ARD-Dokumentation „Hirschhausen macht Schule - Warum Bildung gesund macht“

Eckart von Hirschhausen nach seiner ersten Zigarette: „Weg mit dem Scheiß!“

Unter ärztlicher Aufsicht raucht Dr. Eckart von Hirschhausen seine erste Zigarette. Was macht dies mit seinem Körper?
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Unter ärztlicher Aufsicht raucht Dr. Eckart von Hirschhausen seine erste Zigarette. Was macht dies mit seinem Körper?

„Kein Medikament ist so wirksam wie ein gesunder Lebensstil“: Moderator Dr. Eckart von Hirschhausen geht den Zusammenhängen von Bildung und Gesundheit auf den Grund - und stößt auf seiner Reise auf interessante Erkenntnisse.

Zahlreiche Faktoren haben Einfluss auf unsere Gesundheit. Rauchen wir? Leben wir auf dem Land oder in der Stadt? Sind wir häufig gestresst? Trinken wir Alkohol? Machen wir regelmäßig Sport? Mit hundert Versuchspersonen aus den unterschiedlichen sozialen Schichten startete Moderator Dr. Eckart von Hirschhausen für seine Dokumentation „Hirschhausen macht Schule - warum Bildung gesund ist“ (am Montag, 11. November, 20.15 Uhr, im Ersten) im Rahmen der ARD -Themenwoche „Zukunft Bildung“ ein ganz besonderes Experiment: Er ermittelte, wie viele der Personen statistisch die besten Chancen auf ein langes Leben haben - und fand einige interessante Zusammenhänge zwischen Bildung und Gesundheit heraus.

„Mehrere Studien haben ergeben, dass Frauen und Männer bis zu zehn Jahre kürzer leben, wenn sie einen niedrigen Sozialstatus haben“, weiß von Hirschhausen. Bei dem Experiment stellt er den Versuchspersonen Fragen zu ihren Lebensumständen. Jeder, der die gestellte Frage mit „Ja“ beantwortet, darf einen Schritt nach vorne gehen. Wie sieht das Bild am Ende aus? Welche Menschen haben eine höhere Lebenserwartung, und welche eine eher geringere?

Das Experiment zieht sich durch die gesamte Dokumentation. Nach jedem Schritt folgt ein kleiner Exkurs, bei dem die gestellte Frage etwas genauer erklärt und analysiert wird. Ein Beispiel ist der Alkohol. „Für mich geht Bildung im Mutterleib los. Wenn ein Kind bereits vor der Geburt mit Alkohol in Kontakt kommt, leidet es ein Leben lang,“ so von Hirschhausen. Auf seiner Reise durch Deutschland begegnet er betroffenen Menschen. So auch Marco B., der an „FASD“ leidet - der „Fetalen Alkoholspektrum-Störung“. Seine Mutter hatte in ihrer Schwangerschaft Alkohol getrunken. Er ist selbst abhängig und geistig sowie körperlich stark eingeschränkt. Der 44-Jährige hält heute in Schulen Vorträge, um zu zeigen, wie gefährlich Alkohol ist - und wie früh sich falsche Entscheidungen der Eltern auf das Leben der Kinder auswirken können.

Rauchen, Alkohol und Stress gegen kostbare Lebenszeit

Doch nicht nur der Alkohol spielt eine große Rolle in der Gesundheit und der Bildung. Von Hirschhausen untersucht auch den Effekt des Rauchens und zieht unter ärztlicher Aufsicht an seiner ersten Zigarette. Nicht nur die Veränderungen in seinem Gehirn sind immens. Er schwitzt, hustet, und muss sich hinsetzen, bevor er seinen ersten und wahrscheinlich auch letzten Stummel mit dem Fluch: „Weg mit dem Scheiß!“ endlich wieder loswird. Wie Zigaretten wirkt sich auch eine ungesunde Ernährung oder ein allzu streng getakteter Alltag auf die Lebenserwartung aus. Der Moderator erklärt: „Stress raubt uns kostbare Lebenszeit.“

Sport dagegen hilft der Gesundheit. Senioren, die nicht nur ab und an Wandern und altersgerechter Gymnastik machen, sondern sich regelmäßig bewegen, können mit einem längeren Leben rechnen. Kurzerhand schickt von Hirschhausen eine Gruppe Senioren in ein Schlammparcours-Rennen. „Gerade Sportarten, die viel Koordination abverlangen, sind besonders günstig, um Nervenzellen sprießen zu lassen und um Demenz und Alzheimer zu verhindern“, so erklärt Eckart von Hirschhausen.

Doch am Ende steht fest: Wir können manches, aber eben auch nicht alles selbst beeinflussen. Denn vieles hängt von unserer Umwelt und der Bildung ab, die wir erfahren. Es ist ein Teufelskreis: Ein gesunder Mensch, der eine gute Bildung erfahren hat, kann später einen besseren Job ausüben. Das führt dazu, dass er ein stabiles Leben führen kann, das ihn auch weiterhin gesund hält. „Kein Medikament ist so wirksam wie ein gesunder Lebensstil. Das ist leicht gesagt. Aber gesundes Essen, genug Schlaf, eine ruhige Wohnung, Urlaube, oder eine Sport-Ausrüstung - all das muss man sich erst einmal leisten können“, erklärt von Hirschhausen.

Im Rahmen der ARD-Themenwoche „Zukunft Bildung“ (Samstag, 9. November, bis Samstag, 16. November) werden zahlreiche Sendungen gezeigt, die sich mit dem Thema Bildung beschäftigen. Außerdem können Zuschauer unter dem Schlagwort „dankdir“ in den sozialen Netzwerken von Menschen erzählen, die einen besonderen Einfluss auf ihre Bildung hatten oder haben. Die ARD-Themenwoche findet dieses Jahr zum 14. Mal statt.

teleschau

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