Sinniert über politische Laufbahn

Dwayne Johnson: „The Rock“ for President?

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Ist das der zukünftige Präsident der Vereinigten Staaten? Ganz auszuschließen ist es nicht.

Wrestler, Actionheld, Präsident? Bei Dwayne „The Rock“ Johnson muss man mit allem rechnen.

Zigfacher Wrestling-Champion, Hollywoods aktueller Bestverdiener, amtierender „Sexiest Man Alive“ - und demnächst US-Präsident? Tatsächlich gab es in den USA eine Umfrage, derzufolge Dwayne „The Rock“ Johnson das derzeitige US-Staatsoberhaupt Donald Trump schlagen würde, wenn am nächsten Tag eine Wahl anstünde. Kein Wunder, dass jemand, der im Laufe seiner Karriere schon so viel erreicht hat wie der Ex-Wrestler, nun laut über eine Kandidatur nachdenkt: „Ich denke, die Leute wollen einen besseren Anführer. Einen gelasseneren, weniger lauten Anführer“, sinnierte Dwayne Johnson jüngst in der „Tonight Show“. Doch bevor er mit der politischen Karriere ernst macht, macht er erst einmal Faxen - als Ober-Bademeister im Kinoremake von „Baywatch“ (Start: 1. Juni).

Warum die Menschen ihn mögen - und bei 86 Millionen Followern bei Instagram darf man davon ausgehen -, kann Dwayne Douglas Johnson selbst recht gut in Worte fassen: „Ich glaube, dass ich in den letzten Jahren ein Mensch geworden bin, mit dem sich viele identifizieren können“, erklärte er dem US-Moderator Jimmy Fallon. „Ich stehe morgens lächerlich früh auf, gehe arbeiten, verbringe Zeit mit den Truppen und kümmere mich um meine Familie. Ich kümmere mich gern um andere.“ Was ja nicht die schlechtesten Voraussetzungen sind, wenn man Präsident werden will.

Noch dazu verfügt der 45-Jährige zweifellos über den notwendigen Ehrgeiz, sonst wäre er nicht zum Wrestlingstar und erst recht nicht zum Hollywoodhelden geworden. Zum Sport kam das Einzelkind durch seinen Großvater und seinen Vater, die selbst beide erfolgreiche Wrestler waren. Die Motivation, seinen Körper zu stählen, hatte allerdings einen traurigeren Hintergrund: „Als ich 14 war, setzte uns unser Vermieter vor die Tür“, verriet der gebürtige Kalifornier einst in einem Interview. „Wir standen vor einem Vorhängeschloss, und ich sah meine weinende Mutter an und konnte nichts tun. Ich erinnere mich daran, gedacht zu haben: 'Das darf nicht mehr passieren!'. Die Männer, die ich bewunderte, formten ihren Körper und wurden berühmt - wie Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger - und ich dachte: 'Das könnte ich sein!' Also begann ich zu trainieren.“

1995 stieg er unter dem Kampfnamen Flex Kavana erstmals in den Ring, fünf Jahre und zwei Namensänderungen später war er ein Superstar in seinem Sport. Dass „The Rock“ den Sprung aus dem Ring ins Kino schaffte, verdankt er nicht zuletzt seiner Disziplin und Körperbeherrschung: Dass er 2001 seine Stunts in „Die Mumie kehrt zurück“ alle selbst absolvierte, hinterließ Eindruck in Hollywood und wurde mit dem Mumien-Spin-Off „The Scorpion King“ (2002) honoriert. Der Weg in eine Actionkarriere war geebnet.

Natürlich ist das nicht das Genre, in dem Oscars winken, wohl aber Geld, Ruhm - und Spaß: So bereiten Actionstreifen wie die „Fast & Furious“-Reihe dem studierten Kriminologen besondere Freude, weil er darin in bester Tradition von Steve McQueen oder Charles Bronson mehr oder minder sinnfreie Einzeiler raushauen darf. Doch der Koloss mit samoanischen Wurzeln, der unter anderem in Neuseeland und auf Hawaii aufwuchs, kann auch anders: In Familienfilmen wie „Zahnfee auf Bewährung“, „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ oder dem Disney-Animationshit „Vaiana“ zeigte er seine witzige, gelegentlich auch seine einfühlsame Seite.

Dass der harte Kerl seinen weichen Kern offen zur Schau stellt, dürfte das Verdienst seiner beiden Töchter sein. Die ältere, Simone, entstammt seiner 2008 geschiedenen Ehe mit Dany Garcia, die eineinhalbjährige Jasmine ist das erste gemeinsame Kind mit Langzeitfreundin Lauren Hashian: „Je älter ich werde, desto mehr lerne ich zu schätzen, wie eng und wertvoll die Beziehung zwischen einem Vater und seiner Tochter ist“, schwärmte Johnson in einem Interview mit einem US-Magazin. „Die Verantwortung ist unbeschreiblich, da davon alle ihre Beziehungen zu Männern beeinflusst werden.“

Das Alpha-Männchen-Gehabe, dass er auch in „Baywatch“ wieder an den Tag legt, pflegt der häufig selbstironisch auftretende Charmeur wohl also nur auf der Leinwand und - wenn auch nur noch sporadisch - im Ring, um seine Gegner einzuschüchtern. Wieder so etwas, das ihm bei einer politischen Laufbahn zupass käme. Bei Twitter jedenfalls veröffentlichte Johnson bereits ein Bild von sich im Anzug am Rednerpult, davor das Kampagnenschild „'The Rock' Johnson 2020“. Doch so schnell geht es dann doch nicht: Es ist nur ein Szenenbild aus einem Sketch von „Saturday Night Live“, in dem Dwayne Johnson und Tom Hanks ihre gemeinsame Kandidatur bekanntgaben. Im Scherz, natürlich. Nur dass man sich angesichts der aktuellen Nachrichtenlage doch fragen muss, ob Präsident Rock vielleicht die bessere Alternative zur Realität wäre.

tsch

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