Netflix-Film „The Dirt“ feiert die Poser-Rocker von Mötley Crüe

Drogen, Alkohol, Orgien: Die Exzesse der Mötley Crüe

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Mötley Crüe strickten von Beginn an mit an den Legenden um die Skandalband. Auf den Doku-Film zu ihrer Heavy-Metal-Karriere mussten die Band lange warten.

Noch einmal den Verstärker ganz aufdrehen: Mötley Crüe, die wildeste Glam-Metal-Band der US-Geschichte, ist selbst längst aufgelöst. Aber Netflix möchte nun den Irrsinn der 80er- und 90er-Jahre aufleben lassen.

2011, vier Jahre vor ihrer endgültigen Auflösung, hatten sich die Mötley Crüe-Musiker Tommy Lee, Vince Neil, Mick Mars und Nikki Sixx mit ihrer vom Profi-Autor Neil Strauss betreuten, gemeinschaftlichen Band-Autobiografie „The Dirt - Sie wollten Sex, Drugs und Rock'n'Roll“ selbst ein Denkmal gesetzt. Ein besonders schrilles. Subtile Zwischentöne waren für Mötley Crüe, die vielleicht ausgefallenste Heavy-Metal-Band der Glam-Rock-Ära, nicht akzeptabel. Und so setzten sie sich auch im Buch genau als die durchgeknallten, versoffenen, verantwortungslosen und fast permanent unzurechnungsfähigen Rock-Monster in Szene, die sie in Wirklichkeit gerne waren.

Mit viel Verspätung folgt nun endlich die Verfilmung - im neuen Netflix-Drama „The Dirt“. Dieses kommt am Freitag, 22. März, in einer fast zweistündigen Fassung auch in Deutschland heraus. Was zunächst aufhorchen lässt: BeimStreaming-Dienst erhält der Film die Altersempfehlung „ab 18 Jahren“. Er macht natürlich vor den szeneüblichen Exzessen nicht Halt. Drogen-Missbrauch, wüste Alkohol-, aber auch Sex-Orgien, breitbeiniger Metal-Machismo und ein nicht erst in „Metoo“-Zeiten oft unerträglich wirkendes Frauenbild gehören da natürlich dazu. Auch die finsteren Seiten der Band-Geschichte werden nicht ausgeblendet. So erlebt man etwa den von Sänger Vince Neil im Vollrausch verursachten Autounfall, bei dem der Beifahrer, „Rizzie“ Dingle, Drummer der Band Hanoi Rocks, ums Leben kam, noch einmal mit.

Die Hits sind dabei

Natürlich wird die Wucht der Inszenierung bei treuen Mötley-Crüe-Fans ihre Wirkung nicht verfehlen. Vor allem, weil auch von „Looks That Kill“, über „Girls, Girls, Girls“ bis „Shout At The Devil“ viele der großen Mitgröl-Hymnen von damals nicht fehlen. Den Titel-Track „The Dirt“ singt ziemlich energiegeladen der Rapper Machine Gun Kelly ein, der für die Rolle der Skandalnudel Tommy Lee gewonnen werden konnte. Doch allein schon seine Besetzung sagt viel über die alles andere als schlüssige Entstehungsgeschichte der Doku aus, die so gerne ein richtiger Skandalfilm geworden wäre.

Immerhin wurden die Filmrechte zur Band-Biografie „The Dirt“ bereits 2006 verkauft - damals unter anderem an MTV. Früh geriet allerdings die Produktion ins Stocken. 2006 beklagte sich Nikki Sixx, dass der frühere Musiksender angeblich uncool geworden und damit nicht mehr als geeigneter Filmpartner anzusehen sei.

Nachdem das Filmprojekt länger weitergereicht wurde, passiert sehr lange - genau gar nichts. Erst im März 2017 kaufte der weltweit expandierende Streaming-Dienst Netflix dann die Filmrechte, ließ sich mit der konkreten Umsetzung auch wieder Zeit. Nun liegt der Film vor. Und eine lange Geburt sagt nicht immer das Beste aus.

teleschau

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