„Für mich fühlt es sich wie ein Ende an“

Daisy Ridley im Interview

„&#39Star Wars&#39 war mein Leben in den letzten Jahren“, sagt Daisy Ridley, die in der Sternensaga die Rolle der Rey spielt.
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„'Star Wars' war mein Leben in den letzten Jahren“, sagt Daisy Ridley, die in der Sternensaga die Rolle der Rey spielt.

„Star Wars“ machte Daisy Ridley zum Weltstar. In „Der Aufstieg Skywalkers“ kehrt die Engländerin für das große Finale zurück. Wie die Sternensaga ihre Karriere veränderte und wie sich Ridley ihr Leben danach vorstellt, verrät die Engländerin im Interview.

„Star Wars“, das weiß ein jeder Fan, kann Leben verändern. Nicht nur jene der Zuschauer - sondern auch diejenigen der Darsteller und Schöpfer. Das erfuhr einst Harrison Ford ebenso wie George Lukas. Wie sehr die Sternensaga auch ihre aktuelle junge Schauspielgarde prägt, erlebte in den vergangenen Jahren vor allem Hauptdarstellerin Daisy Ridley, die „Star Wars“ mit der Rolle der Rey seit „Das Erwachen der Macht“ 2015 in eine progressivere Zukunft führte. Umstritten bei den Anhängern der ersten Stunde und gefeiert von einer neuen Fan-Generation, dreht sich für die Engländerin seit über vier Jahren alles um die Macht in einer weit entfernten Galaxie einerseits - und die Macht der medialen Aufmerksamkeit in unserer Welt andererseits. Nun, da mit „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ (ab 18. Dezember im Kino) die Sequel-Trilogie ihr großes Finale bekommt, geht auch für die erst 27-jährige Schauspielerin, die zuvor lediglich in einigen Fernsehrollen zu sehen war, eine Ära zu Ende. Wie sehr „Star Wars“ ihr Leben auf den Kopf stellte und wie sie sich in Zukunft ihr Dasein nach dem Hype vorstellt, verrät Daisy Ridley im Interview.

nordbuzz: Wie sehr hat „Star Wars“ Ihr Leben verändert?

Daisy Ridley: Das lässt sich sehr schwer sagen - „Star Wars“ war schließlich mein Leben in den letzten Jahren. Allgemein gesprochen: In so einem hilfsbereiten und förderlichen Umfeld zu arbeiten, lässt das Selbstbewusstsein enorm wachsen.

nordbuzz: Inwiefern?

Ridley: „Star Wars“ hat mir gezeigt, was geht. Wenn ich mich in Zukunft mit einer Sache nicht wohlfühle, muss ich sie nicht machen. „Star Wars“ zeigte mir auch, dass ich eigentlich nur mit so großartigen Leuten zusammenarbeiten will. Das haben mir die letzten Jahre vor allem gebracht: die Bekanntschaft und Freundschaft von unglaublich tollen Menschen.

nordbuzz: Können Sie schon sagen, was für Sie nach dem Ende von „Star Wars“ kommt?

Ridley: Das weiß ich tatsächlich nicht. In den letzten sechs Jahren war „Star Wars“ dauerpräsent. Meine Familie habe ich schon davor gewarnt, dass es mit mir bald ziemlich eigenartig werden könnte (lacht). Gerade nach der Premiere wird es für mich sehr seltsam sein, da ich wirklich keine Ahnung habe, was ich danach mache. Gleichzeitig freue ich mich sehr auf das Finale, sodass in mir sehr viele widersprüchliche Emotionen wohnen.

nordbuzz: Apropos: Der letzte „Star Wars“-Film wurde von den Fans sehr widersprüchlich aufgenommen. Wie gehen Sie mit dem Druck aus der Fan-Community um?

Ridley: Letztendlich denke ich inzwischen, dass ich ja nur eine Schauspielerin bin. Regisseur J.J. Abrams wird den Druck viel massiver spüren - weil er das Ganze zusammenbringt. Es ist doch so: Nicht jeder wird den Film lieben, aber sehr viele Leute eben doch. Ich finde, wir haben eine tolle Geschichte erzählt. Am Ende bleibt es eben ein Film und eine Vision, die J.J. verwirklicht hat. Klar ist daher: Man kann es nicht allen recht machen.

nordbuzz: Haben Sie eine Strategie, auf Kritik zu reagieren?

Ridley: Naja, was können wir schon machen? Einfach „Sorry, mehr Glück beim nächsten Mal“ sagen? (lacht)

„'Star Wars' ist im besten Sinne immer auch albern“

nordbuzz: Unterschied sich die Herangehensweise von J.J. Abrams diesmal von „Star Wars 7“?

Ridley: Es ist schrecklich, aber ich kann mich kaum daran erinnern (lacht). Eines kann ich sagen: Diesmal arbeiteten wir als echte Freunde zusammen. Unterstützend war er immer. Vielleicht war die Beziehung zu ihm am Anfang formaler und diesmal ein wenig freier. Das Geniale an ihm ist: Dafür, dass er so wahnsinnig tolle Dinge macht, hat er kein zu großes Ego. Er kommuniziert mit allen gut und will, dass man mitredet.

nordbuzz: Wie war es für Sie, beim Dreh zu „Der Aufstieg Skywalkers“ wieder mit den alten Bekannten zusammenzuarbeiten?

Ridley: Es war ein tolles Gefühl! Die ersten beiden Filme erlebte ich wie einen kleinen Wirbelsturm. Bei diesem jedoch fühlte ich mich sehr selbstbewusst und präsent in meinem Körper. Klar gab es auch Momente, in denen ich dachte: „Das kann ich jetzt nicht machen, oh Gott, das ist so stressig“ (lacht). Die meiste Zeit jedoch machte ich mir jeden Morgen klar, wie grandios das alles ist. Ich konnte es diesmal mental und physisch sehr genießen. Und ich denke, alle Beteiligten empfanden das so.

nordbuzz: Was hat Ihnen beim Dreh am besten gefallen?

Ridley: Es war wunderbar, wieder mit John Boyega zusammenzuarbeiten - und das erste Mal auch endlich richtig mit Oscar Isaac. Herausragend war auch der Dreh mit Joonas Suotamo, der Chewbacca spielt. Wir hatten eine gemeinsame Szene in der Wüste - und immer wieder drang aus diesem dicken Fell diese gedämpfte finnische Stimme, die sich darüber beschwerte, wie heiß es ist (lacht). Obwohl uns der Sand fast wortwörtlich blind machte, war das ein großer Spaß. „Star Wars“ ist im besten Sinne immer auch albern.

nordbuzz: Erinnern Sie sich an den allerletzten Drehtag?

Ridley: Ja, natürlich. Es war ziemlich eigenartig, da wir nicht einmal eine ganze Szene drehen mussten. Ich sollte am letzten Tag nur für eine etwa fünfsekündige Szene vor der Kamera stehen. Das war der letzte Shot. Ich war froh, vor Ort zu sein - und musste die ganze Zeit nur weinen. Einerseits versuchte ich, jeden Moment noch einmal aufzusaugen, und andererseits saß ich nur heulend herum (lacht). Letztlich konnte ich den Dreh nicht wirklich beobachten, weil meine Augen voller Tränen waren.

nordbuzz: Gab es Abschiedsworte?

Ridley: Ja, nachdem ich geweint hatte und alles vorbei war, hielt ich eine sehr peinliche Rede. An die kann ich mich aber nicht erinnern. Dann setzte ich mich ins Auto, und das Leben geht einfach weiter. Das war sehr emotional.

nordbuzz: Durften Sie sich ein Souvenir vom Set mitnehmen?

Ridley: Ich durfte Reys Ring behalten, das ist cool. Und mein Kostüm werde ich auch noch bekommen. Das muss aber alles langsam geschehen. Man muss fragen - darf aber nicht zu viel verlangen (lacht).

„Das war eigenartig und bewegend“

nordbuzz: Nach dem Tod von Carrie Fisher ist ihre Figur Leia dennoch auch diesmal zu sehen. Wie fühlte sich das an?

Ridley: Das war eigenartig und bewegend. Ich habe Szenen mit Leia, aber es sind Aufnahmen für einen ganz anderen Film. Da ich mich an den Kontext des damaligen Drehs erinnerte, verlieh das dem Ganzen mehr Bedeutung. Es ist auch technisch ziemlich beeindruckend - irgendwie haben sie es hinbekommen.

nordbuzz: Sehen Sie nun, nach drei Filmen, Gemeinsamkeiten zwischen Ihrer Figur Rey und der früheren Leia?

Ridley: Die großen „Star Wars“-Themen lassen natürlich Parallelen zwischen beiden erkennen. Aber es sind letztlich völlig verschiedene Charaktere, mit ganz anderem Drive. Leia ist eine Prinzessin, Rey ist es nicht. Es ist eine ganz andere Zeit. Sowohl in der Handlung als auch heutzutage. „Star Wars“ heute ist eine viel modernere Produktion. Vielleicht sieht man es aber auch als fortschrittlicher an, weil auf einmal eine Frau im Mittelpunkt steht. Dabei gleicht ihr Kampf denen der Helden zuvor.

nordbuzz: Hand aufs Herz: Wird es Reys und damit Ihr letzter „Star Wars“-Auftritt gewesen sein?

Ridley: Für mich fühlt es sich wie ein Ende an. Rey muss eine Menge schwieriger Entscheidungen treffen. Diesmal sagt ihr aber niemand, was zu tun ist - sie muss das für sich selbst herausfinden. Während sie zuvor von Luke und Leia angeleitet wurde, findet sie nun heraus, was sie eigentlich will. Das war grandios zu spielen. Und ich glaube, dass das Ende für Rey so gut geschrieben wurde, dass es sehr schwierig würde, mir eine Fortführung ihrer Geschichte vorzuschlagen. Und außerdem endet mein Vertrag (lacht).

nordbuzz: Wie fühlt sich die Perspektive an, nun völlig andere Dinge zu machen?

Ridley: Naja, diese Erfahrung machte ich ja schon. Das Problem war nur: Ich habe ein gigantisches Projekt gemacht, das alle gesehen haben. Und wiederum Projekte, die nur drei Leute sahen (lacht). Das ist das Schwierige am Kino, von dem alle Welt sagt, wie sehr es sich verändert. Ich würde gern bei Projekten jeglicher Größe mitspielen - aber die Menschen schauen sich kleinere Sachen nicht mehr so oft an. Es ist hart.

nordbuzz: Gibt es schon konkrete Pläne?

Ridley: Ich habe bisher zwei tolle Drehbücher gelesen, eines ist eher kleiner, mit nur drei Charakteren. Das andere hingegen ist groß - und es gibt Waffen und Explosionen (lacht).

teleschau

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