„Die Carolin Kebekus Show“

Carolin Kebekus entlarvt: Darum sind „Verschwörungsheinis“ so erfolgreich

In der ARD-Sendung "Die Carolin Kebekus Show" steht "Sven" zwischen den Stühlen - beziehungsweise zwischen Engel (Mai Thi Nguyen-Kim, links) und Teufel (Carolin Kebekus): Soll er sachliche Argumente oder doch lieber impulsive Ausdrücke posten?
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In der ARD-Sendung „Die Carolin Kebekus Show“ steht „Sven“ zwischen den Stühlen - beziehungsweise zwischen Engel (Mai Thi Nguyen-Kim, links) und Teufel (Carolin Kebekus): Soll er sachliche Argumente oder doch lieber impulsive Ausdrücke posten?

Wer etwas in den sozialen Medien posten möchte, sollte sich schon ganz genau überlegen, was er oder sie schreibt.

Doch was, wenn man nicht weiß, wie man am besten seine Meinung äußert? In der jüngsten Ausgabe der ARD-Comedy-Sendung „Die Carolin Kebekus Show“ (donnerstags, 22.45 Uhr) stand „Sven“ in einem kurzen satirischen Video vor genau diesem Problem - und erhielt dabei prominente Unterstützung: Auf seiner rechten Schulter saß Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim als Engel, die ihn zu wissenschaftlichen Argumenten überzeugen wollte, und auf seiner linken Schulter saß Carolin Kebekus als Teufel, die ihm riet, auf impulsive Art und Weise zu schreiben - und die am Ende satirisch verdeutlicht, wie manipulativ Scheinargumente tatsächlich sind.

Als der Engel „Sven“ mit Statistiken unterstützen will, kontert der Teufel: „Du hast genügend Halbwissen für 666 Tweets über Flüchtlinge. Schreib: 'Den Obdachlosen in Deutschland geht es auch schlecht. Und darüber redet mal wieder keiner.' Ja, das ist gut.“ Da kann der Engel nur die Augen verdrehen. Es handele sich dabei um „Whataboutism“ - eine „manipulative Propagandatechnik“. - „Anstatt auf die Diskussion einzugehen, verweist du auf ein anderes Problem, um abzulenken und zu relativieren.“

Als Nächstes rät der Teufel, etwas über Til Schweiger zu schreiben, der den Sänger Xavier Naidoo unterstütze, der wiederum gegen Flüchtlinge hetze. Doch das ist laut dem Engel lediglich ein „Angriff auf eine Person und keine Argumentation in der Sache.“ Dagegen seien belastbare Daten „eine bessere Argumentationsbasis als nur persönliche Meinung“.

„Damit gewinnt man immer“

Während sich „Sven“ bereits mit anderen Dingen beschäftigte, kabbeln sich Engel und Teufel weiter - und kommen auf Scheinargumente und ihre Wirkung zu sprechen. Der Engel erklärt: „Es steht doch außer Frage, dass sachliche Argumente zielführender sind als Scheinargumente.“ Doch ist das wirklich so? Der Teufel ist da ganz anderer Meinung. „Und wie bitte ist Trump Präsident geworden?“

Es stelle sich doch die Frage, warum viele über „diese ganzen Verschwörungsheinis“ reden würden. „Weil die so messerscharf Fakten analysieren? Nein! Wegen deren absurden Scheinargumenten. Damit gewinnt man immer“, so der Teufel siegessicher. „Entweder die Leute sind überzeugt, oder sie regen sich so hart darüber auf, dass sie es gerade deswegen verbreiten.“

So wäre garantiert, dass sie Aufmerksamkeit und Reichweite erhielten. „Sorry, mein Engel, du hast Vernunft, aber das hier ist einfach genial.“ Denn: „Je öfter man es wiederholt, desto mehr Menschen glauben daran. Super Sache.“ An dieser Stelle muss der Engel tatsächlich zustimmen. „Ja, das stimmt, wenn man etwas schon mal gehört hat, wird es eher als wahr angenommen.“ Eine bittere Erkenntnis für den Wissenschaftsengel: „Die Welt ist verloren.“

teleschau

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