Neue Studie zur Mediennutzung

Deutsche nutzen täglich sieben Stunden Medien - aber sie lesen immer weniger

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In Deutschland gibt man sich gegenwärtig etwa sieben Stunden pro Tag den Medien hin. Dabei wird sehr viel mehr Video und Audio als Schrift konsumiert. Immer wichtiger für junge Leute: die zeitunabhängige Nutzung.

Satte sieben Stunden pro Tag nutzen die Deutschen Medien. Dabei wird etwa sechsmal so viel Zeit aufs Sehen und Hören verwendet, wie aufs Lesen. Je jünger das Publikum, desto wichtiger wird die zeitunabhängige Nutzung.

Satte sieben Stunden pro Tag nutzen die Deutschen Medien. Zu diesem Ergebnis kam die repräsentative Umfrage „ARD/ZDF-Massenkommunikation Trends 2019“, welche die öffentlich-rechtlichen Sender am Donnerstag veröffentlichten. Demnach hat das beauftragte Institut Kantar auf der Basis von 2.000 deutschsprechenden Personen ab 14 Jahren herausgefunden, dass pro Tag drei Stunden und 22 Minuten auf Videonutzung (TV, Streamingdienste, Webinhalte) entfallen. Knapp dahinter folgt die Audionutzung mit drei Stunden und sechs Minuten täglich. Zu diesem Bereich zählen sowohl das klassische Radio, die immer wichtiger werdenden Musik-Streamingdienste und klassische Tonträger. Nur noch rund eine Stunde pro Tag entfällt auf das Lesen von Texten - das sich außerdem zunehmend ins Internet verlagert.

Interessant ist, dass sich die Jungen - herausgestellt wurde die Gruppe der 14- bis 29-Jährigen - im Vergleich zur Gesamtbevölkerung weniger intensiv den Medien hingeben: nur fünf Stunden und 57 Minuten pro Tag sind sie mit Medien beschäftigt.

Bei der Videonutzung zeigt sich zudem ein klarer Trend, dass die Jungen nur noch zu etwa einem Drittel der Zeit „live“ zum Ausstrahlungszeitpunkt schauen. Zwei Drittel der Bewegtbilder werden zeitunabhängig konsumiert. Ein ähnliches Phänomen findet man beim „jungen Hören“, nur etwas abgeschwächt: 42 Prozent linearer Radionutzung stehen mittlerweile 58 Prozent zeitsouveräner Nutzung in Form von Musik-Streaming (41 Prozent), Musik über CDs (14 Prozent) und Podcasts (3 Prozent) gegenüber.

ZDF-Intendant und Vorsitzender der ARD/ZDF-Medienkommission Dr. Thomas Bellut kommentierte die Zahlen wie folgt: „Die aktuellen Ergebnisse bestätigen einmal mehr, dass wir den Nutzerinnen und Nutzern auch im digitalen Raum einen individuellen Zugang und auf sie zugeschnittene Inhalte anbieten müssen. Wir sind dabei auf dem richtigen Weg, aber der Wettbewerb mit den Streamingdiensten nimmt weiter zu. Wir arbeiten deshalb etwa auch daran, den Zugang zu unserer Mediathek auf den Fernsehgeräten zu erleichtern.“

teleschau

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