„Je mehr Frauen, desto besser“

Brigitte Kren mischt die Wiener „SOKO“ auf

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Seit der fünften Folge der 14. Staffel ist Brigitte Kren die neue Chefin in der ZDF-Krimiserie „SOKO Wien“ (freitags, 18.00 Uhr). „Sie kann herzlich sein, versteht es, mit weiblichen Geschick ihren Vorgesetzten um den Finger zu wickeln, zeigt aber auch, dass mit ihr nicht gut Kirschen essen ist - vornehmlich bei Verhören“, so Kren.

Ob Balletttänzerin, Medizintechnikerin oder Szenewirtin: Brigitte Kren ist eine wandlungsfähige Person. Das beweist die Österreicherin auch vor der Kamera - zum Beispiel als neue Chefin der „SOKO Wien“.

Als Maria Salchegger löst Brigitte Kren seit 2004 in der österreichischen Landkrimiserie „Vier Frauen und ein Todesfall“ einen kniffligen Kriminalfall nach dem anderen. Gemeinsam mit Adele Neuhauser, Martina Poel und Miriam Stein deckte die „Alpen-Miss-Marple“ schon zahlreiche Morde auf. Nun wagte sie einen gewaltigen Sprung: Die Hobby-Detektivin avancierte zur „SOKO“-Chefin. In der vom ZDF und ORF produzierten Krimireihe „SOKO Wien“, die in Österreich unter dem Namen „SOKO Donau“ ausgestrahlt wird, verkörpert sie seit 2018 die Leiterin.

Die furchtlose und stets gerechte Oberst Dr. Henriette Wolf hat das Sagen über ein Team von Charakterköpfen rund um Carl Ribarski (Stefan Jürgens), Simon Steininger (Michael Steinocher) und Penny Lanz (Lilian Klebow). Eine Rolle, die auch gesellschaftlich ein Zeichen setzt, wie Brigitte Kren findet: „Für mich hat ein Fernseher im Wohnzimmer auch eine pädagogische, vorbildliche Wirkung: Je mehr Frauen in Filmen und Serien in leitenden Positionen zu sehen sind, desto besser ist es“, erklärte sie im vergangenen Dezember der österreichischen Nachrichten-Plattform „Kurier“.

Die Fußstapfen, in die die 65-Jährige trat, sind dabei durchaus groß: Brigitte Kren ersetzte in der fünften Episode der 14. Staffel ihren Kollegen Dietrich Siegl, der von Anfang an als Otto Dirnberger das Wiener „SOKO“-Team leitete. Inzwischen hat sie sich gut eingelebt. „Die Mannschaft hat mich, auch hinter der Kamera, gut und freundlich aufgenommen“, erklärt sie. Ihre Rolle als Dr. Wolf mag sie sehr: „Sie kann herzlich sein, versteht es, mit weiblichen Geschick ihren Vorgesetzten um den Finger zu wickeln, zeigt aber auch, dass mit ihr nicht gut Kirschen essen ist - vornehmlich bei Verhören.“

Die ersten Folgen mit der Schauspielerin mit den markanten weißen Haaren wurden bereits im April ausgestrahlt, nun geht es am Freitag, 27. September, im ZDF weiter mit den restlichen Folgen der 14. Staffel des Dauerbrenners. Seit 2005 läuft „SOKO Wien“ schon, was nach Überzeugung der 1954 in Graz geborenen Schauspielerin nicht von ungefähr kommt. „An unserem Format schätzen die Zuschauer eine gewisse Kontinuität. Man will einfach wissen, was einen in der nächsten TV-Stunde erwartet“, weiß Kren. „Außerdem mag man Wien, glaube ich, unseren - bisweilen grantigen Schmäh - gepaart mit deutschen Humor. Erstaunlich, wie gut das funktioniert.“

Drama, Horror, Komödie oder Krimi

Doch nicht nur im Kriminalmilieu ist die lebensfrohe Österreicherin schon längst Dauergast: Die Charakterschauspielerin kann auf eine lange und vielfältige Filmografie verweisen und bewies ihr Können bereits in Filmen wie „Taxi für eine Leiche“ (2002), „Blutgletscher“ (2013) oder „Die Migrantigen“ (2017), sowie in Serien wie „4 Blocks“ oder „Die Alpenklinik“. Neben Helen Mirren verkörperte sie in dem Kinofilm „The Debt“ (2010) eine deutsche Krankenschwester.

Dabei hat Kren ihre Karriere tatsächlich nicht unbedingt mit dem Fokus auf Film und Fernsehen gestartet: Neben der Schauspielerei ließ sie sich zur Balletttänzerin und zur Medizintechnikerin ausbilden. Vorübergehend machte sie sich als Szenewirtin in Wien einen Namen. Am Ende entschied sie sich dann allerdings doch für die Bühne - vor allem in den Theaterhäusern. „Ich komme ursprünglich vom Theater, und diese konzentrierte Bühnenarbeit hat mir beim Agieren vor der Kamera immer geholfen“, so Kren. Und auch das Tanzen gehört zu ihren Leidenschaften: 2012 erreichte sie mit Tänzer Willi Gabalier den vierten Platz der ORF-Tanzshow „Dancing Stars“.

Ihre zahlreichen Engagements verband die Schauspielerin eng mit der österreichischen Hauptstadt. „Wien hat einen modrigen Charme und noch eine gewisse Langsamkeit, die ich bei anderen Großstädten vermisse“, schwärmt sie von ihrer Wahlheimat. „Wenn man sich der Wiener Schläue stellt und darin besteht, hat man die carte blanche auf der ganzen Welt.“

Im vergangenen Dezember schlüpfte die gebürtige Grazerin in eine weitere leidenschaftliche Rolle: die der Oma. Ihr Sohn Marvin Kren, ein bekannter Regisseur in Österreich, und seine Frau Kiri brachten kurz vor Weihnachten ihre Tochter Florie Paloma zur Welt. „Ich freue mich auch darauf, wenn ich später mal mit ihr ins Wiener Burgtheater gehen kann. Eigentlich freue ich mich aber auf alles, was noch kommt“, verriet die aufgeweckte Schauspielerin im April gegenüber dem Magazin „Liebenswert“. Und sie gab anderen in der gleichen Situation auch gleich einen ganz besonderen Tipp: „Je mehr man sich zurücknimmt, desto beliebter wird man als Oma sein.“

Die neuen Folgen der Krimiserie „SOKO Wien“ starten am Freitag, 27. September, und werden wöchentlich um 18.00 Uhr im ZDF ausgestrahlt. In der Auftaktfolge „Die Todesliste“ wird es direkt hochspannend: Ein Zettel mit Namen wurde an einer Kirchentür angebracht. Kurz darauf brennt das Auto einer der gelisteten Personen, und schon bald passiert der erste Mord. Die „SOKO“ muss ran, um herauszufinden, wer dahintersteckt.

teleschau

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