Der 3sat-Dokumentarfilm „Generation Wealth“

Donald Trumps Jünger: Das ist die Welt der Superreichen

Jugendliche stellen an der Uferstraße von Venice Beach ihren Reichtum zur Schau.
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Jugendliche stellen an der Uferstraße von Venice Beach ihren Reichtum zur Schau.

Es ist der scheinbar nüchterne Blick der Fotografin.

Er macht die Arbeit der mehrfach preisgekrönte Filmemacherin Lauren Greenfield, deren Werke in vielen Museen hängen und aktuell auch in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen sind, aus. Seit 25 Jahren schon beschäftigt sich die Fotokünstlerin aus Los Angeles mit der Welt der Schönen, Reichen, Erfolgreichen - sowie mit dem US-amerikanischen Kult um das Geld. Für ihren Dokumentarfilm „Generation Wealth“, der am heutigen Montag, 3. Februar, um 22.30 Uhr, beim Sender 3sat erstmalig im deutschen Fernsehen gezeigt wird, hat sie Menschen porträtiert, für die der Luxusmodus Selbstverständlichkeit, aber auch Fluch und Segen ist.

Greenfield, die selbst aus einer Familie der akademischen US-Oberschicht stammt, haben ihre Foto-Arbeiten viele Türen geöffnet. Und dahinter blickt man nun im Film in eine Licht- und Schattenwelt. Bei Florian Homm, den die Regisseurin während ihrer eigenen Studienzeit kennenlernte, liegen Schein und Sein sehr nahe beieinander. Einst war der Deutsche in den USA einer der erfolgreichsten Hedgefonds-Manager, der es zu märchenhaften Reichtum brachte und mit allen Insignien des Erfolgs protzte. Mittlerweile wird er wegen Wirtschaftskriminalität gesucht und steht auf der FBI-Fahndungsliste. Homm muss sich im Heimat-Exil im Taunus vor den US-Behörden verstecken.

Es sind eben auch die Auswüchse des Glücksversprechens, die Lauren Greenfield in ihrem 100-minütigen Dokumentarfilm auf 3sat immer wieder thematisiert. Wer vermeintlich auf der Überholspur lebt, verliert oft den Blick für die wahren Schicksale am Wegesrand. Und die oft beschworene amerikanische „Oberflächlichkeit“, die sich auch in einem Marken- und Waren-Festischismus niederschlägt, kann eine sehr grausame Seite haben, wenn echte Armut ausgeblendet wird.

Somit passt der Film, dessen anfängliche Arbeiten schon über zwei Jahrzehnte zurückgehen, auch in die überhitzte Ära Trump. „In gewisser Weise hat er bestätigt, was ich die beiden Jahrzehnte zuvor in der Kultur dokumentiert habe“, sagt Greenfield über den US-Präsidenten. „Er ist im Grunde die Apotheose der 'Generation Wealth' und Ausdruck dieser Werte.“

teleschau

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