„Ein Ex-Einbrecher packt aus - Wie das eigene Zuhause sicher wird“

Endlich sicher vor Dieben? Ex-Einbrecher verrät in TV-Doku wichtige Tricks

In Deutschland wurden 2019 87.000 Einbrüche verübt - Tendenz steigend.
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In Deutschland wurden 2019 87.000 Einbrüche verübt - Tendenz steigend.

Wohnungseinbrüche können bei Betroffenen Traumata auslösen. Doch was kann man wirklich tun, um sich vor Gaunern zu schützen? Ein ehemaliger Berufseinbrecher packt in einer neuen ZDF-Doku aus.

„Wenn ich abends im Bett liege und es ist dunkel, dann habe ich manchmal noch Angst“, berichtet die kleine Lotte. Das Mädchen war mit ihrer Schwester Marlene und Mutter Cornelia im Theater, als sich Einbrecher Zutritt zur Wohnung der Familie verschafften. Das Resultat: Viele Wertgegenstände waren weg, das Zuhause verwüstet, und es blieb ein dauerhaft mulmiges Gefühl. „Erst wenn etwas passiert, dann wird überlegt, was ich für Einbruchssicherungen mache, anstatt vorher, dass man diese Traumata verhindert“, bestätigt Siegfried Massat. Ausgerechnet der Ex-Einbrecher gibt in der WISO-Dokumentation „Ein Ex-Einbrecher packt aus - Wie das eigene Zuhause sicher wird“ (Montag, 20. Juli, 19.25 Uhr, ZDF) Tipps, wie man seine eigene vier Wände effektiv gegen unerlaubtes Eindringen schützt.

Diese Ratschläge scheinen dringend nötig zu sein, wenn man einen Blick in die Statistik wirft: Mehr als 87.000 Einbrüche wurden 2019 verübt, die einen Schaden von 292 Millionen Euro anrichteten. Der Trend geht sogar hin zu mehr Gesetzesbrüchen, und das bei einer relativ geringen Aufklärungsquote. „Viele fühlen sich in ihrem Zuhause sicher, sie sind es aber nicht, weil sie sich nicht genug absichern“, bestätigt Massat, der sich nach vielen Jahren als Berufsverbrecher und diversen Gefängnisaufenthalten im Film von Andreas Baum geläutert zeigt und nun als Sicherheitsberater tätig ist.

Eine wichtige Rolle spiele der Faktor Zeit, wie Massat weiß. Mache man es den Gaunern so schwer wie möglich, in die eigenen vier Wände zu gelangen, gebe der Einbrecher normalerweise nach 10 bis 15 Minuten auf. Ein erster wichtiger Schritt zum sicheren Eigenheim sind moderne Verriegelungsmechanismen, etwa Pilzkopfverriegelungen an Fenstern, die ein schnelles Aufhebeln verhindern. Der Kriminaloberkommissar Markus Gebauer legt in der Dokumentation zudem spezielle Schließzylinder für das Türschloss ans Herz.

Staatliche Fördermittel möglich

Einbruchsopfer Alexander Ganz hat das nicht mehr gereicht. Nachdem er von Dieben um 50.000 Euro erleichtert worden war, rüstete er sein Zuhause mit einer teuren Alarmanlage auf. Die Einbrecher kamen trotzdem zurück. Zwar verschwanden sie beim zweiten Mal mit leeren Händen, Ganz hat seither jedoch nicht nur seine Tagesabläufe geändert, sondern sich auch eine schier unüberwindbare Stahltür zu seinem Schlafzimmer einbauen lassen. Denn: „Die Kripo hat mir mitgeteilt, dass man davon ausgehen kann, dass sie ein drittes Mal kommen, um dann mit Waffengewalt Geld zu erbeuten.“

Robuste Tresore und Alarmanlagen aber kosten, wie der Sicherheitsexperte Martin Domres im Film berichtet. Mit 3.000 Euro Investition dürfe man bei einer vernünftigen Alarmanlage rechnen. Immerhin: Die staatliche KfW-Bank bezuschusst Sicherheitsmaßnahmen, bei den ersten 1.000 Euro sogar mit 20 Prozent. Doch Alarmanlage hin, moderne Türschlösser her - sicher dürfe man sich nie sein, wie Siegfried Massat relativiert: „Was von Menschenhand gemacht, kann von Menschenhand überwunden werden. Es gibt keinen absoluten Schutz.“

teleschau

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