„The Masked Singer“

„Das versaut alles!“: „Masked Singer“-Fans stöhnen über XXL-Finale und 70 Minuten Werbung

Weit nach Mitternacht kam es zur feierlichen Pokalübergabe bei "The Masked Singer": Tom Beck, Sieger aus Staffel 2, überreichte die Trophäe an das Skelett.
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Weit nach Mitternacht kam es zur feierlichen Pokalübergabe bei „The Masked Singer“: Tom Beck, Sieger aus Staffel 2, überreichte die Trophäe an das Skelett.

Allen kann man es bekanntlich nie recht machen.

Und dass über die ProSieben-Erfolgsshow „The Masked Singer“ so leidenschaftlich und bisweilen lustig in den sozialen Medien diskutiert wird, dürfte der Unterföhringer Sender mit Recht als Bestätigung werten. Selten hat in der jüngeren deutschen Fernsehgeschichte eine Live-Show die Nation so elektrisiert wie die Gesangsrateshow mit den aufwendig gestalteten Kostümen.

Auffällig: Nach dem Finale der bereits zweiten „The Masked Singer“-Staffel dieses Jahres hält sich die Kritik an der vermeintlich zu geringen Prominenz der demaskierten Stars sehr in Grenzen. „Mal wieder eine super Staffel, für mich bisher die beste“, trifft der Twitter-User Dennis den Tenor der Mehrheitsmeinung im Netz: „Der größte Makel der vergangenen Staffeln, das zu geringe Promi-Level, wurde aber mal sowas von angehoben.“ Ausnahme: Ben Blümel („Den musste ich erst googeln“), der unter der Anubis-Maske steckte. Ansonsten fast einhellige Begeisterung - und das, obwohl die Staffel ihre größten Star-Kaliber in Veronica Ferres und Vicky Leandros (viel zu) früh verlor.

„BITTE bekommt das mit der Werbung in den Griff“

Überdenken sollte ProSieben allerdings vielleicht doch, ob eine derart exzessive Werbevermarktung dem Erfolgsprodukt nicht auf Dauer schaden könnte. „Hallo ProSieben: Ich liebe euch für #MaskedSinger wirklich, aber BITTE (!!!!!!) bekommt das mit der Werbung nächste Staffel in den Griff. Das versaut alles“, fleht ein Twitter-User verzweifelt. „Die Show ist mega. Super Staffel. Aber die müssen aufpassen, dass die sich mit der Werbung und dem in die Länge ziehen nicht alles kaputtmachen“, bläst ein anderer ins gleiche Horn.

In der Tat waren sowohl die Gesamtlänge als auch die Zahl der Unterbrechungen rekordverdächtig. 70 Minuten Werbung (über eine Stunde bei vierstündiger Show) wurden in sieben Werbeblöcken gesendet! Da war einer mit fast zwölf Minuten darunter - das könnte eine Bestmarke sein! Den Lieblingssatz von Moderator Matthias Opdenhövel, „Wir sind nach einer kleinen Pause zurück“, kann eigentlich niemand mehr hören - und schon gar nicht glauben.

„The Masked Singer“ (ProSieben): Arbeitnehmer- und schülerfreundlich geht anders

„In derselben Sendezeit schafft Eurovision mehr als 20 Auftritte mit Einspielern, anschließender Punktevergabe und Siegerehrung“, gibt ein weiterer Fan auf Twitter zu bedenken. Wer bis zum Ende durchhalten wollte, benötigte in der Tat Sitzfleisch: Kurz nach der Geisterstunde, um 0.05 Uhr, stand der Sieger der dritten „The Masked Singer“-Staffel fest. Das Skelett hatte den ProSieben-Maskenball gewonnen! Jedoch erst eine halbe Stunde später fiel die Maske. Sarah Lombardi war das schaurig-schöne Gerippe. Zweiter wurde Alec Völkel im Kostüm des Aliens.

Dass die derart aufgeblähte Show dann an einem Dienstagabend nicht arbeitnehmer- oder schülerfreundlich ist, liegt auf der Hand. Die Frage muss erlaubt sein: Warum bringt man eine geile Freitag- oder Samstagabend-Show nicht, wenn man eine auf dem Silbertablett präsentieren kann?

Starke Quoten, aber kein ungetrübtes Bild

Mit Blick auf die Einschaltquote ergibt sich für ProSieben ein immer noch sehr erfreuliches, aber auch nicht ungetrübtes Bild: Mit durchschnittlich 3,65 Millionen Zuschauern schraubte das Finale den „The Masked Singer“-Staffelbestwert noch mal nach oben. 28,8 Prozent Marktanteil in der als „werberelevant“ eingestuften Altersklasse der 14- bis 49-Jährigen sprechen für sich.

Wahr ist aber auch, dass die jüngst über die Bühne gegangene Finalfolge die bislang reichweitenschwächste war. Bei Staffel eins schalteten im Herbst 2019 etwas mehr als vier Millionen Menschen die Entscheidungsshow ein. Bei Staffel zwei im Frühjahr 2020 wurden sogar 5,3 Millionen Zuschauer gezählt. Im Frühjahr 2021 soll bereits die vierte TMS-Auflage stattfinden - eine ungewöhnlich kurzatmige Taktung für eine so aufwendige Show, die von den Wow-Effekten lebt.

teleschau

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