichtbar sein werden.“

Dennoch sei die Entscheidung angesichts der gegenwärtigen Umstände durch das Coronavirus unvermeidlich gewesen. Sie schließt mit dem Statement: „Musik ist universell verbindlich, und - ich bin sicher - das wird auch so bleiben. Auch nach dieser Coronakrise“.

Erste Reaktionen: Facebook-User zeigen sich einsichtig

Schon eine Stunde nach der Bekanntgabe haben zahlreiche User der Sozialen Medien auf die Absage des ESC reagiert. Die meisten von ihnen stimmen mit der Entscheidung überein: „Danke für die verantwortungsbewusste Entscheidung!“, schreibt ein User auf der offiziellen Facebook-Seite des „Eurovision Song Contest“. „Es ist eine schreckliche Entscheidung, aber die einzig richtige unter den gegebenen Umständen!“, schreibt ein anderer. Vereinzelte User sind mit der Entscheidung allerdings nicht zufrieden: So schlagen manche vor, dass man die Finalshow stattdessen auch ohne Publikum im TV hätte übertragen können. Außerdem hätte man die Zuschauer per Telefon abstimmen lassen können. Auf der deutschen Facebook-Seite des „Eurovision Song Contest“ schreibt ein User: „Das Schlimmste ist passiert! Mich kann jetzt keine Corona Nachricht mehr erschüttern!“

Auch die ARD, die für die TV-Ausstrahlung in Deutschland verantwortlich gewesen wäre, auf die Absage reagiert: „Das haben wir erwartet und befürchtet - es ist leider die einzig richtige Entscheidung“, heißt es in einem Statement von Thomas Schreiber, dem ARD-Koordinator Unterhaltung.

„So enttäuschend es für alle Beteiligten, für alle Künstlerinnen und Künstler und alle Zuschauerinnen und Zuschauer in Europa und Australien ist, so gilt doch auch für den ESC: Die Gesundheit aller muss oberstes Ziel sein“, so Schreiber. „Durch intensive Gespräche weiß ich, dass sich das niederländische Team um Executive Producer Sietse Bakker, die EBU mit Jon Ola Sand sowie die Reference Group hochprofessionell, sehr verantwortungsvoll und gründlich allen Fragen gestellt hat, die die Corona-Epidemie für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Eurovision Song Contest aufwirft.“ Was die Zukunft des Wettbewerbs angeht, zeigt sich der 60-Jährige zuversichtlich: „Ich habe uneingeschränktes Vertrauen, dass alle Verantwortlichen mit Hochdruck an der bestmöglichen Lösung für den ESC 2021 arbeiten.“

Wie es nun mit dem deutschen Teilnehmer weitergehe, stehe aktuell noch nicht fest: „2020 wird das erste Jahr seit 1956 sein, in dem es keinen Eurovision Song Contest in Europa geben wird. Was das im Detail für uns und unseren Künstler Ben Dolic mit seinem erfolgreichen Song 'Violent Thing' bedeutet, werden wir jetzt mit unseren kreativen Partnern besprechen.“ Auch die Frage nach dem Alternativprogramm für Samstag, 16. Mai, ist derzeit noch offen,

teleschau

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