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ESC 2017: Welchen Platz holt Levina heute für Deutschland beim Eurovision Song Contest?

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Isabella Lueen alias Levina (26) singt am Samstag für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew.

Kiew - Levina singt heute beim ESC 2017 für Deutschland. Welchen Platz holte unsere Teilnehmerin beim Eurovision Song Contest in Kiew?

Update vom 13. Mai 2017: Wer gewinnt den Eurovision Song Contest in Kiew? Und wie schneidet die deutsche Kandidatin Levina ab? Alle Informationen finden Sie im Live-Ticker zum ESC 2017.

Isabella "Levina" Lueen könnte für Deutschland nach einer langen Durststrecke am Samstag beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew wieder Punkte sammeln. Sie bringt eigentlich die ideale Kombination für eine ESC-Teilnehmerin mit: Ihr gutes Aussehen mit Model-Figur, bezauberndem Gesicht und Endlos-Beinen lässt sich bestens vermarkten. In Sachen Marketing war unser letztjähriges Manga-Mädel Jamie-Lee Kriewitz ein Totalausfall. Ein Playboy-Shooting hätte man der Vorjahres-Teilnehmerin in diesem Leben nicht angeboten - um es mal vorsichtig zu formulieren. Neben ihren optischen Vorzügen hat die attraktive Levina mit „Perfect Life“ auch noch einen Song im Gepäck, der zwar nicht unbedingt Ohrwurm-Qualitäten, aber immerhin einen Wiedererkehrungswert besitzt. Was beim ESC oft schon reicht, wenn das Gesamtpaket des Interpreten bzw. der Interpretin stimmt. Levinas tiefe, leicht rauchige Stimme ist dabei das Tüpfelchen auf dem I.

Schon beim ESC-Vorentscheid 2017 in Köln signalisierten von Anfang an sowohl die Jury-Mitglieder Lena Meyer-Landrut, Tim Bendzko und Florian Silbereisen als auch das Publikum, dass Levina von Anfang an klar in Führung lag. Ihr Sieg wirkte am Ende der Sendung wie eine Formsache. Auch oder weil ihr Song „Perfect Life“ verdächtig nach einem mehrere Jahre alten Mega-Hit klingt.   

Läuft das heuer mal wieder besser für Deutschland beim ESC? Vielleicht erleben wir in der durchaus wechselvollen Historie der deutschen Teilnehmer beim Eurovision Song Contest mal wieder einen Ausreißer nach oben. Zumal auch die anderen Teilnehmer-Länder - insbesondere die wichtigen osteuropäischen Nationen - beim Vorentscheid schon klare Sympathien für unsere Kandidatin signalisierten. Erstmals konnten die deutsche Zuschauer ja die Tendenz unserer Mitbewerber in ihr Votum mit einfließen lassen. Wie die Vergabe der Punkte genau funktioniert, lesen Sie auf tz.de.

Schaut zumindest ganz danach aus, dass wir beim ESC 2017 dank Levina nach zwei letzten Plätzen dem Peinlichkeits-Hattrick entgehen. Wie Sie den Eurovision Song Contest 2017 live im TV und Live-Stream sehen, können Sie hier nachlesen. 

Deutschland beim ESC 2017: So stehen Levinas Chancen

Aber seien wir auch mal realistisch: In ihrem eigenen Land Deutschland ist Levina mit ihrer Single „Perfect Life“ nicht über Platz 28 in den Charts hinausgekommen. Wenn der Song schon nicht die Deutschen vom Hocker reißt: Wie soll sie denn damit die anderen europäischen Länder begeistern. Die maue Chart-Platzierung spricht eher für einen Flop beim ESC 2017.

Auch Musik-Legende Thomas Anders (“Modern Talking“) äußert sich auf vip.de kritisch über Levina. "Es werden Interpreten für den Vorentscheid festgelegt, von denen vorher in Deutschland niemand etwas hörte. Was soll das?" Aus diesem Grund könne er auch unsere diesjährige Teilnehmerin schwer einschätzen. Aber Anders ist sich sicher, dass sie keine Künstlerin ist "für die man patriotisch brennt". Doch genau davon lebe eben der ESC.

Das deutsche ESC-Urgestein Ralph Siegel meint zwar in der tz: „Levina ist sympathisch und singt sehr gut.“ Allerdings hätte er Levina nicht zum Eurovision Song Contest nach Kiew geschickt. Sein Kandidat wäre allerdings Axel Feige gewesen. Wobei man durchaus Herrn Siegels aktuelle ESC-Kompetenz durchaus hinterfragen darf. Immerhin ist er mit San Marino im zweiten Halbfinale ausgeschieden. Die Buchmacher führten seinen zum ESC 2017 komponierten Song „Spirit of the Night“ vor dem Semifinale auf dem letzten Platz was einen Sieg beim Wettbewerb angeht. Vielleicht sollte Levina eher beunruhigt sein, wenn „Mister Grad Prix“ sie über alle Maßen loben würde.

Die Wettquoten der Buchmacher lassen allerdings auch nicht unbedingt auf eine Top-Platzierung für Levian beim Eurovision Song Contest schließen. Laut Eurovisionworld.com liegt sie  auf Platz 17. Zur Erinnerung: Am Samstag gehen in Kiew 26 Kandidaten bzw. Kandidatinnen an den Start. Sollte Levina bei ihrem Auftritt auch noch Platzen, dann könnte der Ländername „Germany“ bzw. „Allemagne“ bei der Punktevergabe mal wieder sehr selten zu hören sein. Im schlimmsten Fall schmiert Deutschland zum dritten Mal in Folge auf den letzten Platz ab. Und wir sind mal wieder das musikalische Gespött von Europa.

Doch wer sind die Favoriten beim ESC 2017? Da gibt es gleich mehrere. Unter anderen Rechnen sich der Italiener Francesco Gabbani, der Bulgare Kristian Kostov und der Portugiese Salvador Sobral Chancen auf den Sieg aus. Als Geheimfavorit sind auch die jodelnden Rumänen für eine Überraschung gut. 

ESC 2017: Alle Infos zu unserer Teilnehmerin Levina - Hat sie einen Freund?

Isabella Lueen alias Levina (26).

Levina heißt mit bürgerlichem Namen Isabella Lueen. Ihr Nachname wird übrigens „Lü-en“ ausgesprochen. Der Name Levina, unter dem sie als Künstlerin auftritt, ist eigentlich ihr zweiter Vorname. Und wie kam sie dazu? „Meine ältere Schwester hatte ein Kindermädchen, die mit Nachnamen Levin hieß“, verriet sie vor dem ESC-Vorentscheid im Interview mit prinz.de. „Sie fand den Namen toll und überredete meine Eltern dazu, mich mit Zweitnamen Levina zu nennen. Mir gefällt der Name auch sehr gut und mittlerweile hat er sich zu meinem Künstlernamen entwickelt.“ Ihre Familienmitglieder würden sie aber weiterhin "Isabella" nennen.

Levina hat übrigens seit einem Jahr einen Freund. Das berichtet die Bild. Er heißt Giacomo Guariglia, ist Anfang 30, Italiener und Tontechniker. Er fiebert in Kiew mit. „Levina ist eine wundervolle Frau, ich bewundere sehr, wie sie das hier alles macht“, schwärmt er.

Im Musikgeschäft ist Levina kein Neuling. Allerdings blieb ihr bislang der kommerzielle Erfolg versagt. Die 26-Jährige, die in Bonn auf die Welt kam und in Chemnitz aufwuchs, singt bereits seit frühen Kindesjahren. Das musikalische Talent wurde ihr nach eigenem Bekunden in die Wiege gelegt. Spielen doch ihre Eltern beide ein Instrument.

Mit neun Jahren erhielt Levina Klavier- und Gesangsunterricht in der Städtischen Musikschule Chemnitz. Schon damals spielte sie im Kindermusical "3 Wünsche frei" mit. Wie sie in ganz jungen Jahren zum Musical kam, verriet Levina bei der Pressekonferenz der Teilnehmer für den ESC-Vorentscheid im Interview mit Moderatorin Barbara Schöneberger: „Ich habe in der Grundschule im Chor gesungen. Und meine Chorleiterin hatte dann auch den Kontakt mit den Kinder-Musicals. Und die hat mich dann auch vorgeschlagen.“  

Bei dem Gesangswettbewerb „Jugend musiziert“ räumte Levina später den ersten Platz ab. Zudem erhielt sie ein Stipendium für klassischen Gesang. Sie war erst zwölf Jahre alt, als sie begann, am Klavier ihre eigenen Songs zu komponieren und zu texten. Mit einer Eigenkomposition gewann sie 2006 den ersten Preis beim „15. Schülerwettbewerb des Sächsischen Landtags“. Dieser Erfolg weckte den Berufswunsch Sängerin.

Unsere ESC-Teilnehmerin Levina studiert in London

Später zog es Levina nach London. 2010 bekam sie die Auszeichnung „Best Vocal Performer“ an der Tech Music School. Unsere ESC-Teilnehmerin hat bereits ein abgeschlossenes Gesangsstudium und studiert derzeit noch in der britischen Hauptstadt Musikmanagement. Wie es mit dem Studium weitergeht, wenn beim ESC 2017 in Kiew der große Durchbruch kommt? Das weiß Levina nach eigenem Bekunden nicht. Aber darum braucht sie sich im Fall des Falles dann wohl auch nicht mehr zu kümmern. Wenn der Eurovision Song Contest ihren großen Durchbruch bringt, dann sollte das Geld auch ohne die regelmäßige Teilnahme an Vorlesungen und Seminaren auf ihr Konto fließen. 

Levinas Jahre in England bescherten ihr auch eine akzentfreie und natürliche englische Aussprache. Als Lena Meyer-Landrut 2010 den Eurovision Song Contest mit „Satellite“ gewann, klang das noch so, als hätte sie sich Tag und Nacht „Blur“-Alben reingezogen, um den dicken englischen Akzent von Sänger Damon Albarn abzukupfern. 

Das hat Levina nicht nötig. Vor einigen Jahren gründete sie die Band „Miss Terry Blue“ (was klingt das doch herrlich nach Brit-Pop). Mit der Gruppe gewann sie beim Londoner Universitäten Musikwettbewerb „Uni Music League 2012 den ersten Preis. Dieser bestand aus einem Management-Deal und der Produktion einer EP (ein Mini-Album) mit dem Producer Matt Lawrence. Der renommierte Produzent arbeitete bereits mit Adele, Robbie Williams, Amy Winehouse und „Mumford and Sons“. Ein Hit kam bei dem Projekt nicht heraus. 2013 trennte sich Levinas Band und sie begann ihre Solokarriere. Wie sie im Interview mit Barbara Schöneberger verriet, kommen auch ihre musikalischen Vorbilder aus Großbritannien: nämlich Amy Winehouse und Adele.

Levina beim ESC 2017: Bislang landete sie noch keinen Hit

Im ESC-Vorentscheid „Unser Song 2017“ hat Levina sich klar gegen die vier anderen Kandidaten behauptet. Man merkte, dass da eine echte Profi-Musikerin am Start war, die ihre Mitbewerber Felicia Lu Kürbiß, Helene Nissen und Yosefin Buohler eindeutig deklassierte. Lediglich Axel Maximilian Feige konnte einigermaßen mit Levina mithalten. 2015 brachte sie bereits die EP “Bedroom Records“ heraus. Samt der Single-Auskopplung „How To Dance“, bei der das dazugehörige Video so wirkte wie ein kostengünstig produzierter VIVA-Clip aus den Neunzigern. 

Aber möglicherweise kommt der ja große Durchbruch beim ESC 2017 in Kiew. Übrigens: Mit dem Eurovision Song Contest hat sie in der Vergangenheit bereits 50 Euro verdient - ohne einen einzigen Ton zu singen. Als Lena Meyer-Landrut 2010 den ESC gewann, verfolgte sie den Wettbewerb mit ihren multinationalen Freunden in einem Londoner Pub. Wessen Heimatland den Eurovision Song Contest gewinne, sollte 50 Euro einstreichen, so die Wette. Der Sieg ging an Deutschland und die Kohle somit an Levina.  

Deutschlands ESC-Kandidatin Levina: Ihre Profile bei Instagram und Facebook

Und natürlich ist Levina auch unter dem Namen „levinamusic“ auf Instagram und auf Facebook vertreten. So richtig privat wird sie dort aber nicht. In den sozialen Netzwerken erfährt man unter anderem, dass Levina ihre Stimme mit frischem Zitronen-Ingwer-Tee pflegt, sie ab und zu modelt, sie auf ihrem linken Unterarm ein Elefanten-Tattoo hat, und dass sie sich Frieden für die Welt wünscht. „Let‘s love, not hate“, schreibt sie in einem Post. Mit so was macht man sich immer Freunde ... 

Nicht ohne Grund ziert Isabella Levinas Unterarm ein ganz besonderes Tattoo. Wie die Berliner Morgenpost in Erfahrung gebracht hat, steht der zarte Schriftzug „plan a“ dafür, dass Isabella Lueen keinen Plan B hat.  Sie sagte der Zeitung, es gebe für sie keine Alternative, außer Musik zu machen. "Musik ist mein Leben.“ Auch beim ESC 2017 in Kiew soll es für sie keinen Plan B geben. Wenn Levina am Samstag wieder - wie beim Vorentscheid - von Anfang an 100 Prozent gibt, dann könnte für Deutschland eine Überraschung drin sein.

Auch wenn es heuer eher wieder nach einer Blamage aussieht: Wie sang doch mal Katja Ebstein beim Eurovision Song Contest? “Wunder gibt es immer wieder.“ Damit holte sie beim ESC 1970 immerhin den dritten Platz für Deutschland.

Perfect Life: Das ist Levinas Song beim Eurovision Song Contest 2017

fro/lvp

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