Alle Spiele der 26. Darts-WM in London sind zu sehen bei Sport1 und dem Streamingdienst DAZN (ab Donnerstag, 13. Dezember, 20 Uhr)

Die erste Darts-WM ohne die Legende

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Kann er im Ally Pally zum dritten Mal jubeln. Der Niederländer und zweifache Weltmeister Michael van Gerwen gilt als Favorit auf den WM-Titel.

„Game On“ heißt es ab 13. Dezember wieder. Dann steigt im Londoner Alexandra Palace die 26. Darts-WM der Professional Darts Corporation (PDC). Das TV ist umfangreich dabei.

Wenn ab Donnerstag, 13. Dezember, wieder die Pfeile durch den Londoner Alexandra Palace fliegen, müssen sich sowohl Fans als auch die Spieler auf einige Änderungen einstellen. Zunächst einmal: Phil Taylor ist erstmals bei einer Darts-WM der Professional Darts Corporation (PDC) nicht mehr dabei. Die Darts-Legende hat seine beispiellose Karriere nach seiner letzten Final-Niederlage Anfang 2018 gegen den englischen Überraschungssieger Rob Cross an den Nagel gehängt. Für wen die trinkfreudige Anhängerschaft des ehemaligen „Kneipensports“ nun möglich einen „Wonderland“-Song anstimmen werden, ist offen. Zur Auswahl stünden sehr viele „Kandidaten“. Das Teilnehmerfeld der WM wurde von 72 auf nun 96 Spieler erweitert. Mit der Russin Anastasia Dobromyslova und der Britin Lisa Ashton sind sogar erstmals zwei Frauen bei der WM am Start. Ein Debüt gibt es auch beim übertragenden Sender Sport1. Kommentator Basti Schwele und der Experte Gordon Shumway geben gemeinsame ihre WM-Premiere im „Ally Pally“. Haudegen Elmar Paulke, die bekannte „deutsche Stimme des Darts“, hingegen berichtet diesmal für den Streamingdienst DAZN, der ebenfalls umfangreich aus London überträgt. Keine Frage, Darts hat die Schwelle zum Massenphänomen überschritten. Endlich, werden all jene sagen, die schon seit vielen Jahren in der Weihnachtszeit mit den Stars der Szene fiebern.

Durch die Erweiterung des Teilnehmerfeldes ergeben sich sechs Sessions mehr als in den Vorjahren. Das bedeutet, dass bis zum Finale am Neujahrstag, 1. Januar, mehr als 110 Stunden Darts im Alexandra Palace gespielt werden. Neben den Halbfinals am Sonntag, 30. Dezember, und dem Endspiel gibt es somit nur noch drei Spieltage, an denen nicht schon am frühen Nachmittag die Darts fliegen. Spielfrei sind wie gewohnt der Heiligabend, der Erste Weihnachtstag, der Zweite Weihnachtstag und Silvester.

Der Sender Sport1, der zum 15. Mal in Folge von der Darts-WM berichtet, steht somit vor der umfangreichsten Berichterstattung in der Geschichte seiner Turnier-Übertragungen. Fast alle Spiele sind im Free-TV zu sehen. Verpasste Duelle reicht der Sender in regelmäßigen Highlight-Zusammenfassungen nach. Zudem gibt es ausgewählte Livestreams auf sport1.de zu sehen.

Im Ally Pally treten Basti Schwele und Gordon Shumway, der Kommentator und der Experte, ein durchaus schweres Erbe an. Schwele und Shumway stehen vor der Herausforderung, ausgerechnet Elmar Paulke ersetzen zu müssen. Die „deutsche Stimme des Darts“ ist zu DAZN gewechselt. Auch er ist bei der WM vor Ort und berichtet für den Streamingdienst, der wie schon im Vorjahr alle Spiele live zeigt. Paulke wird während des Turniers unterschiedliche Experten in seinem Kommentatoren-Kabuff zu Gast haben. Bestätigt ist beispielsweise der deutsche Darts-Profi René „The Cube“ Eidams aus Hagen.

Eher unwahrscheinlich ist auch diesmal, dass sowohl Sport1 als auch DAZN von weitreichenden Erfolgen der deutschen Spieler berichten werden. Obwohl mit vier Spielern quantitativ besser besetzt als im vergangenen Jahr, hat das deutsche Aufgebot mit Max Hopp, Martin Schindler, Gabriel Clemens und Robert Marijanovic höchstens Achtungserfolge im Blick. Marijanovic etwa erklärt: „Ich will die erste Runde gegen Richard North überstehen. Alles, was danach kommt, ist ein Bonus. Dann kommen die richtig großen Jungs.“

Wer zu diesen „großen Jungs“ zählt, ist bei dieser WM allerdings so offen wie kaum zuvor. Nach dem Rücktritt Phil Taylors gilt die Szene im Umbruch. Der Niederländer Michael van Gerwen beispielsweise ist in dieser Saison nicht mehr so dominant aufgetreten wie noch in den Jahren zuvor. Und der amtierende Weltmeister Rob Cross hat nach seinem Überraschungssieg im vergangenen Jahr nicht wieder zu seiner WM-Form gefunden. Als stärkste Gegner für den an Nummer eins gesetzten van Gerwen gelten die bekannten Stars Peter Wright und Gary Anderson. Außenseiterchancen hätten nach Experten-Meinung aber auch Spieler wie James Wade, Michael Smith sowie der für Österreich startende Mensur Suljovic.

Sollte Suljovic womöglich das Finale erreichen, könnte Sport1 mit einem neuen Rekord rechnen. Erst bei der letzten WM im vergangenen Jahr hatte der Sender bärenstarke Marktanteile erreicht. Vom Auftakt bis zum Finale verfolgten im Schnitt 550.000 Zuschauer die Live-Übertragungen - so viele wie nie zuvor. Zudem stellte das Finale zwischen Taylor und Cross mit dem Durchschnittswert von 2,14 Millionen Zuschauern und dem Spitzenwert von 2,73 Millionen Zuschauern eine neue Bestmarke auf. Nicht auszudenken, was los wäre, wenn es einen deutschen Shootingstar in der Dartsszene geben würde. - Ein Satz, den man jedoch so schon seit mehr als einem Jahrzehnt unter jede Darts-WM schreiben konnte.

teleschau

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