Britischen Action-Komödie mit Brie Larson

Gangster-Showdown"Free Fire" jetzt auf DVD 

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Justine (Brie Larson) hat den Waffendeal eingefädelt.

Wer braucht schon eine Handlung? „Free Fire“ beweist Mut zur Lücke und setzt auf eine Extra-Ladung Blei.

Außer einer Lagerhalle, einer Handvoll Ganoven und einer Menge Waffen braucht es in der britischen Action-Komödie „Free Fire“ (2017, nun auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand erhältlich) von Regisseur Ben Wheatley nicht viel. Und auch wenn die Geschichte um einen gescheiterten Deal genauso vage bleibt wie die Charaktere, die sie durchleben, entwickeln sich spannende Schuss- und spitzzüngige Wortwechsel. Trotz großartiger Schauspieler, Produktionsunterstützung von Altmeister Martin Scorsese und einer nostalgischen Verlagerung in die späten 70-er schrammt der Gangster-Showdown allerdings haarscharf am Kultpotenzial vorbei.

Eine Nacht im Jahre 1978 auf einem verlassenen Fabrikgelände in Massachusetts: Zwei Interessengruppen werden von Mittelsperson Justine (Oscar-Gewinnerin Brie Larson) zusammengebracht, um Waffen gegen Geld zu tauschen. Die erste Gruppe, angeführt von Chris (Cillian Murphy) und Frank (Michael Smiley), will Waffen für die IRA kaufen, während die zweite Gruppe, angeführt vom Südafrikaner Vernon (herrlich feige dargestellt von Sharlto Copley), nur am Geld interessiert ist. Schnell wird klar, dass das gelieferte Waffenmodell nicht das abgesprochene ist. Außerdem hat jedes Mitglied des knappen Dutzends noch eigene Interessen mitgebracht. So fliegen erst Beleidigungen, dann Fäuste und den Rest des Films jede Menge Kugeln.

In „Free Fire“ schmeißt Regisseur Ben Wheatley alles „Überflüssige“ wie Handlung oder Charakterentwicklung über Bord und einen Haufen Wilde in eine Halle, die aussieht wie ein geplantes Paintballfeld. Damit kann er sich von vornherein auf die Action und die One-Liner konzentrieren, die quasi im Minutentakt rausgehauen werden. Das funktioniert vor allem deshalb gut, da Kamerafrau Laurie Rose immer nah genug am Geschehen ist, dass sich der Zuschauer in der Halle wähnt. Auf Augenhöhe kriecht die Kamera mit durch Staub und Glasscherben, und während einem die Schüsse um die Ohren fliegen, meint man, den Schmauch riechen zu können.

Ben Wheatley geht in seiner Gangster-Komödie ehrlich mit dem Zuschauer um. Er gibt nicht vor, eine tiefgründige Geschichte zu erzählen, sondern jagt seine Protagonisten von einem Schutthaufen zum nächsten. Leider legt er es dabei zu sehr darauf an, „Free Fire“ in die Hall of Kultfilme zu bringen. Und obwohl ihm das nicht ganz gelingen mag, weil eben nicht alle Sprüche sitzen, ist der Film immer noch unterhaltsam genug für ein Publikum, das an todbringender Action und markigen Beleidigungen seinen frivolen Spaß hat.

teleschau

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